So erlebte Feuerwehrmann Stephan Lendring den spektakulären 55-Kilometer-Lauf am Rhein

mlzLaufen für den guten Zweck

55-Kilometer für den guten Zweck in voller Einsatzmontur laufen – Stephan Lendring (52) vom Löschzug Nienborg hat sich der Herausforderung gestellt. Und bewältigt. Aber nicht ohne Umwege.

Heek

, 20.08.2019, 15:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn selbst ein durch und durch trainierter Feuerwehrmann einen leichten Muskelkater verspürt, dann ist klar: Die körperliche Belastung in den Tagen zuvor muss enorm gewesen sein. „Das kann ich nicht leugnen“, bestätigt Stephan Lendring (52) vom Löschzug Nienborg.

Dass es zu kleineren Wehwehchen kommen würde, war dem Feuerwehrmann aus Leidenschaft aber im Vorfeld klar. „Das wird eine echte Herausforderung“, lauteten seine Worte vor dem 55-Kilometer-Marsch in Wiesbaden, der am vergangenen Samstag (17. August) anstand.

Die Feuerwehr-Ausrüstung wiegt um die 25 Kilogramm

Zusammen mit Joan Olderman, einem Bekannten aus dem Club der blauen Helme, nahm Stephan Lendring am „Little-Mammut-Rhein-Main-Lauf“ teil – in voller Feuerwehrmontur. Gewicht der Ausrüstung? Um die 25 Kilogramm.

Die Idee hinter der Teilnahme: Spenden sammeln und auf die Arbeit der Feuerwehr aufmerksam machen. „Das hat beides gut funktioniert“, sagt der 52-Jährige rückblickend.

„Eine tolle Erfahrung. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht.“
Stephan Lendring

Die beiden Feuerwehrleute reisen mit dem Bulli an

Und weil der Lauf am Samstagmorgen um 8.30 Uhr direkt am Ufer des Rheins in Wiesbaden anstand, reisten die beiden Feuerwehrmänner bereits am Freitagabend mit dem Bulli an – nach der Arbeit. „Wir waren gegen 23.30 Uhr da und haben sogar noch mitten in der Stadt gegrillt.“ Stärkung muss eben sein.

Am nächsten Morgen hieß es dann schnell in die Feuerwehrmontur schlüpfen und ab zum Startpunkt laufen. „Bis dahin waren es vom Bulli aus auch schon mal zwei Kilometer.“

So erlebte Feuerwehrmann Stephan Lendring den spektakulären 55-Kilometer-Lauf am Rhein

Stephan Lendring (r.) und Joan Olderman konnte selbst das miese Wetter nicht Laune während des Laufs verderben. © Privat

Die Strecke selbst zog sich durch die Weinberge entlang des Rheins. Ein „traumhafte“ Landschaft, die aber ihre Tücken hat – zumindest wenn man dort zu Fuß unterwegs ist. „Wir mussten 1150 Höhenmeter bewältigen. Das war nicht so witzig.“

Die Steigungen auf der Route waren happig

Teilweise sollen die Steigungen sogar 35 Prozent betragen haben. Zum Vergleich: Der Schöppinger-Berg kommt mal gerade auf sieben Prozent. „Das geht richtig in die Beine. Nächstes Mal werde ich mich gezielt auf so eine Belastung vorbereiten,“ zog Stephan Lendring seine Lehre aus der Herausforderung.

Die Spenden des 50-Kilometer-Laufes gehen an:
  • Die Klinik-Clowns aus Münster
  • Join4Energy (Niederlande)
  • ASB-Wünschewagen

Obwohl das Wetter mit viel Regen sehr bescheiden war, nahmen insgesamt weit über 500 Läufer an dem Event teil. Und das war eine gute Chance für Stephan Lendring noch ein paar zusätzliche Euros für den guten Zweck zu sammeln.

Stephan Lendring hatte eine spezielle Spendenbox

Denn dafür hatte er sich eigens aus einer Sauerstofff-Flasche eine Spendenbox gebastelt, die er auf dem Rücken trug. Am oberen Ende hatte diese einen Schlitz, sodass jeder, der wollte, eine kleine Spende einwerfen konnte. „Aktuell werten wir noch aus, wie viel wir gesammelt haben.“

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Denn bereits zuvor suchten sich die Feuerwehrleute Sponsoren, die für jeden bewältigen Kilometer einen freiwilligen Betrag spenden werden. „Ich denke und hoffe wir kommen bei 400 bis 500 Euro raus.“ Und Lendring merkt an: „Nachträgliche Spenden nehmen wir natürlich auch noch gerne an.“

So erlebte Feuerwehrmann Stephan Lendring den spektakulären 55-Kilometer-Lauf am Rhein

Immer auf dem Rücken dabei: Die „Spendenbox“, die sich Stephan Lendring zuvor aus einer Sauerstoff-Flasche gebastelt hatte. © Privat

Zurück zum Lauf. Klitschnass und nach 13 Stunden sowie 11 Minuten kam Stephan Lendring ins Ziel. Sein Kamerad stieß übrigens auf halber Strecke zu ihm, da dieser die kleine Lauf-Varinate über 35 Kilometer gewählt hatte.

Wer Stephan Lendring noch mit einem Sponsoring unterstützen möchte, kann sich bei ihm unter Tel. (01573) 78 14 97 3 melden.

Stephan Lendring gelangt mit Umwegen ans Ziel

Für Stephan Lendring waren es am Ende sogar mehr als die 55 Kilometer. „Ich hab mich zweimal verlaufen“, sagt er lachend. Darum sei er auf der Route des kleineren Laufes gelandet. „Erst andere Läufer haben mich darauf aufmerksam gemacht.“

Diese erkannten den Irrtum an Lendrings blauen Bändchen. Denn alle, die die große Strecke liefen, hatten ein solches. „Also musste ich wieder zurück. Am Ende waren es dann also etwa 60 Kilometer.“

Und wie lautet nun das Fazit? „Eine tolle Erfahrung. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht.“ Und weil dem so ist, plant Stephan Lendring bereits die Teilnahme an weiteren Läufen im kommenden Jahr. Über die gleiche Distanz, versteht sich.

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