Kontrollen und Knöllchen: Falschparkern in der Burganlage soll es an den Kragen gehen

mlzVerkehr

Die Parksituation im Bereich der Burganlage in Nienborg ist eine Sache für sich. Besonders rund um die Kirche St. Peter und Paul gibt es regelmäßig Ärger. Jetzt will die Gemeinde handeln.

Heek

, 10.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hat man den historischen Torbogen mit dem Auto passiert und steuert auf die Kirche St. Peter und Paul zu, geht sie los, die Parkplatzsuche. Denn wo darf man parken und wo nicht?

Wer genau hinschaut, der entdeckt an einigen Stellen verblasste weiße Markierungen. Hier ist das Parken offiziell erlaubt. Ein Hinweisschild an einem Laternenpfahl gibt die Dauer vor: 2 Stunden mit Parkscheibe. Ansonsten ist das Areal per Schild als Parkverbotszone ausgewiesen.

Parkdauer soll werktags begrenzt werden

Das scheint aber längst nicht alle zu interessieren. „Vor allem Auswärtige parken hier kreuz und quer“, sagt ein Anwohner, der nicht beim Namen genannt werden möchte. Vor allem, wenn im Haus Keppelborg Großveranstaltungen wie Hochzeiten gefeiert würden, sei wildes Parkchaos an der Tagesordnung. „Da ist die Einfahrt schnell mal zugeparkt.“

Dem Chaos möchte die Gemeinde nach Rücksprache mit den Bürgern nun einen Riegel vorschieben. Zukünftig soll werktags (7 bis 20 Uhr) die Parkdauer auf ausgewiesenen Flächen nur noch für drei Stunden erlaubt sein. Regelmäßige Kontrollen und Knöllchen für Falschparker gleich inklusive.

Schilder und Markierungen sollen für Klarheit beim Parken sorgen

Wäre es nur nach dem Votum der Anwohner vom 6. Mai dieses Jahres im Haus Hugenroth gegangen, dann hätte die Drei-Stunden-Regel rund um die Uhr und sieben Tage die Woche Bestand. So berichtete es Herbert Gausling von der Gemeindeverwaltung in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung.

Damit die Sache Hand und Fuß bekommt, sollen nun die für das strengere Parkkonzept notwendigen Schilder aufgestellt und die Parkflächen mit Markierungsnägeln versehen werden. Doch reicht das aus, um die Probleme zu lösen?

Blockierte Rettungswege sind keine Seltenheit

Denn zugeparkte Einfahrten und blockierte Rettungswege sollen keine Seltenheit sein. Das bestätigt auch Anwohnerin Kerstin Wiemers. „Das haben wir hier alles nicht nur einmal erlebt.“ Besonders an zwei Stellen, an der Ost- und Westseite der Kirche, sei das Problem besonders gravierend.

Kontrollen und Knöllchen: Falschparkern in der Burganlage soll es an den Kragen gehen

Dies ist eine von zwei engen Stellen um die Kirche St. Peter und Paul. Parkt ein Auto noch etwas weiter mittig als der Wagen auf dem Bild, ist der Rettungsweg komplett blockiert. © Till Goerke

Unsere Ortsbegehung am Mittwoch (10. Juli) bestätigt das. Am Seitenausgang der Kirche, auf einer Länge von etwa zehn Metern, ist die gepflasterte Straße sehr schmal. Geschätzt fünf Meter, wenn es hoch kommt. „Und die Autos parken trotzdem hier“, sagt Kerstin Wiemers. „Und die parken nicht dicht an der Wand. Nein, die lassen schön Abstand, damit auch die Beifahrertür aufgeht.“

Auch die Müllabfuhr hat im Bereich um die Kirche Probleme

Und damit sei besagte Stelle zu eng, als das noch ein Rettungs- oder Feuerwehrwagen hindurch passen würde. „Auch die Müllabfuhr bekommt hier Probleme.“ Kerstin Wiemers hat eine klare Vorstellung, wie das Problem zu lösen sei. „Beide Stellen müssten als absolutes Halteverbot ausgewiesen werden.“

Kontrollen und Knöllchen: Falschparkern in der Burganlage soll es an den Kragen gehen

Die Anwohner beklagen die bis dato willkürliche Parkerei rund um die Kirche St. Peter und Paul. © Markus Gehring

Ihr selbst, so sagt sie, sei immerhin die Einfahrt noch nicht zugeparkt worden. „Bis auf die zwei Engstellen finde ich das Ganze auch nicht so dramatisch hier.“ Andere Anwohner hatten da schon mehr Pech. Vor vielen Grundstücken sind Schilder mit den Worten „Parken verboten“ aufgestellt.

„Wir werden die Sache weiterhin ganz genau beobachten“, sagt Herbert Gausling. Zunächst jedoch muss die Gemeinde das Konzept in Absprache mit dem Kreis Borken als Straßenverkehrsbehörde auf den Weg bringen. Ob das neue Parkkonzept tatsächlich Wirkung zeigt, wollen die Lokalpolitiker in sechs Monaten bewerten.

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