Nienborger Radwege im Fokus

mlzDiskussion im Gemeinderat

Mehrere Gefahrenpunkte für Radfahrer in Nienborg beschäftigten die Heeker Politik im Gemeinderat. Eine schnelle Lösung ist aber für keinen der Radwege in Sicht.

Heek

, 18.03.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gleich mit zwei Brennpunkten für Radfahrer in Nienborg beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung. Die SPD hatte einen Antrag gestellt, der unter anderem die Situation für Radfahrer am Ortseingang in Höhe der Bischof-Hermann Straße entschärfen soll. Dort endet der Radweg zwischen Heek und Nienborg, sodass sich die Radfahrer auf der Straße einordnen müssen. Dies sei eine „gefährliche Ecke“, begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Brunsch den Antrag.

Er schlug vor, den Übergang auf die Straße per Einfädelungsstreifen zu regeln. „Die Autofahrer haben dort auch ein Problem“, sagte sein Parteikollege Hermann-Josef Schepers. Denn die eingeschränkte Sicht auf die Straße zwinge sie vorzufahren. Seine Schlussfolgerung: „Die Radfahrer müssten vor der Bischof-Hermann-Straße auf die Straße geführt werden.“ Elisabeth Voss (CDU) wies darauf hin, dass die vorhandenen Haltestreifen kaum noch sichtbar seien.

Schutzstreifen enden nach 150 Metern

Bernhard Homann (CDU) schlug vor, dass Thema in der nächsten Verkehrsschau anzugehen. „Dann sind wir aber ein, zwei Jahre weiter“, entgegnete Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Markus Jasper (CDU) dagegen riet „dringend zur Verkehrsschau“. Morgens sei die Situation dort anders, weil Kinder auf der falschen Seite auf den Radweg Richtung Heek auffahren würden.

Bauamtsleiter Herbert Gausling schlug vor, die Problematik zunächst mit dem zuständigen Kreis Borken zu beraten. Dann könne man überlegen, ob sie in die Verkehrsschau gehöre.

Die SPD möchte den Fahrradstreifen auf der Eper Straße verlängern.

Die SPD möchte den Fahrradstreifen auf der Eper Straße verlängern. © Falko Bastos

Die Zweite Hälfte des SPD-Antrags galt der Situation auf der Eper Straße. Dort waren im Zuge des Ausbaus der Ochtruper Straße beidseitig Schutzstreifen für Radfahrer als Markierung auf der Fahrbahn aufgebracht worden. Diese enden allerdings nach rund 150 Metern kurz nach der Einmündung Achter de Stadt. Die SPD-Fraktion will die Markierungen zunächst bis zum Ortsausgang verlängern.

Jörg Rosery erinnerte daran, dass es bereits einen Umgestaltungsplan für die Eper Straße gebe, der aus Kostengründen nach hinten verschoben wurde. „Das kann man besser in einem Rutsch machen“, urteilte er. „Wir haben doch beschlossen, das später zu machen“, unterstützte ihn Parteikollege Mario Strehlow.

Brunsch deutete an, der Antrag sei durchaus in Verbindung mit dem Ausbau der Eper Straße gemeint. „Hier steht nur Radweg“, konterte Niemeyer mit Verweis auf den Antrag. „Dann machen wir eben eine Ausbauplanung in zwei Bauabschnitten“, so Brunsch. Einstimmig beauftragte der Rat die Verwaltung mit der Prüfung der Ausbauplanung für die Eper Straße und der Verkehrssituation an der Bischof-Hermann-Straße.

Straßen NRW braucht Jahrzehnte

Langfristig könne die Markierung an der Eper Straße auch bis Wext gehen und „idealerweise bis Epe“, meinte Brunsch. Ohnehin habe er schon in den 80er-Jahren eine Antrag auf Nutzung des Mehrzweckstreifens gestellt. Das brachte Hermann Mers auf die Palme. „Weil Sie eine Autobahn-Verbindung Wexter Kreuz wollten.

Das müssen Sie auch dazu sagen“, echauffierte sich der CDU-Vertreter.

Schon seit Jahren ist der fehlende Radweg auf der L574 von Nienborg nach Epe ein Thema in der Heeker Politik. Anwohner hatten sich im vergangenen Jahr per Unterschriftenliste an den Bürgermeister gewandt. Sie sehen den fehlenden Radweg als Sicherheitsrisiko vor allem für Kinder an.

Auf der L574 wird der Mehrzweckstreifen als Radweg genutzt.

Auf der L574 wird der Mehrzweckstreifen als Radweg genutzt. © Markus Gehring

Doch eine Lösung ist vorerst nicht in Sicht. Von Straßen NRW sei keine Unterstützung zu erwarten, hatte Bürgermeister Weilinghoff in der vergangenen Sitzung des Bauausschusses mitgeteilt. Eine Nachfrage beim Landesbetrieb bestätigt dies. Es gebe zwar einen gelisteten Antrag, sagt Sachgebietsleiter Heinrich Lütke Wenning. Aber bis der vorne auf der Prioritätenliste ankomme, vergingen noch Jahrzehnte. „Dann fahren wir alle nicht mehr Fahrrad“, so Lütke Wenning. Mehr als 60 Projekte stünden weiter vorne auf der Liste, während die Mittel für ein bis zwei Radwege im Jahr reichen würden.

Die einzige Möglichkeit für eine schnellere Umsetzung: Ein Bürgerradweg. Weilinghoff hatte einen gemeinsamen Vorstoß mit der Stadt Gronau angekündigt, will aber zunächst die dortige Bürgermeisterwahl abwarten. Im Falle eines Bürgerradwegs könne es zu einer Kostenbeteiligung des Landesbetriebs von bis zu 80.000 Euro kommen, teilte Lütke Wenning mit. Ein Problem aber bleibe: „Die Autobahnbrücke müsste umgestaltet werden, da die Brückenkappen nicht die erforderliche Breite für einen Radweg haben.“ Für die Nienborger Radfahrer gibt es wohl keine Aussicht auf schnelle Verbesserungen.

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