Nistkasten-Projekt ohne fundierte Evaluation ist nichts Ganzes und nichts Halbes

mlzKlare Kante

In Heek wurden 1000 Nistkästen aufgehängt. Meisen und Co. sollen sich dort ansiedeln und die Larven des Eichenprozessionsspinner fressen. Dazu ein Kommentar.

Heek

, 04.03.2020, 13:52 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine Dezimierung der Giftraupe durch Vögel. Klingt in der Theorie super. Doch glaubt man den Experten, dann darf am Erfolg dieser Aktion gezweifelt werden. Wohlgemerkt, es geht hierbei nicht um den allgemeinen ökologischen Nutzen der Nistkästen. Dieser steht außer Frage. Es geht schlicht darum, ob die Idee als solche funktioniert oder nicht.

Immerhin wurde diese ja auch als „Problemlöser“ lanciert. Und ein Projekt muss sich an seinem Erfolg oder Misserfolg messen lassen. Und wie geht das in diesem Fall? Richtig, mit einer Videoüberwachung – so wie es Dr. Mathias Niesar anregt. Anhand dieser könnten dann Hochrechnungen vorgenommen werden. Es wären valide und lokale Zahlen. Diese helfen natürlich nur, wenn zugleich ermittelt wird, wie viele Nistkästen überhaupt „bezogen“ worden sind.

Es muss noch mehr Zeit investiert werden

Und ja, natürlich ist das mit zusätzlichem Zeitaufwand und Mühen verbunden. Aber ganz ehrlich: Ein Projekt ohne fundierte Evaluation ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Eine bloße Schätzung, ob die Sache erfolgreich war oder nicht, kann da nicht die Lösung sein. Dann kann man es auch gleich lassen.

Stellt sich letztlich die Frage, wie ernst es die Beteiligten, allen voran die Gemeinde als erster Ansprechpartner in dieser Sache, mit diesem Projekt meinen. Übrigens ist eine fundierte Evaluierung ja auch eine Chance. Schließlich könnte es ja auch sein, dass sich die Fachleute geirrt haben und das Fress-Kalkül belegbar aufgeht. Gut wäre das allemal.

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