Offene Fragen zum Energiekonzept der Gemeinde

Auftragsentscheidung vertagt

Eigentlich sind sich alle einig, dass die Gemeinde Heek ein nachhaltiges Energiekonzept braucht. Die Gretchenfrage ist dabei aber nicht nur, welches Konzept verfolgt wird, sondern auch, ob die Gemeinde selbst Betreiber eines Nahwärmenetzes sein könnte. Diese und mehr Fragen will die CDU geklärt haben, bevor der Rat den Auftrag für eine Studie für ein Nahwärmenetz vergibt.

HEEK

, 28.04.2016, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Öffentliche Gebäude wie das Rathaus sollen mit Nahwärme versorgt werden.

Öffentliche Gebäude wie das Rathaus sollen mit Nahwärme versorgt werden.

Das Angebot war so günstig, dass es allein dadurch Fragen aufwarf: 9500 Euro solle eine Studie für die Errichtung eines Nahwärmenetzes nach Angaben der Verwaltung kosten. Der Kriterienkatalog, den sie dazu entwickelt hatte, war der CDU-Fraktion aber zu allgemein gefasst. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir für 9500 Euro etwas Umfangreicheres kriegen als uns schon vorliegt", sagte der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Mario Strehlow.

Noch vor der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch hatte seine Fraktion für die bevorstehende Ratssitzung am 11. Mai einen Fragenkatalog eingereicht, der zunächst beantwortet werden solle. Es gehe zunächst um eine Grob- oder eine Vorplanung, erklärte Bauamtsleiter Herbert Gausling. "Das kann letztlich nur ein Auftakt sein", sagte auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff.

Womöglich ausschreiben

"Wir brauchen eine Umsetzungsplanung und eine Wirtschaftlichkeitsanalyse", forderte Strehlow. Es gehe um ein "belastbares Ergebnis" mit ebensolchen Zahlen. Das sei wohl kaum unter 35000 Euro zu bekommen. Strehlow: "Wir wollen nicht häppchenweise fortschreiten, sondern eine Grundlage für eine Grundsatzentscheidung haben."

Für seine Fraktion stelle sich auch die Frage, ob es sinnvoll sei, das Projekt auszuschreiben. Die Gemeinde müsse dann nicht selbst die Anlagen betreiben. "Wir würden das Risiko nicht tragen - und die Bürger auch nicht." Bewerbe sich keiner, "ist das auch ein Zeichen."

Grundlage für Entscheidung

Bei der SPD, die das Thema schon lange verfolgt und mit einem Impulsantrag auf die Agenda der politischen Gremien brachte, sah man das zunächst anders. Die angepeilte Studie könne als Grundlage für die Entscheidung dienen, "ob wir in die Richtung überhaupt weitermachen", sagte Hermann-Josef Schepers. Auch müsse die Verwaltung entlastet werden. Die Beantwortung der von der CDU eingereichten Fragen würde diese zu sehr beanspruchen, sprang ihm Fraktionskollege Manfred Kösters bei. "Dann müsste das ganze Rathaus mindestens 14 Tage daran arbeiten."

Der Bürgermeister ließ sich indes vom "Knackpunkt Wirtschaftlichkeit" überzeugen, zunächst den Fragenkatalog ab zuarbeiten. "Da mögen Fragen dabei sein, die wir kaum leisten können", sagte er, aber es gebe auch solche , deren Beantwortung "wir für die Konzepterstellung brauchen." Das seien dann Arbeiten, die die Verwaltung ohnehin erbringen muss. Weilinghoff: "Wenn wir konkretere Angaben haben, können wir womöglich die Leistungsbeschreibung optimieren."

Die Gretchenfrage

Der Ausschussvorsitzende Franz Epping (CDU) brachte schließlich die Gretchenfrage auf den Punkt: "Lohnt es sich, den Schritt zu gehen: vom Abnehmer zum Wärmelieferant?" Daran habe bisher niemand gedacht. "Das ist ein eigener Betrieb." Da die Zeit bis zur Ratssitzung nicht reicht, alle Fragen zu klären, vertagte der Ausschuss das Thema einstimmig bis zu seiner nächsten Sitzung am 22. Juni.

Die Fragen der CDU zielen von der Zahl der anzuschließenden Gebäude bis zur Kalkulation für einen Wärmeabgabepreis, außerdem: Verbrauchswerte aus der Vergangenheit sollen demnach erfasst werden, aber auch Alter der Gebäude und bisherige Sanierungen; Prognosewerte zu Biogas und Hackschnitzelbedarf.

 

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