Radfahrer haben viele Möglichkeiten, sich im Straßenverkehr zu schützen. © picture alliance
Verkehr

Polizei: „Radfahrer unterschätzen die Gefahr durch Autofahrer!“

Die Tage sind kürzer geworden. Doch das Rad bleibt ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Und Radfahrer können viel tun, um sich im Straßenverkehr zu schützen. Etwas, das in Heek nicht immer geschieht.

Alle Jahre wieder: Im Winter wird es spät hell und früh wieder dunkel. Doch das Rad bleibt auch in Heek ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Umso wichtiger ist es also, dass Radfahrer auf die Funktionstüchtigkeit ihres Gefährts und die eigene Ausrüstung achten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in Heek die Zahl der Rad- und Pedelecunfälle 2019 angestiegen ist.

Laub, Regennässe, Schneematsch, Glatteis oder eben die Dunkelheit können für alle Verkehrsteilnehmer zur Gefahr werden. Radfahrer sind da keine Ausnahme. Und bei diesen ist die Situation deshalb besonders prekär, weil ein in einen Unfall verwickelter Radfahrer laut Polizei fast immer Verletzungen erleidet. Radfahrer gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern.

Angepasste Fahrweise ist wichtig

Umso wichtiger ist also eine angepasste Fahrweise. Dazu gehören unter anderem ein geringeres Tempo als sonst, ausreichend Abstand, vorsichtiges sowie rechtzeitiges Bremsen und kein wildes Lenken. „Und vor allem sollte alles darangesetzt werden, die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen“, sagt Kreispolizei-Pressesprecher Frank Rentmeister. Und auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht für Radler gibt: Ein Fahrradhelm ist das beste Mittel, um den Kopf vor schweren Verletzungen zu schützen.

Dass alleine die Sache mit der Sichtbarkeit in Heek offenkundig nicht alle so ernst nehmen, hat sich in der jüngeren Vergangenheit nach Beobachtungen der Redaktion nicht nur einmal gezeigt. Im Gegenteil. Selbst auf der Bahnhofstraße waren Radler nach Einbruch der Dunkelheit ohne Licht unterwegs. „Radfahrer bewerten das leider oft falsch“, erklärt der Polizei-Pressesprecher. „Sie selbst sehen ja alles, aber für den Autofahrer ist es schwierig. Radfahrer unterschätzen die Gefahr durch Autofahrer.“

Helle Kleidung erhöht die Sichtbarkeit

Wichtig: Radler sollten vor der Fahrt überprüfen, ob alle Lampen (vorne und hinten) funktionieren und ob das Fahrrad über ausreichend Reflektoren verfügt. Übrigens Dinge, die über die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung geregelt sind. Bei Missachtung kann das Ganze ein Verwarnungsgeld nach sich ziehen. „Und das machen wir nicht aus Spaß. Es dient ausschließlich der Gefahrenabwehr und der Steigerung der Verkehrssicherheit“, so Frank Rentmeister.

Radfahrer sollten zudem helle und/oder reflektierende Kleidung sowie einen Helm tragen. „Alles, was die Sichtbarkeit erhöht, hilft.“ So können auch Reflektoren an Helm und Kleidung angebracht werden. Auch reflektierende Warnwesten sind hilfreich, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

Eltern sollten Räder der Kinder überprüfen

Dass die Sache mit den Rad- und Pedelecunfällen in Heek nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt die so genannte „Verunglücktenhäufigkeitszahl“. Anhand dieser Zahl kann die Kreispolizei Kommunen miteinander vergleichen, obwohl diese unterschiedliche Einwohnerzahlen haben. Errechnet wird dabei ein Wert, der sich immer auf 100.000 Einwohner bezieht.

Für die Dinkelgemeinde lag der Wert 2019 bei 103,7 (2018: 69,1) – ein deutlicher Anstieg. Und die Zahl sagt aus: Bei 100.000 Einwohnern wären 103 Radfahrer in einen Unfall verwickelt gewesen. Und noch etwas gibt Anlass zur Sorge – losgelöst vom Thema Dunkelheit. Denn nach Erfahrungen der Polizei fahren oftmals Kinder mit Rädern, deren Verkehrssicherheit nicht gegeben ist.

Das bestätigte sich übrigens auch bei den Kontrollen, die die Polizei kürzlich im Gebiet der Wache Ahaus durchgeführt hat. Genau deshalb bittet die Polizei die Verkehrsteilnehmer und insbesondere die Eltern der jüngeren Fahrradfahrer eindringlich, die Verkehrssicherheit der Fahrräder herzustellen. Und das natürlich nicht nur in der dunklen Jahreszeit, sondern generell.

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