Prof. Dr. Berthold Wigger (DB) war in der jüngsten Ratssitzung im „Kritik-Modus“ unterwegs. © Schwarze-Blanke
Kreuzschulen-Turnhalle

Prof. Dr. Wigger tadelt Millionen-Projekt und Bürgermeister scharf

Die Sanierung der Kreuzschulen-Turnhalle ist angelaufen. Die Kosten dafür sind höher als kalkuliert. Das rief jetzt Prof. Dr. Berthold Wigger (DB) auf den Plan. Er teilte verbal scharf aus.

Politisch ist die Sache längst beschlossen. Mehr noch: Die Sanierungsarbeiten an der Turnhalle der Kreuzschule sind bereits angelaufen. Die meisten und kostspieligsten Arbeiten sind vergeben. Aber: Die Gesamtkosten steigen. Das rief jetzt Prof. Dr. Berthold Wigger (DB) auf den Plan.

Dass die Wählergruppe Dinkelbündnis von Beginn an gegen die Sanierung und Erweiterung der Halle war, wurde in der Vergangenheit in jeder politischen Sitzung deutlich. Und diesen Standpunkt machte Prof. Dr. Berthold Wigger auch noch mal in der jüngsten Ratssitzung deutlich.

Scharfe Kritik am Projekt

Als „falsches Projekt, am falschen Ort, zur falschen Zeit“ bezeichnete er das Ganze in seiner gewohnten „Dozentenmanier“. Und: „Es ist richtig, dass wir vor Anfang an dagegen waren.“

Danach adressierte Wigger Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Man spreche, so Wigger, ja erwartungsgemäß von etwa 500.000 Euro Mehrkosten. Mit der angehängten Frage, wie man das denn den Bürgern verkaufen wolle.

Die Sanierung der Turnhalle ist angelaufen.
Die Sanierung der Turnhalle ist angelaufen. © Till Goerke © Till Goerke

Wie Berthold Wigger auf diese Zahl kam, ist unklar. Die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen in der Sitzung zeigten eine Differenz von gut 300.000 Euro zwischen Kostenberechnung und derzeitigem Ausschreibungsergebnis. Aktueller Stand: Gut 2,6 Millionen Euro.

So oder so: Wigger forderte Antworten vom Bürgermeister zu dieser Entwicklung ein. Mit dem Nachsatz: „Es scheint, Sie nehmen das auf die leichte Schulter.“ Klare Antwort von Weilinghoff: „Nein, definitiv nicht.“ Nur auf die Entwicklungen auf dem Markt habe die Gemeinde eben keinen Einfluss.

Rauer Ton im Zwiegespräch

Antworten, die dem Finanzexperten Berthold Wigger nicht ausreichten. Er könne ja verstehen, dass nicht jeder die finanzielle Situation durchschaue, aber als im Dezember 2020 über die Kosten gesprochen worden sei, habe man die Corona-Problematik für den Markt schön längst erkennen können.

Der Ton im Zwiegespräch – rau. Sehr rau. Untermauert durch Sätze wie „jetzt rede ich“ bis zu „Sie sind grad nicht dran“. Obendrein gab es Zwischenrufe von Ralf Weichert (DB). Etwas, das eine deutliche Ermahnung des Bürgermeisters nach sich zog.

Ein Blick in die Halle: Wenig erinnert noch daran, dass hier mal Sportunterricht stattfand.
Ein Blick in die Halle: Wenig erinnert noch daran, dass hier mal Sportunterricht stattfand. © Till Goerke © Till Goerke

Dem dann Mario Strehlow (CDU) und Stefan Amshoff (SPD) zur Seite sprangen. Beide adressierten direkt Prof. Dr. Berthold Wigger. Strehlow: „Hören Sie endlich auf, das Projekt zu torpedieren.“ Amshoff: „Herr Professor, Sie beschreiben immer nur Probleme, lösen aber keine.“

Das letzte Wort in diesem Disput – wohlgemerkt, der Tagesordnungspunkt Turnhalle war nur eine Kenntnisnahme – hatte dann der Bürgermeister: „Abgerechnet wird zum Schluss.“

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