Im Ortsteil Nienborg werden zeitnah die Kita-Plätze knapp. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Kinderbetreuung

Rat findet überraschend Lösung für die Kindergartensituation in Nienborg

In Nienborg werden die Kita-Plätze knapp. Und das nicht erst in einigen Jahren. Die Zeit drängt also, eine tragfähige Lösung zu finden. Und eine solche scheint jetzt gefunden zu sein.

Eigentlich sollte der Punkt, der bei der jüngsten Gemeinderatssitzung als Nummer sieben auf der Tagesordnung stand, nur im Vorbeigehen abgehakt werden: Kürzlich noch hatte sich der Arbeitskreis, der aus den möglichen Szenarien für die Lösung der fehlenden Kindergartenplätze in Nienborg das passendste heraussuchen sollte, getroffen.

Die davon erwartete Beschlussempfehlung für den Rat kam dabei allerdings nicht heraus, die CDU-Teilnehmer des Arbeitskreises konnten sich zwischen zwei der fünf Optionen nicht entscheiden und meldeten weiteren Beratungsbedarf an. Nicht mehr als das sollte eigentlich in der Ratssitzung verkündet werden.

SPD drückt auf das Gaspedal

Da aber unterbrach SPD-Fraktionschef Hermann-Josef Schepers das beschauliche Abspulen der Tagesordnungspunkte: „Wir haben uns schon intensiv Gedanken gemacht und sind da schon weiter als die Verwaltung: Wir wollen eine neue Einrichtung in Trägerschaft des DRK. Die Zeit drängt, von uns aus können wir das heute direkt beschließen.“

Bernhard Holtkamp unterstützte für das Dinkelbündnis diesen Vorschlag: „Wir brauchen schnell eine Lösung. Wir haben das ähnlich wie die SPD diskutiert: Wir sollten über einen Neubau im Bereich Hoffstätte sprechen, Träger könnte das DRK werden.“

Es geht auch um die Flexibilität

Elisabeth Voss legte noch einmal die Gründe für das Zögern der CDU dar: „Wir sind mit Blick auf zusätzliche Öffnungszeiten vorsichtig geworden. Zweizügige Kindergärten sind zu klein, um da flexibel zu sein.“ Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff teilte diese Ansicht: „Meine Sorge ist auch, dass ein zweiter Kindergartenträger zwar ein hehres Ziel, ein zweizügiger Kindergarten aber nicht so flexibel sein kann wie ein vierzügiger – der hat einfach mehr Möglichkeiten.“

Carolin Schuckenbrock (DB) brachte ein weiteres Argument ins Spiel: „Dies ist wahrscheinlich die letzte Chance, einen weiteren Träger nach Nienborg zu holen“, wies sie auf das bestehende Monopol der katholischen Kirche als Kindergartenträger hin. Dem schloss sich Hermann-Josef Schepers an: „Ein weiterer Träger schafft Wettbewerb, auch bei der Bereitstellung von Öffnungszeiten.“

Kurze Beratungspause eingelegt

Selbst Walter Niemeyer (CDU) fand ein Argument für diese Option: „Ein Neubau ist sinnvoll, sonst kann später nicht mehr an den bestehenden Standorten erweitert werden“, verwies er auf die begrenzten Ausbaumöglichkeiten in St. Franziskus und St. Peter und Paul. Hermann Kösters (SPD) machte schließlich Nägel mit Köpfen: „Wir wollen auf jeden Fall eine Abstimmung noch heute Abend.“

Obwohl Dinkelbündnis und SPD ohnehin eine Mehrheit gehabt und den Beschluss auch alleine hätten durchbringen können, wurde die Sitzung unterbrochen, damit die CDU-Fraktion sich noch einmal beraten konnte. Schließlich deutete sich bereits an, dass auch sie gerne offiziell ihre Zustimmung geben würde.

Und genauso kam es dann auch: „Wir unterstützen die Idee eines Neubaus unter neuer Trägerschaft und die Einleitung des Auswahlverfahrens dafür“, verkündete Niemeyer nach der Rückkehr im zum Ratssaal umfunktionierten Musikzentrum der Landesmusikakademie.

Damit war die anschließende Abstimmung nur noch Formsache, einstimmig entschieden sich alle drei Fraktionen dafür, die Verwaltung mit den Vorbereitungen zum Bau eines neuen Kindergartens in Nienborg zu beauftragen.

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt