Rolle Rückwärts: Umstrittenes Umspannwerk kommt nach Heek

mlzUmspannwerk in Heek

Der Gemeinderat hat nun doch sein Einvernehmen für das geplante Windenergie-Umspannwerk erteilt. Noch im Dezember hatte der Rat seine Zustimmung einstimmig verweigert.

Heek

, 15.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das umstrittene Umspannwerk, das den Strom aus sieben neuen Windkraftanlagen in Schöppingen ins Netz einspeisen soll, wird auf Heeker Gebiet gebaut. Der Rat hat nun doch das Einvernehmen erteilt, wie Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Nachfrage bestätigte. Das Werk soll auf einem Acker zwischen Düstermühlenweg, Lange Moot und Am Blömerbach entstehen.

„Wir haben uns noch auf Bürgermeister-Ebene ausgetauscht und uns mit dem Betreiber verglichen“, so Weilinghoff. „Es war eine gütliche Einigung.“ Auch der Gemeinderat habe inzwischen das Einvernehmen erteilt.

Darauf hatte im Dezember nichts hingedeutet. Einstimmig hatte der Rat das Einvernehmen für das Bauprojekt verweigert. Dabei gab es massive Kritik an den Plänen der Bürgerwind Schöppingen-Stroönfeld GmbH & Co. KG (BSS). So kritisierten die Ratsmitglieder unter anderem die Nähe des 50 mal 15 Meter großen Umspannwerks zu den Wirtschaftswegen. Auch die optische Erscheinung stieß im Landschaftsbild auf Widerstand. Und schließlich bemängelten Politik und Verwaltung, dass sie viel zu kurzfristig informiert worden seien.

Heeker Politik fühlt sich von geplantem Windenergie-Umspannwerk überrumpelt

Kein Spielraum beim Standort

„Ein Einvernehmen ist so ja offensichtlich nicht möglich“, hatte Weilinghoff damals geurteilt. Wie es nun zum Sinneswandel kam, will er nicht im Detail verraten. Viel Spielraum gab es aber offenbar nicht, vor allem nicht beim Standort. „Der Investor hat nachweisen können, dass es keine Alternativen gibt“, so Weilinghoff.

Dies hatte die BSS auch schon im Dezember erklärt. Einerseits müsse das Umspannwerk nah an einem Hochspannungsmasten stehen, andererseits gebe es auf dem Gelände auch schon Gas- und Stromleitungen. In einem Umkreis von mehreren Kilometern sei der Standort der einzig mögliche, hatte Projektmanager Benjamin Rotherm erklärt. Auch ein nahes Wasserschutzgebiet schränkte die Standortwahl ein. „Der Spielraum reduzierte sich auf null“, bestätigt Weilinghoff.

Begrünung aus der Ferne

„Es war damals relativ kurzfristig eine Entscheidung gefordert“, erklärt er den Ärger im Dezember. „Wir waren auch von den Dimensionen überrascht.“ Danach hätten alle Beteiligten aber noch mal in Ruhe durchgeatmet und sich geeinigt. „Da geht es ja auch um einen Millioneninvest.“ Bedenken über Verkehrsprobleme mit landwirtschaftlichen Gespannen wegen der Nähe zu den Wirtschaftswegen seien ausgeräumt worden.

Was das optische Erscheinungsbild angeht, setzt er auf eine Umkleidung und Begrünung des Werks. „Da gibt es eine klare Vorgabe.“ Allerdings räumt er ein, dass auch dafür der Spielraum „überschaubar“ sei. Denn durch die Nähe zur Straße gibt es kaum Platz für eine Begrünung. Stattdessen sollen entlang der Wege in der Umgebung neue Hecken entstehen, um den Sichteffekt so abzumildern, „dass man es nicht von Weitem sieht“.

„Wir sind nicht glücklich mit dem Standort“, gibt der Bürgermeister zu. „Aber wer A sagt, muss auch B sagen. Alle wollen grünen Strom, aber keiner will ein Umspannwerk vor der Tür.“

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