Der Schöppinger Damm gilt nach Informationen dieser Redaktion als so genannte „Raserstrecke". Sehr zum Unmut vieler Fußgänger und Radfahrer. © Markus Gehring
Verkehr in Heek

Schöppinger Damm: Werden die Raser jetzt gezielt ausgebremst?

Der Schöppinger Damm verläuft südlich von Nienborg bis zur L579. Praktisch schnurstracks geradeaus. Das verleitetet durchaus zur Raserei, wie eine Messung zumindest an einer Stelle belegt.

Mehr oder weniger schnurstracks geradeaus verläuft der Schöppinger Damm südlich von Nienborg bis zur L579. Die Straße wurde nach intensiven politischen Beratungen 2016 saniert. Fuß- oder Radweg? Fehlanzeige. Ebenso gibt es keine Beleuchtung. Auch gilt der Damm als „Raserstrecke“. Noch jedenfalls.

Doch „brettern“ wirklich Autos und Lieferverkehr über die Straße? Das jedenfalls führte das Dinkelbündnis vor einiger Zeit in einem Antrag an die Verwaltung aus. Radfahrer und Fußgänger würden den Damm zwischen Schöppinger Straße und Bült als unsicher empfinden.

Verwaltung führt Tempomessung durch

Auch hörte die Redaktion von mehreren Seiten, dass der gesamte Damm gerne als „Raserstrecke“ genutzt werde. Mittlerweile hat die Verwaltung darum eine Tempomessung durchgeführt.

Vom 6. bis 13. September wurden insgesamt 6457 Fahrzeuge gemessen. Die Durchschnittgeschwindigkeit lag bei 42 km/h, allerdings war der Anteil der Geschwindigkeitsübertretungen mit 20,57 Prozent deutlich. Auch der Anteil des Schwerlastverkehrs war mit gut neun Prozent relativ hoch.

Die Tempomessung (durchgeführt im 50er-Bereich) belegt, dass sich dort jedenfalls nicht alle an das Tempolimit halten.
Die Tempomessung (durchgeführt im 50er-Bereich) belegt, dass sich dort jedenfalls nicht alle an das Tempolimit halten. © Gemeinde Heek © Gemeinde Heek

Haken der Messung: Sie wurde am Ende des Tempo-50-Bereichs durchgeführt. Dort, wo das Maximaltempo von 100 km/h gilt, wurde nicht gemessen. Wie es dort um die Raserei steht, ist unklar. Fakt ist aber, dass auf einem Wirtschaftsweg Tempo 100 zulässig ist, da es eine außerörtliche Straße ist.

An diesem Punkt hakte im jüngsten Bauausschuss Heinz Schlichtmann (DB) nach: „Kann es nicht ganz bei 50 Stundenkilometern bleiben?“ Eine Frage, die der Ausschussvorsitzende Hermann-Josef Schepers (SPD) wie folgt beantwortete: „Der Kreis gibt keine Tempobegrenzung auf Wirtschaftswegen aus.“

Ortsschild verstellen ist nicht möglich

Dazu muss man ebenfalls wissen, dass Schöppinger Straße (innerorts) und Schöppinger Damm (außerorts) zwei Paar Schuhe sind. Auf die Frage aus Reihen der Lokalpolitik, ob man dann nicht einfach das Ortseingangsschild, das ja Tempo 50 vorgibt, verschieben könne, gab es seitens der Verwaltung eine Absage.

Das sei nicht einfach mal so eben möglich, erklärte Bauamtsleiter Herbert Gausling. „Das ist sehr problematisch, denn es fehlt ja dort die dafür nötige Bebauung.“

Und jetzt passiert nichts? Jein. Einstimmig beschloss der Ausschuss, dass die Verwaltung prüfen solle, ob etwa Bodenschwellen möglich sind, die das Tempo an entsprechenden Stellen zwangsläufig reduzieren würden. Ohne Schild.

Die Gespräche mit dem Kreis Borken als Straßenverkehrsbehörde werden letztlich Aufschluss darüber geben, ob und was auf dem Schöppinger Damm möglich ist, um die Raser etwas auszubremsen. Oder auch nicht.

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