Schützenverein Averbeck: Kutschentour statt Kaiserschießen

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Die Averbecker Schützen hätten an Fronleichnam ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert. Corona kam dazwischen. Ein kleiner Ersatz war die Kutschfahrt des Kaiserpaares – mit kleinen Geschenken.

von Andreas Bäumer

Heek

, 12.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schützenverein Averbeck hat für das 175-jährige Bestehen und das Kaiserschießen in diesem Jahr viel vorbereitet: In vier Jahren hat sich der Festausschuss 25 mal getroffen. Die Festschrift und eine Schmuckwand für das Schützenzelt wurden gestaltet.

Die Kette für den neuen Kaiser ließ man aufarbeiten. Für die neue Kaiserin wurde eine neue Krone gefertigt, so berichtet Präsident Herbert Gausling.

Jubiläum auf 2022 verschoben

Doch das für den Donnerstag geplante Jubiläum wurde auf 2022 verschoben. Einige Vorbereitungen wurden dann doch gemacht: Röschen drehen, Traktoren schmücken, Kutschen organisieren.

Das Throngefolge des Kaiserpaares: Links Elfriede und Heinrich Ostendorf, rechts Mechthild Bendfeld und Eugen Uphues.

Das Throngefolge des Kaiserpaares: Links Elfriede und Heinrich Ostendorf, rechts Mechthild Bendfeld und Eugen Uphues. © Andreas Bäumer

Denn um trotzdem Gemeinschaft zu leben, setzten sich Kaiserin Maria Alfert, Kaiser Wilhelm Samberg und ihr Throngefolge in zwei Kutschen und durchfuhren Averbeck. Die beiden sind bereits seit 25 Jahren auf dem Thron. Im Gepäck hatten sie diverse Getränke.

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Das Wetter war mild. Die Traktoren vor den Kutschen – Oldtimer aus den 60ern –tuckerten. Huldvoll grüßten Kaiserpaar und Throngefolge Radfahrer und Anwohner. Manch ein Horrido erklang. Gut 200 Mitglieder hat der Schützenverein Averbeck, einige wohnen am Weg der Kutschen.

Auf der Rückfahrt empfangen Enkel und Nachbarskinder das Kaiserpaar mit Blumen und dürfen auf der Kutsche mitfahren.

Auf der Rückfahrt empfangen Enkel und Nachbarskinder das Kaiserpaar mit Blumen und dürfen auf der Kutsche mitfahren. © Andreas Bäumer

Das erste Ziel war ein Treffen bei Karl-Heinz Bröker, Mitglied des Festausschusses. Schützenbrüder und ihre Frauen feierten hier und unterhielten sich. Sie freuten sich über die Gemeinschaft und den Besuch des Kaiserpaares. Kaiser Wilhelm Samberg bedauerte in einer Ansprache den Ausfall des Schützenfestes und schloss mit einem dreifachen Horrido.

Die Frage, wie man in Corona-Zeiten korrekt feiert, fand verschiedene Antworten unter den Anwesenden, aber definitiv keine letztgültige und einigende.

Ehrenrunde gedreht

Das nächste Ziel war der Schützenplatz mit der Schirmschoppe. Dort drehten Kaiserpaar und Throngefolge eine Ehrenrunde in ihren Kutschen über die ungemähte Wiese. Um 17 Uhr an diesem Tag hätte hier das Vogelschießen stattgefunden.

Ein geschmückter Traktor für das Kaiserpaar

Ein geschmückter Traktor für das Kaiserpaar © Andreas Bäumer

Auch bei Präsident Herbert Gausling hatten sich Nachbarn getroffen und empfingen Thron und Throngefolge mit Salutrufen. Auch hier hielt der Kaiser ein kurze Rede. Kinder mit Blumen und ein schnell improvisierter roter Teppich empfingen Kaiserin und Kaiser auf dem Weg zum Ausklang im Sambergschen Garten.

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