Segen für Pony, Hund und Co.

Tiersegnung in Heek

Hunde, Kaninchen und Pferde auf dem Kirchhügel – ein ungewohnter Anblick. Viele waren mit ihren Lieblingen zu einer echten Premiere gekommen.

HEEK

von von Susanne Menzel

, 05.10.2017, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war sein erster Gedanke am Morgen, „ich hätte jetzt alles an Tieren schon gesehen, als mir eine Spinne und eine Raupe über den Weg liefen. Aber das hier übertrifft es doch bei Weitem“, scherzte Pfarrer Josef Leyer mit Blick in die Runde. Groß und Klein, Jung und Alt, mit Hunden, einem Kaninchen, ja sogar mit einem Pony und einem Pferd waren zur ersten Tiersegnung am Mittwochabend an die Ludgeruskirche gekommen.

Die Frage nach dem Ort – drinnen oder draußen – war angesichts der Vielzahl und imposanten Größe der Vierbeiner für den Liturgiekreis mit Anja Bendfeld, Andrea Sundermann, Annette Homölle und Pfarrer Leyer schnell geklärt: „Wir bleiben vor den Kirchentoren und halten den Wortgottesdienst hier auf dem grünen Rasen ab.“

An der frischen Luft

Eine weise Entscheidung, denn wo die Menschen andächtig der Kyrie, der Lesung oder dem Segensgebet lauschten, wollten vor allem die Hunde lieber mit ihrem Artgenossen eine Runde an der frischen Luft herumtollen. Und so wurde die Veranstaltung immer mal wieder durch ein Bellen und ein leise gezischtes „Ruhe – und jetzt aber ganz schnell Platz!“ unterbrochen.

Pfarrer Josef Leyer allerdings ließ sich durch dieses doch recht ungewöhnliche „Publikum“ nur wenig aus der Ruhe bringen. „Die Idee zu dieser Tiersegnung kommt aus dem Liturgiekreis. Das hier ist eine Premiere und wir wollen schauen, wie es ankommt.“ Die Antwort kam postwendend noch direkt an Ort und Stelle: „Ich finde das toll“, bekräftigte die achtjährige Letitia, die mit ihrem Kaninchen „Pummelchen“ im Weidenkorb gekommen war.

Bellen und Wiehern

Auch die vierjährige Hannah, in voller Reitermontur auf dem 20-jährigen Pony „Bilona“, strahlte übers ganze Gesicht. Papa Thomas Münstermann hatte den Nachwuchs hoch zu Ross kurzerhand an den Führstrick genommen und war mit beiden zum Kirchplatz marschiert: „Wir wohnen in der Nachbarschaft. Da habe ich mir gedacht: Bei solch einer Aktion mache ich mit.“

Und die 13-jährige Hedda hatte mit ihrem Knapstrupper „Waheeda“ noch eine ganz andere Überlegung im Hinterkopf: „Mein Pferd ist noch sehr jung und wird jetzt ganz langsam von mir eingeritten. Da kann ein bisschen Segen für uns beide nicht schaden.“ Zufrieden waren Mensch und Tier letztlich allemal. Die Vierbeiner bellten und wieherten um die Wette, die Zweibeiner nutzten die Gelegenheit nicht nur zum kurzen Erfahrungsaustausch, sondern konnten am Welttierschutztag auch den Gedanken des Heiligen Franz von Assisi zustimmen, dessen Gedenktag die katholische Kirche ebenfalls am 4. Oktober feierte. Er sah die Welt als Spiegel von Gottes Güte und nannte alle Geschöpfe „Bruder“ und „Schwester“.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt