Sieben Lauben-Einbrüche in Folge: Manfred Pieper (54) am Boden zerstört

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Manfred Pieper investiert viel Zeit in seinen kleinen Schrebergarten in der Stiege. Doch Unbekannte torpedieren seine Arbeit. Sieben Einbrüche in den vergangenen sieben Monaten sagen alles.

Heek

, 09.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Idyllisch liegt der Schrebergarten von Manfred Pieper (54) in der Stiege. Vom Marktplatz aus kommend direkt auf der rechten Seite. Mit viel Liebe zum Detail hat der 54-Jährige sein kleines Paradies hergerichtet. Ein Ort zum Wohlfühlen. Eigentlich. Doch die Realität sieht anders aus. Der Grund: Unfassbare sieben Einbrüche in seine Laube musste Manfred Pieper jetzt schon verkraften. In nur gut sieben Monaten.

„Ich kann nicht mehr. Ich bin mit den Nerven am Ende. Es tut einfach im Herzen weh“, gibt der 54-Jährige im Gespräch mit der Redaktion Einblick in sein Seelenleben. Manfred Pieper muss einmal tief Luft holen, ehe er fortfährt. „Ich fahre jedes Mal mit einem mulmigen Gefühl zu meinem Garten. Die Angst, dass wieder etwas passiert ist, werde ich nicht mehr los.“

Der jüngste Einbruch ereignete sich in der Nacht auf den 6. Juni

Genauso war es auch am zurückliegenden Samstag (6. Juni). „Als ich am Morgen nach der Spätschicht zum Garten bin, habe ich schon am offenen Gartentor geahnt, dass wieder jemand eingebrochen ist.“ Am Tag zuvor sei er noch abends im Garten gewesen. Der oder die Täter kamen also im Schutz der Dunkelheit. „Sie haben wieder alles durchwühlt“, berichtet der 54-Jährige. Beute? Vier Pfandflaschen im Wert von einem (!) Euro.

Die Tür zur Laube traten der oder die Täter im November 2019 einfach aus den Angeln. Manfred Pieper hat sich bisher nur notdürftig repariert.

Die Tür zur Laube traten der oder die Täter im November 2019 einfach aus den Angeln. Manfred Pieper hat sich bisher nur notdürftig repariert. © Till Goerke

Wertsachen gebe es keine in der Laube, versichert Manfred Pieper. Der materielle Schaden sei auch nicht das große Problem, sondern die emotionale Belastung. „Das Sicherheitsgefühl geht verloren. Der Frust ist enorm.“ Wie groß der Frust tatsächlich ist, zeigt sich in der Tatsache, dass Manfred Pieper nicht mal mehr die Tür der Laube abschließt oder zusperrt. „Was würde es mir bringen? Die Täter würden sie nur wieder zerstören.“ So wie November 2019.

Ein Stromanschluss fehlt derzeit noch

Großes Problem: Aktuell hat der 54-Jährige, der die Fläche von privat gepachtet hat, noch keinen Stromanschluss. Der Garten und auch der Bereich davor ist somit stockdunkel. „Es ist für mich leider zu teuer, wenn die Westnetz extra ein Kabel legen würde.“ Und so fehlen derzeit Bewegungsmelder und eine Alarmanlage.

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Davon ab: Wer macht so etwas? „Eine Gartenlaube ist nicht das typische Ziel eines Profis“, stellt Kreispolizei-Pressesprecher Frank Rentmeister auf Anfrage klar. „Vielleicht sind es Jugendliche, die Langeweile haben“, mutmaßt Manfred Pieper. Feinde, die einen persönlichen Rachefeldzug gegen ihn führen, habe er nicht.

Die Anzeige hat bisher kein Erfolg gebracht

Angezeigt hat der 54-Jährige die Einbrüche, aber die Sache sei von der Staatsanwaltschaft vorläufig eingestellt worden. „Es ist schon traurig, dass da nichts bei rumkommt.“ Aber ist die Polizei wirklich machtlos in diesem Fall?Pressesprecher Frank Rentmeister erklärt: „Wir sind kein Polizeistaat. Fakt ist, dass wir nicht alles verhindern können.“

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Etwas, das ein bisschen Mut macht, ist die Tatsache, dass die Polizei die Ermittlungen jederzeit wieder aufnehmen kann. „Sobald es neue Anhaltspunkte gibt“, so Frank Rentmeister. Dass die Polizei auch in der Stiege Streife fahre, hatte die Pressestelle schon vor Monaten mitgeteilt. Bilder aus einer Überwachungskamera seien zusätzlich für die Ermittlungen sehr hilfreich.

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Genau deshalb denkt Manfred Pieper derzeit auch über eine stromlose Alternative nach – eine Wildtierkamera. Je nach Ausführung übertragen diese sogar Bilder direkt aufs Smartphone. Ein gutes Versteck sei dabei das Zauberwort. Und er hofft sehnlichst auf brauchbare Hinweise von Zeugen, die der Polizei weiterhelfen. So oder so: „Das ganze Trauerspiel muss aufhören. Ich weiß nicht, wie lange ich das sonst noch aushalten kann.“

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