Sparen an der Sauberkeit in den Schulen?

Diskussion im Schulausschuss

Der Antrag der SPD wirbelte einigen Staub auf: 112000 Euro stehen im Haushaltsplan für die Reinigung der drei Heeker Schulen. Mit der Qualität der an eine externe Firma vergebenen Arbeiten aber sei keine der Schulen zufrieden. Die Forderung der SPD im Schulausschuss daher: mehr Qualität oder "eine andere Lösung".

Heek

, 13.02.2017, 18:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sparen an der Sauberkeit in den Schulen?

Putzen in der Schule – wie auf diesem Foto – ist auch in der Gemeinde Heek ein Dauerthema.

Immer wieder gebe es Klagen seitens der Schulleitungen über die Qualität der Reinigung, führte SPD-Fraktionsführer Reinhard Brunsch aus. Er bezweifle außerdem, dass sich die derzeitige Lösung rechne. "Die Aussage, dass das eine kostengünstige Lösung ist, ist für unsere Fraktion nicht unbedingt schlüssig", erklärte er im Schulausschuss, wo das Schulbudget 2017 zur Beratung vorlag.

Besser durch eigene Kräfte

Reinhard Brunsch rechnete vor, dass das Budget pro Reinigungskraft bis zu 800 Euro im Monat ausmache, "wenn wir davon ausgehen, dass die beauftragte Firma nur geringfügig Beschäftigte einsetzt und Gewinn machen will." Das mache pro Reinigungskraft etwa 7000 bis 8000 Euro im Jahr. "Dann könnten ohne Weiteres zwölf bis 15 Mitarbeiter beschäftigt werden." Die Schlussfolgerung liege nahe, dass die Reinigung besser wieder durch eigene Kräfte zu bewältigen sei.

Beratungsbüro hat geprüft

"Das ist ein Dauerthema", gestand Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff ein. Die Gemeinde habe aber die Ausschreibung und die Kosten für die Reinigung 2015 durch ein Beratungsbüro prüfen lassen. Ergebnis: "Im interkommunalen Vergleich stehen wir nicht schlecht da, mit dem Preis, den wir da zahlen." Seines Wissens gebe es so gut wie keine Kommune in der Region mehr, die die Reinigung der Gebäude nicht an einen externen Dienstleister vergeben habe.

CDU-Fraktionsführer Walter Niemeyer erinnerte daran, dass die Schulreinigung früher durch eigene Mitarbeiter erledigt worden war. "Das ist im wesentlichen geändert worden, um Kosten zu sparen", sagte er. "Es ist ja auch die Frage, ob eigene Kräfte das besser machen." "Der entscheidende Faktor ist die Anzahl der Stunden, die eingesetzt werden", erklärte Amtsleiter Jürgen Lammers. Man habe seinerzeit nicht den günstigsten Anbieter genommen, "sondern den vermeintlich besten."

Missstände treten phasenweise auf 

Rückfragen bei den betroffenen Schulen bestätigen indes die von Brunsch beklagten Missstände. "Das tritt immer phasenweise auf", sagte Kirsti Döbertin gestern. Die Leiterin der Alexander-Hegius-Grundschule führte etwa die jährliche Grundreinigung in den Sommerferien an. "Da haben wir immer zu kämpfen", sagte sie auf Anfrage. Aber auch aktuell tun sich Probleme auf. "Ich kann nicht verstehen, dass in den Wintermonaten nicht häufiger gewischt wird, wenn da 25 Kinder mit dreckigen Schuhen durchlaufen", sagte sie mit Blick auf die Klassenräume.

"Was mir schon auffällt, ist dass da wenig Konstanz im Personal ist", sagte Bernadette Nabers, Leiterin der Bischof-Martin-Schule. Wenn jemand ausfalle, müsse die Kraft, die da sei, das auffangen. Martina John sprach gar von einer "Never-Ending-Story". Die Leiterin der Kreuzschule hat "immer das Gefühl, dass die nicht fertig werden können." Den Reinigungskräften selbst will sie dabei keine Vorhaltungen machen. "Die tun mir leid", sagte sie. Offenbar reiche oft das Kontingent an Stunden nicht, das den Leuten vor Ort zur Verfügung stehe. Außerdem gebe es offenbar ein Problem bei der Einstellung mancher Verantwortlicher bei der Reinigungsfirma. "Wenn ich von einem Objektleiter als ‚pingelig' bezeichnet werde, weiß ich auch nicht mehr weiter", so Martina John. "Ich möchte gerne eine aufgeräumte Schule", sagte sie. Dabei würden selbstverständlich auch die Kinder mit einbezogen, schon aus pädagogischen Gründen. Aber das aktuelle Konzept stimme für sie nicht. "Eigene Kräfte: Das wäre ein Traum für mich."

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