Tückisches Stadium erreicht: Erste Gift-Raupen in Heek gesichtet

mlzEichenprozessionsspinner

Letztlich war es nur eine Frage der Zeit. Jetzt ist es soweit. Die ersten Eichenprozessionsspinner sind in Heek aufgetaucht. Und die Raupen haben bereits das tückische Stadium erreicht.

Heek

, 20.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war nur eine Frage der Zeit. Experten hatten bereits vor Wochen gewarnt, dass dieses Jahr mit Blick auf die Population des Eichenprozessionsspinners kein einfaches werden wird. Und jetzt sind die ersten Prozessionen der Giftraupe auch tatsächlich in Heek gesichtet worden. Obwohl die Raupen noch wandern, sind sie schon gefährlich.

Abstand halten und einen großen Bogen drumherum machen, sind schon jetzt die Zauberwörter an einigen Stellen in der Dinkelgemeinde. Gleich mehrere Fälle der so genannten Prozessionen sind der Gemeindeverwaltung bisher gemeldet worden, wie Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Anfrage sagt. Unter anderem am Dinkelweg ist die Giftraupe aufgetaucht.

Die Raupen haben bereits ihre Brennhaare ausgebildet

Und Vorsicht: Die Raupen befinden sich bereits im dritten Larvenstadium. Das heißt, die gefährlichen Brennhaare sind ausgebildet. Und diese Haare haben es in sich. Sie können eine allergische Reaktion auslösen. Unangenehmer Juckreiz, Hautentzündungen, Schwellungen wie bei einem Insektenstich können ebenso die Folge sein wie Augenreizungen und Bindehautenzündungen.

Am Dinkelweg gilt es aufzupassen: Die Giftraupe wandert dort herum.

Am Dinkelweg gilt es aufzupassen: Die Giftraupe wandert dort herum. © Vera Lammers

Werden Brennhaare eingeatmet, kann das zu einer Reizung der oberen Atemwege führen. Bei Menschen, die auch sonst Probleme mit Allergien haben, kann ein Kontakt auch zu Atemnot führen. Bronchitis, schmerzhafter Husten und Asthma können die Folge sein. Und auch für die Tiere sind die Brennhaare gefährlich.

Die Gemeinde setzt auf einen Abwehrmix

„Uns sind die Fälle bekannt. Wir werden jetzt sehr zeitnah das weitere Vorgehen besprechen“, sagt der Bauamtsleiter. Dabei stellt sich letztlich immer die Frage, was verhältnismäßig ist. Zur Erklärung: In sensiblen Bereichen wie in der Nähe von Kitas, Schulen, Spielplätzen sowie Rad- und Fußwegen hat eine Spezialfirma die Eichen mit einem Biozid behandelt. Eine präventive Maßnahme. Zudem hängen im Gemeindegebiet hunderte Fallen und Vogelhäuser.

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Die Gemeinde setzt wie schon im letzten Jahr auf einen Abwehrmix und lässt sich diesen satte 40.000 Euro kosten. Zum Vergleich: Legden veranschlagt für die EPS-Bekämpfung mal gerade 10.000 Euro. „Wir nehmen die Sache sehr ernst. Wie gut die einzelnen Maßnahmen greifen, wird sich zeigen“, so Herbert Gausling.

Das Absaugen von Gespinsten ist nicht überall möglich

Zum Abwehrmix gehört übrigens auch das Absaugen – ebenfalls durch Fachfirmen. „Solange die Raupen noch wandern, ist das sehr schwierig“, erklärt der Bauamtsleiter. Die zielgerichtete mechanische Entfernung sei am effektivsten, wenn sich die Raupen in den Gespinsten verpuppen und immobil sind. „Das dürfte sehr bald so weit sein.“

Mit diesen Fallen, wie hier an einer Eiche im Stiegenpark, will die Gemeindeverwaltung die Giftraupen-Plage unter anderem eindämmen

Mit diesen Fallen, wie hier an einer Eiche im Stiegenpark, will die Gemeindeverwaltung dies Giftraupen-Plage unter anderem eindämmen. Die Fallen feiern in diesem Jahr in Heek ihre Premiere. © Till Goerke

Doch klar ist auch: Überall kann die Gemeindeverwaltung nicht dafür sorgen, dass alle Gespinste abgesaugt werden. Letztlich ist es eine Kostenfrage. Denn jedes Mal muss dafür eine Fachfirma anrücken. „Und es geht auch um Kapazitäten bei den Firmen“, so der Bauamtsleiter. Schließlich ist Heek nicht die einzige Kommune, die mit der Giftraupe zu kämpfen hat. Auf Privatflächen ist ohnehin der Eigentümer zuständig. Oder auch nicht.

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Gemeindeverwaltung hofft auf Verständnis der Bürger

„Es wird in den kommenden Wochen nicht besser werden. Das ist klar. Wir erhoffen uns bei den Bürgern Geduld und Verständnis. Wir tun, was wir können, aber überall können wir einfach nicht absaugen“, hebt der Bauamtsleiter hervor.

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Übrigens ist das Markieren von befallen Bäumen, etwa durch Flatterband oder Schilder, durch Privatpersonen zwar gut gemeint, doch muss dies natürlich in Absprache mit dem Eigentümer erfolgen. Davon ab kann natürlich jeder Befall zur Sicherheit der Gemeindeverwaltung gemeldet werden.

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