Die Kostenspirale für die Erweiterung der Kreuzschulen-Turnhalle dreht sich weiter. © Till Goerke
Kreuzschule Heek

Turnhallen-Erweiterung: Kostenspirale dreht sich kräftig weiter

Die Erweiterung der Kreuzschulen-Turnhalle kostet aktuell gut drei Millionen Euro. Eine Million mehr als mal geplant. Und die Kostenspirale dreht sich weiter. Der Markt ist überhitzt.

Viele Jahre dauerten die Planungen und Diskussionen. Ende 2020 fiel die politische Entscheidung, die Turnhalle der Kreuzschule zu einem Kultur- und Sportzentrum umzubauen. Gut drei Millionen Euro standen dafür bisher im Raum. Doch dabei wird es nicht bleiben.

Stahl, Holz, Dämm- und Kunststoffe oder Farbe – den Baufirmen in Deutschland geht das Material aus. Das treibt die Preise in die Höhe. Problematisch für Firmen und Bauherren. Der Mangel deutete sich bereits Ende des vergangenen Jahres an und schlug Anfang 2021 richtig durch.

Verwaltung rechnet mit Kostensteigerung

Als die Konjunktur in China und in den USA wieder anlief, stieg die Nachfrage schneller, als die Kapazitäten wieder hochgefahren werden konnten. Fachleute sprechen zudem vom „Klopapiereffekt“. Viele Unternehmen horten Material. Alles Dinge, die jetzt auch die Gemeinde Heek im Geldbeutel zu spüren bekommt.

„Wir müssen mit einer klaren Kostensteigerung rechnen“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage. Wie viel genau, dazu macht der Bürgermeister keine Angaben. Das Dinkelbündnis (DB) warf allerdings während der jüngsten Ratssitzung die Zahl 45 Prozent in den Raum.

Dinkelbündnis will Notbremse ziehen

„Bei einer solchen Kostensteigerung gegenüber der Planung sind wir an einem Punkt, wo wir die Notbremse ziehen sollten“, forderte darum der DB-Fraktionsvorsitzende Bernhard Holtkamp.

Ursprünglich waren übrigens rund zwei Millionen inklusive 841.000 Euro Fördergelder für das Projekt veranschlagt. Der Eigenanteil der Gemeinde betrug so mal gut 1,3 Millionen Euro. Doch im Juni 2020 der Schock: Mehrkosten von einer Million Euro ploppten auf – unter anderem wegen des notwendigen Brandschutzes. Mehrkosten, die die Gemeinde tragen muss. Ebenso wie jene, die jetzt durch den überhitzten Markt entstehen.

Wurden erste Arbeiten vergeben?

Wie das Dinkelbündnis jedoch auf die 45 Prozent kommt, ist unklar. Bürgermeister Weilinghoff relativiert diese Zahl zudem: „Den Wert halte ich für aus der Luft gegriffen.“ Dass es teurer wird, stehe allerdings fest. „Wir können die Arbeiten nur ausschreiben und dann das günstigste Angebot nehmen“, verdeutlicht Weilinghoff. „Und jetzt ein solches Projekt, das ich nach wie vor an der Stelle für genau richtig erachte, wegen der Entwicklung auf dem Markt zu stoppen, halte ich für den falschen Weg.“

Wurden also bereits Rohbauarbeiten oder Dachdecker- und Verputzarbeiten für die Turnhalle vergeben? Ja, im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung, wie der Bürgermeister berichtet. „Wir wollen die Schule und den Schulsport stärken.“

Der genaue Zeitplan ist noch unklar

Damit ist auch klar, dass das Ansinnen des Dinkelbündnisses, die Erweiterung der Turnhalle zu einem Kultur- und Sportzentrum wegen der Kosten auf Eis zu legen, im Rat kein Gehör fand. Zuvor hatte die Wählergruppe bereits mit einem Ratsbügerentscheid den Versuch unternommen, das Projekt zu stoppen. Vergeblich.

Wie sich die Entwicklung auf dem Weltmarkt derweil auf den Zeitplan auswirkt, wird sich noch zeigen müssen. Viele Gewerke greifen bei der Errichtung eines Bauwerks ineinander. Steht ein Gewerk still, kann es dazu führen, dass andere nicht weiterarbeiten können und die Baustelle im schlimmsten Fall ruht.

So weit ist es in Heek natürlich noch nicht. Nur wann geht es los? „Schon bald“, wie der Bürgermeister sagt. Vorzugsweise in den Sommerferien. Und zunächst wohl nicht an der Halle, sondern auf dem Schulhof. Das neue Multifunktionsfeld soll errichtet werden. Natürlich auch eine Ausgleichsfläche, wenn die Halle selbst während des Umbaus nicht zur Verfügung steht.

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