Üben für den Großen Zapfenstreich

Musikverein Heek

„Serenade!“ Es dauert eine ganze Weile, bis das Kommando zum Höhepunkt des Abends fällt. Gar nicht so einfach, so ein Großer Zapfenstreich. Schließlich ist es für die meisten das erste Mal, dass sie flankiert von Fackel- und Fahnenträgern in geordneter Formation ihre endgültige Position finden müssen, um auf dem Platz vor der St.-Ludgerus-Kirche den Großen Zapfenstreich zu spielen.

HEEK

, 18.08.2017, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Mitglieder des Musikvereins Heek, der am 2. und 3. September sein 125-jähriges Bestehen feiert, sind aber genau diese 20 Minuten, die das Zeremoniell traditionell dauert, der Höhepunkt des Wochenendes, des gesamten Jahres und für manchen vielleicht sogar des gesamten Musikerlebens.

Also wird beraten: Wie teilen sich die Fackelträger auf? Wohin mit den Fahnen? Wo ist der ideale Links-Schwenkt- Punkt? Und es wird geprobt – immer wieder: „Großer Zapfenstreich – stillgestanden!“, kommandiert Hauptmann Richard Wierling über den Platz, als alle da stehen, wo sie laut „Prinzipskizze Zapfenstreich B“ stehen sollen.

Der Vorsitzende Willi Terwolbeck muss die Skizze mit dem Plan für die Aufstellung der beteiligten Gruppen und die Aufstellung auf dem Kirchenvorplatz immer wieder hervorholen. Immer wieder stecken er, der Bataillonsführer Richard Wierling von den Ludgerusschützen, Tambourmajorin Heike Bröcker vom Spielmannszug und Flügelhornist Martin Klümper die Köpfe zusammen, um die Choreografie zu diskutieren.

Platzmangel

Wenn bloß der Platz etwas größer wäre – Dirigent Franz Epping und der Schellenbaumträger kommen mit den Hinterleuten des Spielmannszugs ins Gehege. Dabei ist der zur Generalprobe noch gar nicht vollzählig angetreten.

Martin Klümper wuselt zwischen den Gruppen hin und her, markiert Schwenkpunkte, verteilt Positionen und erklärt einzelnen Musikern, wo sie am Ende zu stehen haben: Dann, wenn Richard Wierling die Hände an die Hosennaht presst, zum Ehrenpodest hin salutiert und mit Hauptmanns-Stimme meldet: „Verehrter Herr Vorsitzender, ich melde den Großen Zapfenstreich zum 125-jährigen Jubiläum des Musikvereins Heek!“ Und dann das Kommando für die Wunschmusik, die Willi Terwolbeck an diesem Abend hören möchte: „Serenade!“ Spielmannszug, Schützenvereine, Fahnenabordnungen, die Fackelträger von der Feuerwehr und natürlich die Mitglieder des Musikvereins reagieren prompt. Musik erklingt, und die Schaulustigen, die sich rund um den Platz versammelt haben, bekommen eine Kostprobe.

Sternmarsch

Rund 350 Männer und Frauen sind am Großen Zapfenstreich beteiligt. Für Aufstellung und Aufmarsch nach der Messe wird sogar die Ortsdurchfahrt gesperrt. Beim Sternmarsch werden es an die 1000 Teilnehmer sein. Ohne minutiöse Planung undenkbar: Seit 2013 bereiten sich die Musiker auf das Großereignis vor, mit dem sie ein ganzes Wochenende lang ihr Jubiläum begehen. Ein eigens gegründeter Festausschuss hat Sponsoren aktiviert, Verhandlungen über das fürs Jubiläum komponierte Stück geführt, hat in Chroniken gewühlt, für neue Uniformen gesorgt, über Grafiken für Plakate und Flaggen gebrütet und sich mit Banner- und Fahnenwerbung auseinandergesetzt.

„Das Problem ist: Das ganz normale Programm läuft parallel weiter“, erklärt Willi Terwolbeck. Sprich: Die Musiker sind wie gewohnt bei kirchlichen Festtagen, Umzügen, Prozessionen, Schützenfesten gefragt und gefordert. Jetzt, wo es aufs Festwochenende zugeht, steigt bei allen die Aufregung. 

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