Die Kindertagesstätten in Castrop-Rauxel sind in einem „eingeschränkten Pandemiebetrieb“. Eltern entscheiden selbst, ob die Kinder hingehen, werden aber gebeten, sie möglichst selbst zu betreuen. © Anne Eckrodt
Kinderbetreuung

Überraschende Wahl: Träger für neue Nienborger Kita gefunden

Eigentlich schien es schon alles klar: Die dringend benötigte neue Kita in Nienborg wird in die Trägerschaft des DRK übergeben. Doch was sich abzeichnete, wurde dann doch kurzerhand gekippt.

Eigentlich schien es schon als eine Art Naturgesetz: Die dringend benötigte neue Kita in Nienborg wird in die Trägerschaft des DRK übergeben. Schließlich hatte die katholische Gemeinde bereits verkündet, dass sie eher widerwillig weitere Gruppen einrichten würde.

Und nach den jüngsten Erfahrungen in anderen Orten der Umgebung schien es sehr unwahrscheinlich, dass sich noch ein weiterer Interessent für die Trägerschaft melden würde. Doch es zeigte sich, dass dies eine Fehleinschätzung war. Darum steht jetzt eine Premiere bevor.

Outlaw GmbH wirft Hut in den Ring

Denn unerwartet warf auch die Outlaw gGmbH ihren Hut in den Bewerbungsring – und bekam auch prompt den Zuschlag für die Einrichtung der neuen Kita in Nienborg. Im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat sich einstimmig für diesen neuen Träger ausgesprochen. „Das war ein interessantes Angebot, vor allem was die Öffnungszeiten angeht“, sagt SPD-Fraktionschef Hermann-Josef Schepers.

Am 27. Januar hatte sich Outlaw einem Gremium aus Ratsvertretern, Gemeindeverwaltung, Kreis-Jugendhilfeausschuss und Kreisjugendamt vorgestellt. „Die Outlaw gGmbH bietet von Haus aus andere Öffnungszeiten an, das DRK hätte die gleichen wie in Heek – das ist weniger“, spricht Schepers einen Punkt an, der schon im Vorfeld allen Fraktionen wichtig war.

Outlaw-Konzept gibt den Ausschlag

Auch der CDU. „Wir haben immer schon gesagt, dass wir uns flexiblere Öffnungszeiten wünschen“, sagt Fraktionsvorsitzender Walter Niemeyer mit Blick auf die beiden Träger der Heeker und Nienborger Kindertagesstätten, Kirchengemeinde und DRK.

Aber auch sonst habe das Outlaw-Konzept den Ausschlag gegeben. „Das war sehr ausführlich und beeindruckend, alle Arbeitskreis-Mitglieder waren davon angetan. Wir sind sehr zufrieden damit, diese Lösung gefunden zu haben.“

„Die Entscheidung fiel leicht“, beschreibt auch Bernhard Holtkamp für das Dinkelbündnis. Der neue Träger habe sich bei der Vorstellung sehr überzeugend präsentiert und auch für seine Fraktion seien die flexiblen Öffnungszeiten ein wichtiges Argument gewesen.

Es wird eine Übergangslösung geben

„Wir freuen uns sehr, dass wir genommen wurden“, sagt Outlaw-Kita-Bereichsleiterin Sandra Krümpel. Und sieht dem Aufbau der neuen Einrichtung entspannt entgegen. „Ich habe schon zehn Kitas mit aufgebaut und Erfahrung mit Übergangslösungen.“ Schließlich sollen bereits in wenigen Monaten die ersten Kinder kommen – unmöglich, bis dahin ein neues Gebäude erreichtet zu haben.

„Ich habe schon alle Übergangslösungen gemacht – vom Container bis zur Gaststätte.“ Gemeinsam mit der Heeker Verwaltung will sie in den nächsten Wochen nach geeigneten Räumen in Nienborg Ausschau halten. Der endgültige Standort der neuen Einrichtung soll laut Planung im Bereich des Baugebiets Hoffstätte/Sanderskamp sein.

Die Outlaw gGmbH

  • ist ein bundesweiter Träger der Kinder- und Jugendhilfe.
  • Seit 1987 wurden zunächst im Raum Greven schwer erziehbare Jugendliche betreut, seit ungefähr 20 Jahren ist Outlaw auch Träger von Kindertagesstätten.
  • mittlerweile gibt es davon 55, unter anderem in Ochtrup.
  • Im Kreis Borken wird Nienborg der erste Outlaw-Kitastandort.
  • Bundesweit hat die gemeinnützige Gesellschaft rund 1900 Mitarbeiter.

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