Virtuelles Museum: AG Kulturgut hat eine große Vision vor Augen

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Geschichte aus Heek bewahren und im Idealfall wieder erlebbar machen - dieses Ziel verfolgt die Arbeitsgruppe „Kulturgut“. Wir haben uns vor Ort einmal angesehen, was alles dahinter steckt.

Heek

, 23.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast auf den Tag genau ein Jahr gibt es sie nun schon – die Arbeitsgruppe „Kulturgut“. 14 Mitglieder aus den Heimatvereinen Heek und Nienborg sowie drei Heimatfreunde aus der Bauerschaft Ahle investieren seitdem viel Zeit in die Gesichte der Gemeinde Heek. Und sie haben eine große Vision vor Augen: ein virtuelles Museum. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, wie sich am Montagnachmittag zeigte.

Kräftig anpacken war angesagt. Zwei Anhängerladungen mit allerhand historischer Kulturgüter aus dem 19. und 20. Jahrhundert galt es aus dem Keller der Kreuzschule in die nun von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Halle im Strootkamp umzulagern. Direkt angrenzend zu den Räumlichkeiten der Bürgerstiftung, welche die Arbeitsgruppe finanziell unterstützt.

Kulturgut wird schon seit Jahrzehnten gesammelt

Zur Erklärung: Schon seit den 70er-Jahren wird von der Gemeinde Kulturgut gelagert. Ein Teil davon im Gemeindearchiv, ein anderer im Eppingschen Hof. Wieder andere Gegenstände im Haus Hugenroth oder der Wassermühle. Es gibt viele passende Orte in der Dinkelgemeinde. Doch nicht alle zählen dazu. Ein solcher waren auch die Kellerräume der Kreuzschule.

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Es muss etwas passieren, sagte sich die Arbeitsgruppe. Und das ist es auch nach etlichen Stunden der Vorarbeit. Greifbar wurde das am Montagnachmittag bei der großen Umlagerungsaktion unter Mithilfe zweier Mitarbeiter des Bauhofes. Die Halle selbst stellt die Gemeinde kostenlos zur Verfügung. „Weil die Arbeit, die hier geleistet wird, bemerkenswert ist“, wie Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff sagt.

Die spannende Arbeit steht nach der Umlagerung an

Und so türmen sich im rechten Hallenteil schon nach wenigen Minuten alte Maschinen, Gebrauchsgegenstände wie ein Rechenschieber, Wandkarten und zahlreiche Kartons mit Schriftstücken. Damit genügend Platz zur Verfügung steht, wurde zuvor sogar eine extra Zwischendecke aus Holz eingezogen.

Zwei Anhängerladungen voll mussten die Mitglieder mit tatkräftiger Unterstützung zweier Bauhof-Mitarbeiter entladen.

Zwei Anhängerladungen voll mussten die Mitglieder mit tatkräftiger Unterstützung zweier Bauhof-Mitarbeiter entladen. © Till Goerke

„Jetzt beginnt die spannende Arbeit. Alle sind heiß drauf, loslegen zu können“, sagt AG-Leiter Hubert Steinweg, der einst 25 Jahre Gemeindedirektor in Heek war. Gemeint ist die genaue Sichtung der historischen Gegenstände unter dem Motto: Was ist erhaltenswert und was nicht? Dokumentiert werden soll die Arbeit anhand vieler Fotos und Beschreibungen. Doch wofür der ganze Aufwand?

Geschichte soll bewahrt und erlebbar gemacht werden

„Wir möchten mit unserer Arbeit Geschichte bewahren und wieder erlebbar machen“, erklärt Hubert Steinweg. Und hinter Letzterem steckt eine große Vision, ein sogenanntes virtuelles Museum. Vorbild für die Arbeitsgruppe ist das Zementmuseum in Beckum. Ein Test der Redaktion zeigt: Die Sache dort funktioniert einwandfrei. Gemütlich kann man „virtuell“ am Smartphone oder Computer durch das Museum wandern.

Auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (3. v. r.)und Walter Sosoul (4. v. r.) von der Bürgerstiftung schauten sich das rege Treiben in der Halle an.

Auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (3. v. r.) und Walter Sosoul (4. v. r.) von der Bürgerstiftung schauten sich das rege Treiben in der Halle an. Leiter der Arbeitsgruppe Kulturgut ist Hubert Steinweg (4. v. l.). © Till Goerke

„Wir werden uns die Sache vor Ort gemeinsam anschauen und dann müssen wir sehen, was möglich ist“, so Bürgermeister Weilinghoff. Denn klar ist auch: Für ein solches Projekt braucht es Platz und Geld. Die Halle im Strootkamp jedenfalls ist lediglich für die Lagerung der Kulturgüter gedacht.

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Es wartet noch viel Arbeit

Es ist also an vielen Fronten noch viel zu tun, ehe die Vision vielleicht mal Realität wird. Doch klar ist auch: Der Anfang ist gemacht - durch das Engagement der Arbeitsgruppe, die darum auch kurz davor steht, den Heimatpreis 2020 in Heek zu bekommen. So der Rat denn am 24. Juni grünes Licht gibt.

Nach und nach wollen die Mitglieder der Arbeittsgruppe die historischen Kulturgüter sichten.

Nach und nach wollen die Mitglieder der Arbeittsgruppe die historischen Kulturgüter sichten. © Till Goerke

„Zeitdruck haben wir nicht. Wir alle machen die Arbeit gerne. Außerdem ist die Sache kein abgeschlossener Prozess. Es geht immer weiter“, so Hubert Steinweg. Wer glaubt, historisch interessante Gegenstände zu besitzen und diese der Arbeitsgruppe stiften möchte, der darf sich bei Hubert Steinweg per E-Mail (hubert.steinweg@web.de) oder Telefon (02568) 93 32 62 melden.

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