Wärme, Schaum und Zucker: So macht die Gemeinde Heek jetzt dem Unkraut den Garaus

Unkrautbeseitigung

Es gibt viele Möglichkeiten, Unkraut zu bekämpfen. Auf öffentlichen Flächen ist dafür die Kommune zuständig. Die Gemeinde Heek setzt jetzt auf ein ganz spezielles Verfahren. Aus gutem Grund.

Heek

, 24.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wärme, Schaum und Zucker: So macht die Gemeinde Heek jetzt dem Unkraut den Garaus

Der weiße Schaum fällt schnell in sich zusammen. © Till Goerke

Wer am Dienstagmorgen über die B70 durch Heek gefahren ist, dem wird es sicher ins Auge gesprungen sein: Entlang des Bordsteins und auf dem Gehweg an der B70 ist weißer Schaum zu erkennen. Was steckt dahinter? Nachfrage bei der Gemeindeverwaltung.

„Das sieht vielleicht im ersten Moment gefährlich aus, ist aber komplett ungefährlich“, erklärt Herbert Gausling. Denn die Flüssigkeit ist ein so genannter Heißschaum, der zu 100 Prozent auf Pflanzenzucker aus Mais und Kokosnuss basiert.

„Die Nacharbeiten werden aber die Mitarbeiter des Bauhofes durchführen.“
Herbert Gausling

Nach weniger als 30 Minuten ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Dann ist der Schaum in sich zusammengefallen. Doch wofür dient das Ganze?

Thermisches Verfahren

„Es ist ein thermisches Verfahren zur Unkrautbeseitigung“, sagt Herbert Gausling. Und da die Gemeinde schon seit Jahren komplett auf eine chemische Unkrautbekämpfung verzichte und auch andere Maßnahmen wie mit einem Gasflämmer nicht vollständig zu überzeugen gewusst hätten, teste man nun das thermische Verfahren.

Wärme, Schaum und Zucker: So macht die Gemeinde Heek jetzt dem Unkraut den Garaus

Der Schaum zerstört durch die Hitze das Gewebe der Pflanze. © Till Goerke

Alle Geräte zur thermischen Unkrautbekämpfung basieren dabei auf dem gleichen Prinzip: Durch die Verbrennung von Gas oder Öl entsteht Hitze, die den Zuckerschaum aufheizt. Der Schaum wird dann auf an die Pflanzen beziehungsweise die Flächen aufgetragen und zerstört daraufhin das Gewebe der Pflanzen durch die Erhitzung.

Tiefenwirkung

Und Schaum hat im Gegensatz zu Heißwasser den Vorteil, dass die Wärme länger erhalten bleibt und dadurch eine bessere Tiefenwirkung erzielt. In der Folge der Schaumbehandlung werden die Pflanzen braun und sterben ab.

Auf Gehwegen und Verkehrsflächen muss der unerwünschte Fugen- und Ritzenbewuchs entfernt werden, weil dieser zu Verkehrssicherheitsproblemen führen kann. Für die Ausführung der Arbeit setzt die Gemeinde Heek auf eine externe Firma.

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„Die Nacharbeiten werden aber die Mitarbeiter des Bauhofes durchführen“, so Herbert Gausling. Diese Arbeiten stünden in etwa zwei bis drei Wochen auf dem Programm. Dann wird es vornehmlich darum gehen, die abgestorbenen Pflanzenreste aus den Fugen zu fegen.

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