Waldbauern der Forstgemeinschaft Heek ernten deutlich mehr Nadel- als Laubholz

mlzForstbetriebsgemeinschaft Heek

3751 Festmeter Nadelholz und 2622 Festmeter Laubholz haben die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Heek 2019 aus den Wäldern geholt. Das ist eine Quote, die ihre Gründe hat.

von Rupert Joemann

Heek

, 19.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Heek haben vergangenes Jahr 3751 Festmeter Nadelholz und 2622 Festmeter Laubholz aus den Wäldern geholt. Diese Quote ist nicht nur das Ergebnis einer geplanten Durchforstung. Und: Revierförster Matthias Reeker-Ebbing wird bald seinen Hut nehmen. Allerdings nicht wegen der Festmeter-Quote aus 2019.

100 Prozent des geschlagenen Nadelholzes 2019 waren Fichten. Das gesamte Holz sei durch einen notwendigen und durch Schäden verursachten Kahlschlag gewonnen worden, so Reeker-Ebbing auf der jüngsten jüngsten FBG-Heek-Mitgliederversammlung im Hotel Am Markt.

Die Quote beim Laub- ist besser als beim Nadelholz

Besser sah da schon die Quote beim Laubholz aus. 74 Prozent gingen auf das Konto einer geplanten Durchforstung, die anderen 26 Prozent auf einen notwendigen Kahlschlag. Hier seien vor allem durch Trockenheit geschädigte Buchen gefällt worden, so der Revierförster.

„Die Fichte war am Jahresende bereits ziemlich durch.“
Revierförster Matthias Reeker-Ebbing

In diesem Jahr seien vor allem Buchen betroffen. Derzeit schon rund 2000 Festmeter, so Reeker-Ebbing. „Die Fichte war am Jahresende bereits ziemlich durch“, sagte der Revierförster. Grundsätzlich sei aber „der Borkenkäfer wieder dabei, sich durchzufressen. Die Witterungsverhältnisse seien ideales Brutwetter für den Borkenkäfer.

Revierförster Matthias Reeker-Ebbing geht in den Ruhestand

Übrigens: Seit 1980 ist Matthias Reeker-Ebbing als Revierförster für die Forstbetriebsgemeinschaft Heek tätig. Am 30. Juni geht er in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Gerd Hemker, der bereits am 1. April anfängt und von Reeker-Ebbing eingearbeitet wird.

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Zurück zu den Zahlen aus 2019. Insgesamt verkauften 38 Waldbesitzer 5089 Festmeter Holz im vergangenen Jahr. Die Forstbetriebsgemeinschaft hat 213 Mitglieder, die eine Mitgliedsfläche von 1440 Hektar einbringen. Die Waldfläche hat sich um neun Hektar gegenüber dem Vorjahr verringert. Im vergangenen Jahr kultivierten die Waldbesitzer 4,02 Hektar. Dabei pflanzten sie insgesamt 13 465 Bäume, davon 81 Prozent Laub- und 19 Prozent Nadelbäume.

Wird die Kiefer förderfähig?

Der Fördersatz bei Neupflanzungen hat sich zwar laut Matthias Reeker-Ebbing um 30 Prozent je Pflanze erhöht, jedoch nicht die Gesamtsumme für eine Fläche. Die Förderung erfolgt bei der Umwandlung von nicht standortgerechten zu standortgerechten Bäumen. Voraussichtlich noch bis zum Mai müssen die Waldbauern warten, bis weitere Baumarten als förderfähig eingestuft werden. Durch eine Experimentierklausel soll dann wahrscheinlich unter anderem auch die Kiefer förderungsfähig sein.

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Vom Staat gefördert werden zudem auch Extremwetterfolgen. Beim Massenbefall durch Schädlinge werden landesweit jedoch nur Nadelhölzer gefördert, keine Laubbäume. „Die Buche ist landesweit nicht so das Problem“, erklärte der Revierförster. Das sehe im FBG-Gebiet jedoch anders aus. Auch betroffene Birken werden derzeit noch nicht gefördert.

Außerdem müssten die Bäume frisch befallen sein und noch nicht abgestorben. Hier eine Grenze zu ziehen, sei jedoch nicht immer einfach, so Revierförster Reeker-Ebbing. Für jeden betroffenen Festmeter erhalten die Waldbauern fünf Euro. Allerdings gibt es noch eine Bagatellgrenze von 1000 Euro, unter der keine Förderung erfolgt.

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