Warum Heike Bröcker (46) etliche Stunden im Jahr ohne Lohn arbeitet und doch glücklich ist

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Heike Bröcker (46) ist seit vielen Jahren im Spielmannszug Heek tätig, ohne dafür auch nur einen Cent zu sehen. Darum wurde sie jüngst im Rathaus mit einer besonderen Karte geehrt.

Heek

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Heike Bröcker sitzt aufrecht am Küchentisch. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht, als sie sagt: „Die Musik im Spielmannszug ist einfach mein Leben.“ Und in diesem Musikleben hat wie selbstverständlich auch das Ehrenamt einen großen Platz inne. Seit nunmehr 34 Jahren schon.

Für diese ehrenamtliche Hingabe bekam Heike Bröcker jüngst von Gemeindevertretern eine sogenannte Ehrenamtskarte überreicht. Das Besondere daran: Die 46-Jährige gehört damit zu den Ersten in der Gemeinde Heek, denen diese Anerkennung zuteil wurde.

Heike Bröcker leistet 250 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr

„Das ist schon eine tolle Sache, denn so wird dem Ehrenamt eine größere Bühne gegeben“, sagt Bröcker. Dass sie mittlerweile durchschnittlich 250 Stunden ehrenamtliche Arbeit im Spielmannszug Heek pro Jahr leistet, war allerdings vor 34 Jahren in der Form noch nicht absehbar.

„Es ist schöne und offizielle Würdigung dessen, was man leistet.“
Heike Bröcker über die Ehrenamtskarte

„Ich habe mit zwölf Jahren als Flötistin im Spielmannszug Heek angefangen“, so Bröcker. Und da praktisch die gesamte Familie Bröcker das Vereinsleben liebt und lebt, ist die heute 46-Jährige hängengeblieben. „Das fiel mir aber nicht schwer. Ich lebe einfach für die Musik.“

Einzelne Stunden zählt Heike Bröcker schon nicht mehr

Mittlerweile ist Heike Bröcker Tambourmajor, leitet Übungsstunden, schreibt Stücke individuell für den Spielmannszug um und ist nebenbei auch noch für die fotografische Dokumentation des Vereinslebens zuständig. Alles ehrenamtlich, versteht sich. „Die Stunden im Einzelnen zähle ich schon gar nicht mehr.“

Bröcker selbst, das wird bereis nach den ersten Minuten klar, stellt sich aber nicht in den Mittelpunkt. Auch den Anmeldebogen für die Ehrenamtskarte hat sie sich nicht selbst besorgt.

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„Unser Geschäftsführer Tobias Samberg hat mir den Ausdruck vorgelegt und gesagt, ich solle das mal machen.“ Gesagt, getan. Schließlich bringt so eine Karte etliche Vergünstigungen in vielen Gemeinden und Städten des Landes NRW mit sich. „Ich war selbst überrascht, wer dabei alles mitmacht“, so Bröcker.

Seit dem 1. Juni dieses Jahres kann die Ehrenamtskarte in Heek im Bürgerbüro mit besagtem Formular beantragt werden. Voraussetzung für eine Beantragung sind fünf Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Woche, bereits zwei Jahre ehrenamtliche Tätigkeit und das Engagement muss in der Gemeinde ausgeführt werden. Gültig ist die Karte für zwei Jahre.

Die Ehrenamtskarte ist eine Würdigung der geleisteten Arbeit

Erfordernisse, die Heike Bröcker doppelt und dreifach erfüllt. Doch im Grunde, das betont sie, geht es ihr bei der Ehrenamtskarte gar nicht um die Vergünstigungen. Viel mehr sei die Bedeutung, die mit der Karte einhergeht, relevant. „Es ist eine schöne und offizielle Würdigung dessen, was man leistet.“

Dabei gebe das Ehrenamt als solches schon unheimlich viel. „Es tut einem selber einfach gut.“ Man habe mit Menschen zu tun, es stärke den eigenen Charakter und mache selbstbewusster. „Das sollte jeder mal selbst ausprobieren.“

Spielmannszug Heek
  • Jeden Mittwoch treffen sich die Mitglieder im DRK-Heim, Stroot 33, um 19 Uhr (Bei Blutspende-Terminen nicht).
  • Mehr Informationen über den Spielmannszug gibt es auf der Homepage der Musiker.

Und damit sind wir bei einem großen Wunsch von Heike Bröcker – zumindest auf musikalischer Ehrenamtsebene. „Wir können noch jede Menge Unterstützung bei uns im Spielmannszug gebrauchen.“ Denn derzeit zählt der Verein mal gerade 18 Mitglieder.

„Bei uns kann man zwei tolle Dinge verbinden - Musik und das Ehrenamt“, hofft die 46-Jährige auf regen Zulauf. „Wir holen jeden da ab, wo er musikalisch steht.“ Instrumente, Uniform und alles was dazu gehört, stelle der Verein zur Verfügung. „Es lohnt sich, einfach mal bei uns vorbeizuschauen.“

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