Wenn Chaoten das Engagement der Bürgerstiftung mit Füßen treten

mlzBürgerstiftung Heek-Nienborg

Die Blühwiese der Bürgerstiftung verbindet ökologische und ökonomische Aspekte. Jeder, der möchte, kann ein Stück der Fläche pachten. Doch 2019 haben auch Chaoten vor Ort für Ärger gesorgt.

Heek

, 05.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch sieht die 12.500 Quadratmeter große Fläche am Radweg zwischen Kämpensiedlung und Gewerbegebiet West wenig ansprechend aus. Braune Stellen, Gräser, ein paar Bodendecker und nur wenig Blumen. Doch das soll sich noch im Laufes dieses Monats ändern.

Denn die Bürgerstiftung Heek-Nienborg verpachtet und pflegt auch dieses Jahr wieder Flächen auf dem Areal, um so ein Blumenmeer entstehen zu lassen. Ein Projekt, das sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte vereint. Doch so gut das alles auch klingt, die Verantwortlichen der Stiftung heben auch warnend den Finger.

Auf dem Platz fanden Saufgelage statt

So sollen in der Vergangenheit ungebetene Gäste die Fläche mit den integrierten Sitzgelegenheiten für so genannte „Saufgelage“ zweckentfremdet und nicht nur einmal verunstaltet haben. Scherben von Bier- und Schnapsflaschen, Zigarettenkippen und Müll sollen mehrfach auf der gepflasterten Fläche und der angrenzenden Blühwiese verteilt gewesen sein.

Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, kann sich per Telefon (0151) 54 98 15 26 oder per E-Mail info@buergerstiftung-heek-nienborg.eu bei Walter Sosul melden.

Dabei ist sogar ein Mülleimer vorhanden. „Das verstehe ich nicht. Wieso schmeißt man den Müll da nicht rein?“, fragt Walter Sosul, Vorsitzender der Stiftung, ratlos. Wer dafür verantwortlich war, ist unklar. „Das ist vermutlich immer nachts passiert.“ Da liegt die Vermutung nahe, dass es sich um Jugendliche gehandelt haben dürfte.

Die Mühen der Stiftung werden mit Füßen getreten

„Das ist schon sehr traurig, wenn unsere Mühen so mit Füßen getreten werden“, sagt ein hörbar enttäuschter Walter Sosul, der im vergangenen Jahr nicht nur einmal ausrücken musste, um vor Ort wieder für Ordnung zu sorgen. Sprich eigenhändig den Müll einzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen.

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Sein Unmut ist nachvollziehbar, schließlich soll der Ort mit den Bänken inmitten der Blühwiese ein schöner Aufenthaltsort für Jedermann sein und nicht nur für irgendwelche Vandalen. Und eigentlich hatte die Bürgerstiftung noch einiges auf der Fläche geplant. So sei über einen Tisch oder eine ansprechend verzierte alte Telefonzelle nachgedacht worden. „Die Ideen haben wir jetzt natürlich wegen der Vorfälle erst mal begraben“, so der Vorsitzende.

Immerhin können sich ab jetzt wieder alle Interessierten bei Walter Sosul melden, die dazu beitragen möchten, dass die Fläche wieder aufblüht. Dabei kostet ein Quadratmeter 60 Cent. Die Mindestgröße für eine Patenschaft beträgt 200 Quadratmeter, also 120 Euro Patenschaftsgebühr pro Jahr. Das Saatgut und die Pflege stellt und übernimmt die Stiftung. Der Erlös ist für die Stiftungsarbeit bestimmt.

Die Fläche stellt ein privater Gönner zur Verfügung

„So tut jeder etwas für die Umwelt und unterstützt unsere Arbeit“, erklärt Walter Sosul, der auf eine rege Beteiligung hofft. „Einige Pächter haben wir glücklicherweise schon wieder.“ Die Fläche wurde übrigens von einem privaten Gönner kostenlos zur Verfügung gestellt. Und jüngst wurden sogar 15 unterschiedliche Baumarten am Weg entlang der Blühfläche gepflanzt. Hinweisschilder mit Informationen zu der jeweiligen Art sollen noch folgen.

So weit so gut – doch wie will die Bürgerstiftung gegen die Chaoten vorgehen? „Wir denken über Hinweisschilder nach“, so Walter Sosul. Ob das helfen würde, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Und wer jetzt denkt, in der Angelegenheit könne das Ordnungsamt der Gemeinde mal so eben helfen, der irrt.

Dem Ordnungsamt sind praktisch die Hände gebunden

Das Problem: Es ist eine private Fläche. Somit sind den Mitarbeitern des Ordnungsamtes praktisch die Hände gebunden. Und auch das Thema mit der Müllentsorgung ist nicht so einfach. Natürlich könnten theoretisch Mitarbeiter des Bauhofes die Arbeit übernehmen, aber eine Müllentsorgung auf privater Fläche durch die öffentliche Hand ist auch nicht im Sinne des Erfinders.

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„Das ist alles nicht ganz so einfach. Aber ich kann den Unmut bei Herrn Sosul natürlich gut nachvollziehen“, bezieht Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage Stellung. „Ich werde auf jeden Fall das Gespräch mit ihm suchen.“ Vielleicht kann ja auf diesem Wege eine für alle angemessene Lösung gefunden werden.

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