Holger Möllers wurde Ende November als neuer Trainer von Westfalia Kinderhaus vorgestellt. © David Döring
Fußball

„Der, der mich eingestellt hat, ist nicht mehr da“: Wird Holger Möllers noch Trainer bei Kinderhaus?

Das Chaos bei Westfalia Kinderhaus nimmt kein Ende: Der Mäzen und der Sportliche Leiter sind weg. Mit dem Obmann hatte Holger Möllers keinen Kontakt. Warum er sich noch als Fußballromantiker sieht.

Man merkt Holger Möllers förmlich an, wie sehr ihn das Thema mitnimmt. Eigentlich sollte der ehemalige Trainer des SV Herbern zur kommenden Saison den Westfalenligisten Westfalia Kinderhaus aus Münster übernehmen.

Davon sei er zumindest ausgegangen, „wenn ein Handschlag heutzutage kein Vertrag mehr bedeutet“. Möllers ergänzt: „Für mich ist das ein Vertrag, wenn ein Verantwortlicher von Kinderhaus auf mich zukommt. Dann gehe ich davon aus, dass er dazu befugt ist.“

Die Vereinbarung traf der Ex-Herberner aber mit dem Sportlichen Leiter Dieter Hanebuth. Der ist allerdings nicht mehr im Amt. Genau so wenig wie Alfred Fislage. Der Mäzen kündigte am Mittwoch seinen sofortigen Rückzug an – wohl als Reaktion auf die Freistellung seines Vertrauten Hanebuth.

Noch im Amt ist dagegen Ingo Hennemann, Seniorenobmann der Fußball-Abteilung. Der habe laut eigener Aussage allerdings nichts davon gewusst, als der Verein Ende November die Verpflichtung von Möllers bekannt gab.

„Mit Hennemann hatte ich noch keinen Kontakt“

Auch davon, dass Trainer Marcel Pielage zurücktrat, habe Hennemann nichts gewusst. Der Verein kommunizierte, dass Pielage zum Saisonende aufhöre. Ein paar Tage später gab der Trainer selbst in einer Pressemitteilung bekannt, dass er und sein Trainerteam sofort aufhören würden.

„Wer, wie involviert ist, ist nicht meine Aufgabe. Wenn einer zu mir sagt, der Verein ist involviert, dann gehe ich davon aus. Das sind alles Sachen, auf die ich keinen Einfluss habe“, sagt Möllers. „Mit Hennemann hatte ich noch keinen Kontakt.“

Aber was bedeutet die aktuelle Situation für ihn und sein mögliches Engagement? „Ich gehe davon aus, dass das gesprochene Wort gehalten wird. Noch hat mir keiner gesagt, dass das hinfällig ist. Wenn einer sagt, das ist hinfällig, dann muss ich das akzeptieren.“

Sicher ist er sich aber nicht, ob er noch Kinderhaus-Trainer wird. „Ich kann dazu nichts sagen. Stand jetzt kann ich nicht davon ausgehen, Der, der mich eingestellt hat, ist nicht mehr da. Vielleicht bin ich ein Fußballromantiker. Ich dachte, dass man sich auf gesprochenes Wort verlassen kann. Vielleicht muss ich mich davon lösen.“

Bei einem ist sich Möllers aber sicher. „Der Verlierer ist Westfalia Kinderhaus. Der sportliche Leiter und der Mäzen sind weg, die öffentliche Wahrnehmung leidet. Da ist das kleinste Problem der Trainer.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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