Daniel Krüger vergab im Derby die große Chance zur Führung. © Johanna Wiening
Fußball

„Konnte nur noch hinterherschauen“: Herberns Daniel Krüger hadert mit vergebener Derby-Chance

Um ein Haar wäre Daniel Krüger vom SV Herbern zum Derbyhelden geworden. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. In der Woche danach heißt es nun: Aufarbeiten und nach vorne schauen - denn die Zeit drängt.

Es waren die berühmten Zentimeter, die am vergangenen Freitag das Derby zwischen dem Werner SC und dem SV Herbern in der Landesliga 4 entschieden haben. Eine gute Viertelstunde vor Schluss segelte Daniel Krügers Kopfball-Bogenlampe über WSC-Keeper Henrik Pollak, klatschte an den Innenpfosten – und sprang wieder heraus. Im direkten Gegenzug gelang Chris Thannheiser das umjubelte 1:0-Siegtor für die Gastgeber. Für Herbern und Krüger hätte es in dieser Situation kaum unglücklicher laufen können.

„Ich muss zugeben, da hat man schon ein paar Tage dran zu knabbern. Inzwischen haben wir uns wieder ein bisschen gesammelt, aber im Spiel selbst ist das natürlich extrem bitter“, fasst Daniel Krüger seine eigene Gefühlslage und die der Mannschaft zusammen.

Daniel Krüger kämpft mit den typischen Floskeln

An seine Großchance kann sich der Stürmer des SVH noch sehr gut erinnern: „Die Flanke kommt gut auf meinen Kopf, und dann kann ich dem Ball nur noch hinterherschauen. Leider geht er nur gegen den Pfosten und von da in die Arme des Torwarts. Dass direkt im Anschluss das Gegentor fällt, ist überhaupt kein schönes Gefühl. Vor allem direkt nach dem Spiel gehen einem dann die typischen Floskeln durch den Kopf – was wäre wenn? – und so weiter.“

Dennoch möchte Daniel Krüger mit ein paar Tagen Abstand nicht zwingend von einer unglücklichen Niederlage gegen den Lokalrivalen sprechen: „Wir haben uns insgesamt wieder schwer getan, und ein Sieg für uns wäre vielleicht auch nicht unbedingt verdient gewesen. Aber es ist halt das Derby, und da tut die Niederlage nochmal mehr weh.“

Sturm ist nicht das einzige Problem

In dieser Saison fällt besonders auf, wie schwer sich die Herberner damit tun, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Auch Daniel Krüger gelang noch kein einziger Pflichtspieltreffer. Die Herberner Nummer 9 sieht aber kein klassisches Sturmproblem: „Natürlich will man als Stürmer vorne mehr Dinger rein machen und ist unzufrieden mit sich, wenn es nicht klappt. Aber die Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen, vor allem vom Mittelfeld in den Angriff, läuft bei uns die ganze Saison noch nicht rund.“

Klar ist: Beim SV Herbern müssen bald Ergebnisse – und damit auch Tore – her, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu wahren. Am kommenden Wochenende empfängt der SVH den TuS Wiescherhöfen, mit null Punkten und 33 Gegentoren bislang das Schlusslicht in der Landesliga 4.

SV Herbern hat Bock auf eigene Tore

Ein schwacher Gegner zur rechten Zeit also? Daniel Krüger ist vorsichtig: „Klar haben wir alle Bock auf Tore und wollen endlich mal gewinnen. Und vielleicht ist die Chance gegen Wiescherhöfen größer als gegen andere Teams. Aber wir müssen auf uns selbst schauen. Der Knoten muss jetzt irgendwann mal platzen.“ Falls sich die Personallage beim SV Herbern weiter entspannt, ist ein Befreiungsschlag bald in Reichweite.

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