Darum gehen kleine Orte wie Herbern beim Thema E-Scooter (noch) leer aus

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E-Scooter gibt es in Städten wie Dortmund oder Münster zuhauf. In Herbern aber sind die Tretroller (noch) kein Thema. Das heißt nicht, dass hier künftig keine Scooter gemietet werden können.

Herbern

, 09.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Dortmund gibt es sie an jeder Ecke, in Münster sausen sie über die Radwege: E-Scooter gehören seit der Straßenzulassung Mitte Juni vielerorts zum Stadtbild dazu. In kleineren Orten wie Herbern allerdings sind sie selten zu sehen.

Und die elektronisch betriebenen Tretroller gibt es hier auch (noch) nicht zu mieten. Das heißt aber nicht, dass sich das künftig nicht ändern könnte. Doch wonach entscheiden die Anbieter eigentlich, in welchen Städten sie E-Scooter zum Mieten aufstellen?

Infrastruktur auf dem Prüfstand

Zunächst einmal geht es den Unternehmen um Nachfrage und Profitabilität. Dabei schauen die Anbieter auf besondere Kriterien. Es geht etwa um die Bevölkerungszahl. „Fast jede Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern kann in Frage kommen“, erklärt Benedict Rehbein. Er ist Pressesprecher des Unternehmens Lime, das seit dieser Woche auch in Dortmund E-Scooter anbietet.

Darüber hinaus schauen sich die Verantwortlichen an, wie die Radwege und der Öffentliche Nahverkehr in einer Stadt ausgebaut sind. „Es wird geprüft, wie die Infrastruktur ist und ob man gut auf den Radwegen mit einem E-Scooter fahren könnte. Und in Städten wie Münster, wo sowieso viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, sind auch E-Scooter eher interessant“, sagt Rehbein.

Darum gehen kleine Orte wie Herbern beim Thema E-Scooter (noch) leer aus

E-Scooter gibt es vor allem in größeren Städten wie Dortmund und Münster. © dpa

Frage der Wirtschaftlichkeit

Entscheidend ist auch die Wirtschaftlichkeit. „Damit jeder einzelne Scooter profitabel ist, muss er am Tag sehr häufig genutzt werden. Wenn er rumsteht, ist das totes Kapital“, so der Pressesprecher weiter.

Bisher hat Lime in 13 deutschen Städten Verleihsysteme installiert. Bis kleinere Orte wie Herbern angeschlossen werden, könne es noch dauern.

Das bedeutet allerdings nicht, dass E-Scooter für kleinere Orte wie Herbern kategorisch ausgeschlossen sind. Allerdings müsse die Initiative hier klar von der Kommune aus gehen, erklärt Rehbein.

Ein Baustein zum Thema Mobilität

In Herbern spielt das Thema noch keine große Rolle. „Zu dem Thema Mobilität kann der E-Scooter nur ein Baustein von vielen sein“, sagt Simone Böhnisch, Pressesprecherin der Gemeinde Ascheberg.

Ob sich ein solches Gefährt - etwa im Vergleich zum Car-Sharing - durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. „E-Scooter haben in den Planungen nicht die oberste Priorität“, so Böhnisch. Vielmehr würden sich die Verantwortlichen aus dem Arbeitskreis Mobilität etwa um Mobilitätsstationen, also Verknüpfungspunkte verschiedener Fortbewegungsmittel, kümmern.

Kauf eines Scooters

Zu kaufen gibt es die E-Scooter in Herbern aber schon. Bei Zweirad Hölscher an der Bernhardstraße können die Kunden einen E-Scooter bislang bestellen. Dabei arbeitet das Team um Inhaber Stefan Hölscher mit den bisherigen Herstellern, die auch Räder anbieten, zusammen.

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