100 Jahre SV Herbern: Mit dem Vereinsvirus ist Familie Nienhaus längst infiziert

mlzSVH feiert Geburtstag

Ein Verein ist nichts ohne seine Mitglieder. Bei Familie Nienhaus sind es gleich fünf. Sie alle sind Teil des SV Herbern. Und dass das irgendwann anders sein könnte, ist kaum vorstellbar.

Herbern

, 28.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem SVH-Virus infiziert, sagt Rainer Nienhaus irgendwann an diesem frühen Mittwochabend. Und wenn man es so sagen will, dann ist Familie Nienhaus wohl mit dem Virus infiziert.

Vater Rainer (52), Mutter Birgit (48), Marie (19), Klara (17) und Lukas (14) – sie alle sind Mitglied in dem Verein, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert und in diesen Tagen ausholt zum großen Rundumschlag: historischer Rückblick, Sporttag, Rudelsingen und Sommerfest – „ich werde wohl das ganze Wochenende mitnehmen“. Na klar! Rainer lacht.

Eigentlich, sagt er, nehme man das gar nicht immer wahr, dass der Verein im Alltag eine so große Rolle spielt. „Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke…“, sagt der 52-jährige Maschinenbauingenieur, der ab der E-Jugend lange selbst Fußball gespielt hat, Trainer der C-Mädchen war und die B-Mädchen gerade so vor dem Abstieg bewahrt hat.

Mit Ulrich Nienhaus, der für die erste Mannschaft im Tor stand, habe alles angefangen. Rainer zeigt eine Urkunde seines verstorbenen Vaters für 60-jährige Mitgliedschaft. Ulrich war dem Verein treu – und so ist es auch mit der Herberner Familie, die sich an diesem Tag in der Küche ihres Einfamilienhauses versammelt hat und erzählt, was der Verein für sie bedeutet.

Sport, Freundschaften, Geselligkeit

Da ist der Sport – an erster Stelle. Da sind aber auch Kontakte und Freundschaften. Da ist Geselligkeit und Gemeinschaft und das Ferienlager, bei dem Rainer, Klara und Marie als Kinder selbst mitgefahren sind und das sie heute als Betreuer unterstützen.

Jüngster Spross in der SVH-Familie ist der 14-jährige Lukas, der im Alter von viereinhalb Jahren bei den Minikickern angefangen hat und im Verein heute nicht mehr nur Fußball spielt, sondern auch Badminton und Dart.

100 Jahre SV Herbern: Mit dem Vereinsvirus ist Familie Nienhaus längst infiziert

Lukas hat damals bei den Minikickern angefangen. Heute spielt der 14-Jährige auch Badminton und Dart im Verein. © Vanessa Trinkwald

Schwester Klara beschränkt sich auf den Ball. Sie hat mit acht Jahren angefangen, ist vor kurzem in die Damenmannschaft gewechselt und spielt dort zusammen mit Schwester Marie. Marie ist fürs Studiums nach Wuppertal gezogen und kann nicht mehr regelmäßig zum Training kommen. Den Verein deswegen verlassen? Kommt gar nicht infrage. Zu groß ist die Verbundenheit.

Auf der Strecke statt am Ball

Die einzige in der Familie, die wohl nichts mit Fußball zu tun hat, ist Mutter Birgit. Die Krankengymnastin besucht in ihrer Freizeit die Laufabteilung, hilft beim Westerwinkellauf aus. „Was hast du denn da für ein Trikot an“, fragt Rainer seine Frau, als sie sich fürs Foto aufstellen und sie in neonfarbenem Lauf-Trikot den Rasen betritt.

Der SVH kann eben nicht nur blau-gelb, sondern auch knallpink. Ein Verein für alle, so bunt wie seine Mitglieder.

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