Shopping ist wieder vor Ort und ohne Termin möglich: Katharina Grove schaut positiv auf die kommende Zeit und freut sich auf viele neue und altbekannte Gesichter in ihrem Modehaus Siebeneck in Ascheberg. © Thomas Peek
Einzelhandel in Corona-Krise

„Alles was Mode ist, muss man sehen“: Shopping-Start bei Siebeneck in Ascheberg

Der örtliche Einzelhandel atmet auf. Seit Donnerstag sind die Türen der Einzelhändler in der Gemeinde auch ohne Terminvergabe wieder geöffnet. Dazu gehört auch das Modehaus Siebeneck in Ascheberg.

Weil die Inzidenzwerte zuletzt andauernd auf einem niedrigen Niveau blieben, gab es Lockerungen im Einzelhandel im Kreis Coesfeld. Auch das Modehaus Siebeneck durfte am Donnerstag (11. März) wieder Kunden ohne Termin in seinen Verkaufsräumen an der Sandstraße empfangen. Neun Kunden dürfen sich seitdem zeitgleich im Laden aufhalten. Zur Kontrolle der Besucherzahl muss sich jeder Kunde einen Einkaufskorb nehmen.

„Einfach ein Körbchen nehmen und rein. Das ist unverbindlicher. So gefällt es mir auch viel besser“, erklärt Inhaberin Katharina Grove (38) am ersten regulären Öffnungstag seit gut zwölf Wochen. Zuvor durften die Kunden nur mit einem Termin hier shoppen. „Kunden schreckt es ab, den Besuch als Termin zu deklarieren“, fährt sie fort. Bei einem Einkauf mit Zeitdruck könnte kein Wohlfühlfaktor entstehen. Man habe stattdessen das Gefühl, eine Verpflichtung zum Kauf einzugehen.

Besondere Hürden für Modehaus Siebeneck in Ascheberg

Für lange Zeit war es ausschließlich möglich, die Waren telefonisch oder per Internet vorzubestellen und vor Ort an der Ladentür abzuholen. Es gab auf der Facebook-Seite des Modehauses regelmäßig einen interaktiven „Schaufensterbummel“ mit einer Vorstellung der aktuellen Sortiments.

Ab dem 11. Januar 2021 durfte das „Call & Collect“-System angeboten werden, welches rege genutzt wurde. Ebenfalls bot das seit 1877 bestehende Ascheberger Traditionsunternehmen eine Lieferung nach Hause an.

Gerade ein Modehaus hat in Zeiten eines Lockdowns eine besondere Hürde zu meistern. „Alles was Mode ist, muss man sehen“, beschreibt Katharina Grove die besonderen Herausforderungen ihres Damenmodegeschäftes ohne den regulären Kundenverkehr. Zwar seien Kundenwünsche wie eine Jeans noch relativ einfach an der Ladentür zu erfüllen, doch bei der Mode sähe dies völlig anders aus. Hierbei gehe es um das Sehen, das Greifen und dem Probieren verschiedener Kombinationen.

Aufgrund der überarbeiteten Corona Schutzverordnungen hat sich die Lage glücklicherweise wieder geändert. Ab Montag (8. März) durften die Türen wieder geöffnet werden, zunächst allerdings nur nach vorheriger Terminbuchung. Das war bereits ein großer Schritt zurück zur Normalität.

Über jeden von ihnen ist Katharina Grove sehr froh. Dabei gab es am Donnerstag einen weiteren großen Schritt in die richtige Richtung: Die Öffnung ohne Terminvergabe. Einfach reinkommen, shoppen, wohl fühlen – das ist nun wieder möglich. Sehr zur Freude der Inhaberin und Mitarbeiterinnen, die jetzt nicht mehr allein in dem Geschäft sind.

Nicht überall in NRW besteht die Möglichkeit zu spontanen Besuchen der Geschäfte des Einzelhandels. Ganz im Gegenteil, nur 11 der 53 Kreise und kreisfreien Städte (Stand Donnerstag) liegen überhaupt unter der magischen 50-er-Marke in der Inzidenz-Statistik, mit welcher eine komplette Öffnung überhaupt möglich gemacht werden könnte. Der Kreis Coesfeld gehört dazu, Münster ebenso.

Vor allem Stammkunden aus der Gemeinde im Modehaus

Doch was ist eigentlich mit den Einwohnern aus nahegelegenen Städten wie Werne oder Drensteinfurt, welche aus Kreisen mit höherer Inzidenz kommen? Nutzen sie die Gelegenheit spontan in einem Ascheberger Modehaus einzukaufen? Mit einem klaren Nein beantwortet Katharina Grove diese Frage. Stattdessen dürfen in dieser Woche wieder zahlreiche Stammkunden aus der Gemeinde und Stammkunden aus der näheren Umgebung begrüßt werden.

Für viele ihrer Kundinnen sei der Einkauf im Laden einfach mehr als nur der Kauf von Bekleidung. Vielmehr sei es oftmals eine sehr angenehme Beschäftigung, ein Erlebnis, ein großer Wohlfühlfaktor, ja manchmal sogar ein Hobby, beschreibt es Grove. Eben eine Freizeitbeschäftigung, die vielen Kundinnen im Lockdown einfach gefehlt hat.

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