Aschebergs Volksbank-Chef: Wehmut zum Abschied

Fotos von der Feier

Rund 90 Mitarbeiter, Wegbegleiter, Freunde und Familienmitglieder verabschiedeten den Volksbank-Vorstand Reinhard Hartwig am Dienstagabend, 13. Dezember, in den Ruhestand. Fast ein halbes Jahrhundert lang widmete Hartwig dem Bankgeschäft bei der Volksbank Ascheberg-Herbern. Jetzt, mit 64 Jahren, ist Schluss.

HERBERN

, 14.12.2016, 14:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Familie Hartwig vor den Laudatoren. Vorne v. l. Ehefrau Barbara, Reinhard Hartwig, Tochter Stefanie und Schwiegersohn Alexander Rößler.

Familie Hartwig vor den Laudatoren. Vorne v. l. Ehefrau Barbara, Reinhard Hartwig, Tochter Stefanie und Schwiegersohn Alexander Rößler.

Wer so intensiv ehrenamtlich aktiv ist, kann ohne Probleme seinen Job loslassen. Reinhard Hartwig, scheidender Volksbank-Vorstand, sagte während seiner Abschiedsfeier auch: „Ich gehe mit zwei lachenden Augen.“

Der proppevolle Saal im Restaurant Wolfsjäger vernahm unendlich viele lobende, manche humorvolle, aber auch nachdenkliche Worte. Letztere kamen von dem Geehrten selbst. So brachte er die Festgesellschaft mit seinen Gedanken über das Thema Loslassen (Hartwig: „Das habe ich auf einer Beerdigung gehört.“) etwas ins Grübeln.

"Ihr werdet mir am meisten fehlen"

Das Loslassen nach 46-jähriger Bank-Tätigkeit fällt ihm zudem wegen der aktuellen Entwicklungen nicht schwer. Immer mehr Kontrollinstrumente und überflüssige Auflagen hielten die Mitarbeiter von ihrer eigentlichen Aufgabe ab: „Nämlich dem Gespräch mit den Kunden.“ Was künftig auf genossenschaftliche und solide Geldinstitute wie die Volksbanken zukäme, „das kann und möchte ich nicht mehr verstehen“, sagte Hartwig.

Er dankte allen Laudatoren für die anerkennenden Worte, betonte, dass er „viel Glück im Leben gehabt“ habe und meinte dann in Richtung der Mitarbeiter: „Ihr werdet mir am meisten fehlen.“

"Das Wohl der Bevölkerung und der Region"

Zum Auftakt des eineinhalbstündigen offiziellen Teils hat Aufsichtsratschef Bernhard Kröger die Gäste begrüßt und einen kurzen Abriss über die Laufbahn von Hartwig gegeben. 46 Jahre dabei, davon 36 Jahre im Vorstand: „Reinhard Hartwig hat die Volksbank mitgestaltet und mitentwickelt.“

Er, wie auch der nächste Redner, DZ-Vize-Vorstandsvorsitzender Hans-Bernd Wolberg, betonten, dass die Geschäfte durch staatliche Auflagen immer schwieriger würden. In solchen Zeiten sei seriöse Beratung wichtiger denn je. Wolberg: „Sie haben nie Kunden irgendwelche Briefkastenfirmen oder Cum-Ex-Geschäfte empfohlen.“ Hartwigs Maxime sei immer das Wohl der Bevölkerung und der Region gewesen.

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Abschiedsfeier des Vorstands der Volksbank Ascheberg-Herbern

Mitarbeiter, Wegbegleiter, Freunde und Familienmitglieder verabschiedeten den Volksbank-Vorstand Reinhard Hartwig im Restaurant Wolfsjäger. Mit 64 Jahren geht er nun in den Ruhestand.
14.12.2016
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Einen Präsentkorb mit zumeist flüssigem Inhalt überreichte Christoph Speikamp (r.), Sprecher der Volksbanken im Kreis Coesfeld.© Foto: Jörg Heckenkamp
Familie Hartwig vor den Laudatoren. Vorne v. l. Ehefrau Barbara, Reinhard Hartwig, Tochter Stefanie und Schwiegersohn Alexander Rößler.© Foto: Jörg Heckenkamp
Amüsiert betrachtet Reinhard Hartwig (l.) die Diashow mit den Stationen seines Lebens.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Mitarbeiter (hinten) sangen einen Rap-Song auf Hartwig und die Volksbank.© Foto: Jörg Heckenkamp
Neben lobenden Worten der Mitarbeiter-Vertreter gab es auch Geschenke, unter anderem in Form eines Bildes mit Ascheberg-Motiven. V. l. Mechthild Mötsch, Reinhard Hartwig Lisa Naendrup und Joseph Melchers© Foto: Jörg Heckenkamp
Blumen für die Dame: DZ-Vorstandsmitglied Hans-Bernd Wolberg dankt Ehefrau Barbara Hartwig.© Foto: Jörg Heckenkamp
Bürgermeisterin Maria Schule-Loh bedankt sich bei dem scheidenden Volksbank-Vorstand.© Foto: Jörg Heckenkamp
Dankten für viele Jahre "der sehr guten Mitarbeit": Die Mitarbeiter-Vertreter (v.l.) l. Lisa Naendrup, Joseph Melchers und Mechthild Mötsch.© Foto: Jörg Heckenkamp
Gutes Duo: Hartwig mit seinem Vorstandskollegen Herbert Holzhinrich (r.).© Foto: Jörg Heckenkamp
Einen Präsentkorb mit zumeist flüssigem Inhalt überreichte Christoph Speikamp (r.), Sprecher der Volksbanken im Kreis Coesfeld.© Foto: Jörg Heckenkamp
Mit dem Segen der Kirche: Pfarrer Joseph und Pfarrer Stefan Schürmeyer (hinten) verabschieden Reinhard Hartwig in den Ruhestand. Im Januar fährt er gemeinsam mit Pfarrer Joseph und weiteren Gemeindemitgliedern in dessen Heimatland Indien.© Foto: Jörg Heckenkamp
Der Saal im Restaurant Zum Wolfsjäger war am Dienstagabend mit knapp 90 Gästen bestens gefüllt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Aus den Händen von Hans-Bernd Wolberg (r.), Vize Vorstandsvorsitzender der DZ-Bank, erhielt Hartwig die Ehrennadel in Gold des rheinisch-westfälischen Genossenschaftsverbandes.© Foto: Jörg Heckenkamp
Aus den Händen von Hans-Bernd Wolberg (r.), Vize Vorstandsvorsitzender der DZ-Bank, erhielt Hartwig die Ehrennadel in Gold des rheinisch-westfälischen Genossenschaftsverbandes.© Foto: Jörg Heckenkamp
Bürgermeisterin Maria Schule-Loh bedankt sich bei dem scheidenden Volksbank-Vorstand.© Foto: Jörg Heckenkamp
Humorvolle, aber auch nachdenkliche Töne schlug der 64-jährige Herberner in seiner Dankesrede an.© Foto: Jörg Heckenkamp
DZ-Vorstand Hans-Bernd Wolberg bedankt sich bei Ehefrau Barbara Hartwig mit einem Blumenstrauß.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eine humorvolle Rede auf die Qualitäten und das Engagement Hartwigs hielt Pfarrer Stefan Schürmeyer.© Foto: Jörg Heckenkamp
Humorvolle, aber auch nachdenkliche Töne schlug der 64-jährige Herberner in seiner Dankesrede an.© Foto: Jörg Heckenkamp
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Immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter

In diese Kerbe schlug auch Vorstands-Kollege Herbert Holzhinrich: „Sein Name steht für Heimat, Nähe, Tradition, Verlässlichkeit.“ Trotz vollem beruflichen und privaten Terminkalenders sei er immer für die Mitarbeiter da gewesen. Holzhinrich: „Seine Tür stand immer offen. Reinhard Hartwig, der Bänker mit Herz.“

Hartwig – Stichwort voller Terminkalender – muss keine Angst vor der Langeweile im jetzt beginnenden Ruhestand haben. Im Januar geht‘s bereits mit Pfarrer Joseph nach Indien. Weitere Reisen sind geplant. Der Bundesverdienstkreuz-Träger: „Ich habe schon viele Pläne.“

Das ist die Vita von Reinhard Hartwig

Reinhard Hartwig erblickte am 5. Dezember 1952 in Herbern das Licht der Welt. Dort wohnt er nach wie vor. Er ist verheiratet und hat eine Tochter und zwei Enkelkinder.

Nach der Grundschule Capelle besuchte er das Christophorus Gymnasium in Werne. Ab 1. August 1970 schloss sich die Lehrer bei der Spar- und Darlehnskasse Herbern an. Dem Vorstand der Volksbank Herbern gehört er seit dem 1. Mai 1980 an.

Es folgte die Übernahme in den Vorstand der Volksbank Ascheberg-Herbern mit der Fusion 1994.

Ehrenamtliche Tätigkeiten:
- Von 1981 bis 2015 Vorsitzender des SV Herbern
- Zehn Jahre Vorsitzender der Tennisabteilung des SV HerbernVon 1996 bis 2014 Kassierer in der Jacobibruderschaft Herbern
- Lektor und Kommunionhelfer in der Pfarrgemeinde St. Benedikt
- Seit mehr als 45 Jahren Sternsinger in Capelle und Herbern
- Kassenprüfer in den verschiedenen Vereinen, zum Beispiel beim Verkehrsverein Ascheberg als Nachfolger von Herrn Koppers
- Einige Jahre Beisitzer im CDU-Gemeindeverband

Hobbys: Tennissport, der MGV Cäcilia Capelle und seine Familie.

Seit 2005 unterstützt Reinhard Hartwig den Bürgerbus und ist tätig für den Wortgottesdienst im Seniorenheim; er ist Mitbegründer Peru-Arbeitskreis 2008.

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