Bei der Schutzdienst-Ausbildung müssen die Hunde richtig ackern

mlzHerbstprüfung beim Hundeverein

Die Herbstprüfung beim Herberner Hundeverein besteht aus drei Elementen. Während die Fährtenarbeit eher Spaß für die Vierbeiner ist, werden sie beim Schutzdienst stark gefordert.

Herbern

, 21.10.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Da muss man tatsächlich schon ein bisschen verrückt und sehr hundefixiert sein“, weiß Sandra Weitkamp vom Gebrauchshundesportverein Herbern. „Das Hobby Hund ist schon sehr zeitintensiv.“

Mit ihrem Tervueren Connar vom Gailtal ist sie gut dreimal pro Woche für 2 bis 4 Stunden auf dem Hundeplatz am Athernweg zu finden. Ebenso wie rund 15 weitere Aktive des MV Herbern, der zurzeit aus insgesamt 80 Mitgliedern besteht.

Hundeprüfung Herbern besteht aus drei Teilen

Am vergangenen Sonntag, 20. Oktober 2019, stand die Herbstprüfung, in der Disziplin IGP1 und 3 (Internationale Gebrauchshundeprüfung) an. Diese Prüfung besteht aus drei Elementen: Fährtenarbeit-Unterordnung (Gehorsam)- Schutzdienst. In jeder Abteilung sind 100 Punkte erreichbar; insgesamt also 300 Punkte.

„Es müssen in jedem Prüfungsteil mindestens 70 Punkte erreicht werden, sonst gilt die Prüfung als nicht bestanden“, so Weitkamp, Pressewartin des Hundesportvereins.

Fährtenarbeit fordert Fleiß vom Menschen und macht Hunden Spaß

Eine besondere Fleißarbeit bedeutet für den Menschen, den Hund in der Fährtenarbeit auszubilden. Für den Hund hingegen bedeutet diese „Arbeit“ hauptsächlich Spaß, die selbstverständlich mit dem ein oder anderen Leckerchen belohnt wird. Der Hund muss hier mehrere kleine Gegenstände, die in verschiedenen Winkeln ausgelegt werden, wiederfinden. „Ganz wichtig ist, dass die Hunde immer freudig mitarbeiten“, so Weitkamp.

Anspruchsvolle Schutzdienst-Prüfung

Die Übungen im Schutzdienst sind da schon deutlich anspruchsvoller: Stellen und Verbellen, Verhinderung eines Fluchtversuches des Helfers (Schutzdiensthelfer: Georg Mangels, Sebastian Schlüter, Patrick Zimmermann) und Abwehr eines Angriffes. Bei diesen Elementen wird der Hund schon stark belastet, da er aus einer Reizsituation sofort wieder zurück in den Gehorsam gerufen wird.

Das Teilnehmerfeld lag am Sonntag bei ziemlich miesem Wetter bei der Endabrechnung durch Leistungsrichter Frank Emmerich dicht beieinander. Mit einem Punkt Vorsprung sicherte sich Georg Mangels (290 Pkt.) mit seinem Malinois Aaron vom Feldbrand den ersten Platz vor Maria Brügger (289 Pkt.) mit Higgins vom Hause Ritter.

Die Platzierungen bei der Herbstprüfung Herbern

Auf den dritten Platz kam Sebastian Schlüter (278 Pkt.) mit GI Charly v.d. roten Hülshorstmeute und Platz 4 belegte Sandra Weitkamp (277 Pkt.) mit Connar vom Gailtal. Vorsitzende Petra Häckel legte mit Studebaker’s Ilva die sogenannte Stöberprüfung 1 ab und erreichte 90 Punkte.

Mechthild Scheer-Petrie und Anastazija Rühlemann absolvierten mit ihren Schäferhunden Faro und Adam vom Malafelsen die Fährtenhund Prüfung mit 90 bzw. 99 Punkten.

„Wir sind hier eine große Familie“

„Jeder bildet seinen Hund hier bei uns selbst und für sich persönlich aus“, sagt Sandra Weitkamp, die bereits seit mehr als 30 Jahren Mitglied in dem 1974 gegründeten Verein ist. „Wir sind inzwischen wie eine große Familie, die sich gegenseitig hilft. Gerade einen Schutzhund kann man nicht allein ausbilden.“

Das sind die Hunde-Rassen

Der Malinois ist ein belgischer Schäferhund und in seinen Wurzeln ein Hüte- und Treibhund. Er arbeitet in vielen Bereichen als Diensthund; etwa im Rettungswesen, beim Zoll oder der Polizei.

Der Tervueren ist eine von vier anerkannten Varianten des Belgischen Schäferhundes und hat im Gegensatz zum Malinois langes Fell. Der oftmals sensible Hund ist der ideale Familienhund, ausgesprochen aktiv und kaum aus der Ruhe zu bringen.

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