Benedikt Angelkort macht 2019 Schluss mit dem Knaller-Verkauf

Silvester

Für Inhaber Benedikt Angelkort lohnt sich der Verkauf von Raketen und Co. nicht mehr. Die Nachfrage seiner Kunden sinkt – und das schon seit einigen Jahren.

Herbern

, 30.12.2018, 15:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Silvesterraketen werden auch in diesem Jahr wieder den Himmel erhellen. Lukrativ sind sie für Händler aber nicht immer.

Silvesterraketen werden auch in diesem Jahr wieder den Himmel erhellen. Lukrativ sind sie für Händler aber nicht immer. © unsplash / Julie Tupas

Feiern, aufs neue Jahr anstoßen und Feuerwerk: So soll die Silvesternacht auch in diesem Jahr wieder in Herbern aussehen – gute Vorsätze inklusive. Auch Benedikt Angelkort zieht aus 2018 seine Lehren. Der Verkauf von Silversterfeuerwerk läuft nur schleppend und hat für ihn keine Zukunft in 2019.

„Damit etwas für uns dabei rumkommt, müssten wir eigentlich große Mengen verkaufen“, sagt Angelkort. Der Aufwand, den der Inhaber des gleichnamigen Schreibwarenladens einmal im Jahr betreibt, sei groß, der Ertrag hingegen klein.

Schon in diesem Jahr hat er deshalb keine neuen Feuerwerkskörper mehr bestellt. Verkauft wird, was er noch vom Vorjahr auf Lager hat. Danach ist dauerhaft Schluss mit dem Knaller-Verkauf. Herberner müssen sich dann anderweitig umsehen.

Trend geht zur Batterie

Einen Abwärtstrend habe Angelkort schon in den vergangenen Jahren beobachtet. Immer weniger Kunden seien für Knaller und Raketen zu ihm gekommen. Woran das liegt? „Ich glaube, es gibt ein Umdenken“, so Angelkort.

Benedikt Angelkort verkauft im kommenden Jahr in seinem Schreibwarenladen keine Silvesterraketen mehr.

Benedikt Angelkort verkauft im kommenden Jahr in seinem Schreibwarenladen keine Silvesterraketen mehr. © Claudia Hurek (A)

Immer mehr Menschen machten sich Gedanken, ob sie zu Silvester überhaupt knallen – um Rücksicht auf die Umwelt, Tiere und starke Feinstaubbelastung zu nehmen. Einen Trend kann Angelkort trotzdem erkennen: Batteriefeuerwerke lösen die traditionellen Raketen ab. „Bei Wind und Regen ist es viel schwieriger, Raketen sicher und gut zu starten.“

Streitigkeiten zu Silvester

Wenn Alkohol und Feuerwerkskörper im Spiel sind, kann die gute Stimmung auch schnell ein böses Ende nehmen. Neben Verletzungen mit Feuerwerken gibt es auch immer wieder Streitigkeiten. Das weiß auch die Polizei im Kreis Coesfeld. „Wir haben unsere Einsatzkräfte für die Silvesternacht extra verstärkt“, sagt Pressesprecher Björn Korte.

Einsatzschwerpunkte seien Herbern und Ascheberg kreisweit zwar nicht, doch auch hier möchte die Polizei vermehrt Präsenz zeigen. Einzelfälle, bei denen sie einschreiten musste, habe die Polizei in den vergangenen Jahren immer wieder gehabt. „Doch der Großteil der Leute ist vernünftig“, sagt Korte.

Besonderer Hinweis der Polizei für Autofahrer

Ein besonderes Auge hat die Polizei in der Silvesternacht auf Autofahrer, die stärker auf Fahrtauglichkeit kontrolliert werden sollen. Einen Rat hat der Polizeipressesprecher für Autofahrer auch noch parat.

Um Mitternacht, wenn Raketen abgefeuert werden, nur im größten Notfall fahren und lieber ein paar Minuten parken und das Spektakel ansehen. Sichteinschränkungen und laute Geräusche könnten sonst zu Problemen für Autofahrer führen.

Aber auch Zuhause gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Raketen sollten nur bei gutem Stand und mit ausreichend Abstand abgefeuert werden. Auch das Prüfzeichen darf auf Raketen und Co. nicht fehlen, damit einem gelungenen Jahresbeginn nichts im Weg steht.

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