Wollt ihr die Kirmes oder wollt ihr sie nicht? 609 Herberner haben abgestimmt – das ist das Ergebnis

Benediktus-Kirmes 2019

609 Herberner haben an unserer Online-Abstimmung zur Benediktus-Kirmes teilgenommen. Kirmes abschaffen oder erhalten? Angesichts des mauen Rummel-Wochenendes überrascht das Ergebnis.

Herbern

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Wollt ihr die Kirmes oder wollt ihr sie nicht? 609 Herberner haben abgestimmt – das ist das Ergebnis

Die Kirmes in Herbern hat einen schweren Stand. Doch viele Leser wollen an ihr festhalten. © Archiv

Eine Woche ist es her – da standen ein paar Mitglieder des Ascheberger Gemeinderates und der Verwaltung auf der Amtswiese in Herbern und eröffneten die diesjährige Benediktus-Kirmes. Viel los war um 17 Uhr noch nicht, die Talstraße wie leergefegt. Auch das Wochenende war eher mau, sagte unter anderem Celina Derleh (21), die erstmals mit ihrem Plüschratten-Wurfspiel vor Ort war.

Sie freue sich schon auf die Kirmes in Davensberg, sagte Derleh im Gespräch mit unserer Redaktion. Genau die steht an diesem Wochenende an, bevor es vom 27. bis 29. Juli in Ascheberg weitergeht. Drei Veranstaltungen in so kurzer Zeit in einer Gemeinde mit gerade einmal knapp über 15.000 Einwohnern? Ja, das geht. Das zeigen die vergangenen Jahre. Und doch wäre es wohl die in Herbern, die von den dreien am ehesten eingestampft würde.

Mehr als die Hälfte will die Kirmes erhalten

Einen Anlauf hatte die Verwaltung in der Vergangenheit bereits unternommen, doch der Rat der Gemeinde entschied anders. Bis 2020 ist die Kirmes in Herbern noch festgesetzt. Und dann? Will man das noch oder wartet man darauf, bis keiner mehr kommt – weder Schausteller noch Besucher?

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609 Herberner haben an einer (nicht repräsentativen) Online-Abstimmung unserer Redaktion teilgenommen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer – 54 Prozent – ist der Meinung, dass die Kirmes in Herbern zwar eine kleine, aber immer noch feine Veranstaltung sei und sie fortgeführt werden sollte.

Die Frage im Vorfeld: Braucht Herbern seine Kirmes noch?

  • 54 Prozent: Ja. Das ist immer noch eine kleine, aber feine Veranstaltung. Die Kirmes sollte fortgeführt werden.
  • 36 Prozent: Nein. Es macht keinen Sinn, etwas zu erhalten, das nicht mehr funktioniert.
  • 8 Prozent: Jein. Eigentlich sind alle Herberner dazu aufgerufen, die Kirmes mit ihrem Besuch zu unterstützen. Hoffentlich klappt das in Zukunft wieder besser.
  • 2 Prozent: Ist mir egal.

Kirmes mit einer anderen Veranstaltung zusammenlegen?

Eindeutig ist das Ergebnis nicht. Und auch die Lesermeinungen auf Facebook gehen teils auseinander: abschaffen oder den Ort mit Leben füllen? Ein User schreibt: „Also grundsätzlich finde ich es sehr schade, wenn eine Veranstaltung von der Bildfläche verschwindet. Die Kirmes in Herbern hat einen schweren Stand, das steht ganz außer Frage. Vielleicht sollte man über einen anderen Termin nachdenken und das Ganze dann vielleicht wieder attraktiver gestalten.“ Ein Vorschlag, der immer wieder auftaucht, ist, die Kirmes mit einer anderen Veranstaltungen zusammenzulegen, etwa dem Kartoffelsamstag.

Ein Leser schreibt in einer E-Mail an die Redaktion, dass die Kirmes bestehen bleiben muss: „Nicht alle können sich einen Urlaub leisten und auf der Kirmes kann man sich auch ohne viel Geld amüsieren.“

„Die Kirmes gehört doch hier zum Kulturgut“

Fakt ist: Voll war es nicht am vergangenen Rummel-Wochenende in Herbern. Fakt ist auch, dass Schausteller im Vorfeld abgesagt haben, weil die Kirmes nicht mehr rentabel sei. In die Fakten mischt sich das Gefühl, mit der Kirmes in Herbern eine kleine Institution im Ort zu verlieren, sollte sie tatsächlich abgeschafft werden. Das sagen Besucher, aber auch Schausteller: „Die Kirmes gehört doch hier zum Kulturgut“, sagte in der vergangenen Woche etwa Adolf Christian Hortz vom Entenangeln. Aber nützt denn das Kulturgut, wenn keiner mehr kommt?

Man werde sehen, wie sich das Ganze entwickelt, sagte Rolf Kehrenberg aus der Ordnungsverwaltung in dieser Woche. Vielleicht läuft sie von selbst aus, sollten im nächsten Jahr weitere Schausteller absagen. Vielleicht aber steckt auch in der Antwort die Lösung, für die 8 Prozent unserer Leser abgestimmt haben: „Eigentlich sind alle Herberner dazu aufgerufen, die Kirmes mit ihrem Besuch zu unterstützen. Hoffentlich klappt das in Zukunft wieder besser.“

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