Schützenjahr ohne König: So erinnern Bürgerschützen Ascheberg an verstorbenen Frank Weber

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Ein besonderes Schützenjahr liegt vor den Bürgerschützen Ascheberg. Sie müssen das Jahr ohne ihren König bestehen. Frank Weber war plötzlich gestorben - drei Wochen nach dem Königsschießen.

Ascheberg

, 14.03.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein bewegendes Jahr liegt hinter den Mitgliedern des Bürgerschützenvereins Ascheberg. Im vergangenen Sommer verstarb ihr König Frank Weber. Plötzlich und völlig unerwartet kam der 57-Jährige nicht mehr von einer Fahrradtour zurück.

Der selbstständige Statiker erlitt einen Herzinfarkt und verstarb später im Krankenhaus. All das ist nur drei Wochen nach Webers Krönung zum neuen Schützenkönig passiert.

Nach der traurigen Nachricht sagten die Verantwortlichen des Schützenvereins anstehende Schützenfeste bei befreundeten Schützenvereinen in Davensberg und Herbern ab. Ende Mai steht wieder das eigene Schützenfest an.

Schützenfest ohne König planen

Doch wie soll man das eigene Schützenfest ohne König feiern? Die Antwort auf die quälende Frage hatte Birgit Weber, die Witwe von Frank Weber, selbst. Sie möchte an möglichst allen geplanten Terminen des Schützenvereins teilnehmen.

„Frank hätte das so gewollt.“ Das hat sie immer wieder gesagt, wenn Andreas Reckel sie vor einer Veranstaltung angerufen hat. Der Vorsitzende des Vereins, der die außergewöhnliche Situation managen muss, hat sich immer wieder versichert, ob Birgit Weber dabei sein möchte.

„Wir haben uns da komplett nach ihr gerichtet. Wenn sie etwas hätte nicht machen wollen, hätten wir umgeplant. Aber ihr war es immer wichtig, die Termine wahrzunehmen“, erzählt Reckel. All das wäre wohl auch im Sinne von Frank gewesen, glaubt er.

Frank Weber wurde am 10. Mai 2018 zum neuen König des Bürgerschützenvereins Ascheberg gekürt. Kurz darauf verstarb er.

Frank Weber wurde am 10. Mai 2018 zum neuen König des Bürgerschützenvereins Ascheberg gekürt. Kurz darauf verstarb er. © Bürgerschützenverein Ascheberg (A)

Andreas Reckel ist erleichtert und froh, dass die Witwe, die gerade solch einen Verlust verkraften muss, mitmacht: „Wir sind total glücklich, wie sie das meistert. Sie macht das richtig toll. Und das alles ist nicht selbstverständlich.“ An ihrer Seite ist dabei stets ihr Sohn Ferdinand. „Er vertritt seinen Vater. Er macht das richtig gut“, sagt Reckel.

Das wird auch bei dem ersten wichtigen Termin des Bürgerschützenvereins in diesem Jahr so sein. Bei der traditionellen Baumpflanzaktion am Samstag, 30. März, wird der junge Mann seine Mutter Birgit erneut begleiten.

Gemeinsam werden sie mit den Verantwortlichen des Vereins einen Baum für ihren König, für den verstorbenen Frank Weber, pflanzen.

Sohn Ferdinand nimmt Rolle des Königs ein

Ohne ihren König werden die Mitglieder das Schützenfest Ende Mai feiern. Nach dem plötzlichen Todesfall wird es speziell werden. Welche Änderungen es im Detail gibt, besprechen die Vorstandsmitglieder in der kommenden Woche.

Manche Abläufe bleiben aber beim Alten. „Wie den König auch werden wir in diesem Jahr unsere Königin Birgit abholen“, erzählt Reckel.

Auf den Parademarsch werden die Schützen dieses Mal wohl verzichten. Mit ihrem Sohn nimmt Birgit Weber dann in der Kutsche Platz. Der Umzug soll dann aber nicht direkt zum Festplatz, sondern auf den Friedhof zum Grab von Frank Weber führen.

Einige Veränderungen im Protokoll

Etwas anders wird auch die Ordensübergabe am Donnerstagabend, 30. Mai, sein. Die Kette an den neuen König wird wohl Ferdinand Weber an der Seite seiner Mutter und Königin Birgit übernehmen. „Wir werden das so normal wie möglich halten“, erklärt Andreas Reckel.

Die nachfolgenden Veranstaltungspunkte sollen wie in jedem Jahr aussehen: Freitag Zeltfete für die Jugendlichen, Samstag Königsball mit dem neuen Königspaar, Sonntag Frühschoppen mit Ehrungen. Zum Abschluss findet dieses Mal ein Kaiserschießen mit den vergangenen Königen in der Avantgarde statt. Sie feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen.

Dieses Schützenjahr wird in jedem Fall ein einzigartiges. In Gedanken werden die Schützen bei ihrem verstorbenen König Frank Weber sein.

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