Für wen haben die Bürger in der Gemeinde Ascheberg bei den vergangenen Bundestagswahlen gestimmt? © picture alliance/dpa
Bundestagswahl 2021

Bundestagswahlen in der Gemeinde Ascheberg: Die Jagd auf die CDU beginnt

Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt. Wir blicken zurück auf die vergangenen Wahlen - welche Parteien hatten in Ascheberg die Nase vorn und wer erlebte eine Achterbahnfahrt?

Die Bundestagswahl steht an. Am 26. September dürfen auch etwa 12.000 Wahlberechtigte aus der Gemeinde Ascheberg wählen gehen. Und das hat ein Großteil von ihnen bereits bei den vergangenen Bundestagswahlen getan. Die Wahlbeteiligung lag in Ascheberg bei der Bundestagswahl im Jahr 2009 bei 77,6 Prozent, 2013 bei 78,6 Prozent und bei der letzten Bundestagswahl 2017 bei 81,9 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit lag die Wahlbeteiligung 2017 bei 76,2 Prozent.

Wer kann die CDU schlagen?

Wer sich durch die Ergebnisse der vergangenen Bundestagswahlen in Ascheberg wühlt, stellt schnell fest – wer in Ascheberg die Wahl gewinnen möchte, muss an der CDU vorbei. 2009 erhielt ihr Kandidat Karl Schiewerling 55,4 Prozent der Erststimmen in Ascheberg. 2013 konnte er das Ergebnis nochmal verbessern auf 60,4 Prozent. Karl Schiewerling war von 2005 bis 2017 im Bundestag tätig. Anfang 2021 ist er gestorben.

Sein Nachfolger Marc Henrichmann erreichte 2017 immerhin 54,87 Prozent der Erststimmen. Auch bei den Zweitstimmen hatte die CDU bei den Bundestagswahlen zwischen 2009 und 2017 immer die Nase vorn. Aber zuletzt haben die Christdemokraten hier an Stimmen verloren. Bekamen sie 2013 noch 53,7 Prozent der Zweitstimmen aus Ascheberg, waren es 2017 „nur“ noch 46,26 Prozent. 2009 waren es 46,6 Prozent.

Der Durchhänger der FDP

Dieses Auf- und Ab bei den Zweitstimmen für die CDU in Ascheberg ähnelt dem der FDP – nur in die entgegengesetzte Richtung. 2009 bekam die FDP 17,3 Prozent der Stimmen aus Ascheberg, 2013 waren es 6,2 und 2017 exakt 15,51 Prozent. An dieser Stelle ein Blick über Ascheberg hinaus: 2013 war das Jahr, in dem die FDP zum ersten Mal nicht in den Deutschen Bundestag einzog. Sie scheiterte, genauso wie übrigens die AfD, knapp an der 5-Prozent-Hürde.

2013 spielte die AfD bei den Ergebnissen in Ascheberg nur eine untergeordnete Rolle (2,0 Prozent der Erststimmen, 2,9 Prozent der Zweitstimmen). 2017 trat im Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II, zu dem auch Ascheberg gehört, dann kein Kandidat für die AfD mehr an. Bei den Zweitstimmen erreichte sie 5,74 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit waren es 12,6 Prozent. Für die Bundestagswahl 2021 wurde für den Wahlkreis wieder ein AfD-Kandidat aufgestellt.

Was macht eigentlich die SPD?

Und die SPD? Sie erinnert in Ascheberg ein bisschen an Bayer Leverkusen im Fußball – der ewige Vizemeister. Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen lag man immer hinter der CDU auf dem zweiten Platz. Zuletzt verloren Sozialdemokraten leicht an Stimmen, lagen aber bei den vergangenen drei Bundestagswahlen immer zwischen 20 und 25 Prozent.

Die Linken erlebten zuletzt in Ascheberg einen leichten Aufwärtstrend. 2017 holten sie hier 4,71 Prozent der Zweitstimmen und 5,44 Prozent der Erststimmen. Auch Die Linke hatte wie die FDP bei der Bundestagswahl 2013 in Ascheberg einen Durchhänger, 2009 lagen die Ergebnisse nur leicht unter denen von 2017.

Die Grünen auch in Ascheberg im Aufwind?

Auf Bundesebene erleben die Grünen gerade etwas Gegenwind. Trotzdem liegen sie nach Umfragen derzeit bei Werten zwischen 17 und 19 Prozent. 2017 erreichten sie ein Ergebnis von 8,9 Prozent. Bleibt die Frage: Kann sich dass auch auf die lokalen Ergebnisse abfärben. An der FDP sieht man, dass sich die Ergebnisse durchaus ähneln können. Fakt ist: Zuletzt erreichten die Grünen in Ascheberg 5,43 Prozent der Zweitstimmen, 2013 waren es noch 6,4 Prozent, 2009 7,4. Bei den Erststimmen der umgekehrte Trend: Von den drei verglichenen Bundestagswahlen gab es hier im Jahr 2017 das beste Ergebnis mit 6,46 Prozent.

Natürlich standen in Ascheberg auch zahlreiche kleinere Parteien zur Wahl. 2009 erreichte ein Kandidat der NPD in Ascheberg 0,8 Prozent der Erststimmen, die Piraten holten 1,1 Prozent der Zweitstimmen.

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