Christel Homanns Liebe gilt einer ganz besonderen Sprache

mlz80. Geburtstag

„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“ So lautet das Lebensmotto von Christine „Christel“ Homann. Ihre Liebe und Passion gilt einer ganz besonderen Sprache.

Herbern

, 09.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl die gebürtige Herbernerin, die heute ihren 80. Geburtstag feiert, gemeinsam mit ihrem verstorbenen Ehemann Hubert und den beiden Kindern Susanne und Hubertus jahrelang in Hamm gelebt hat, kann man sie als „Herberner Urgestein“ bezeichnen.

Seit inzwischen mehr als 20 Jahren ist die rüstige Seniorin sehr engagiert im Heimatverein Herbern tätig. Ob Dorfführungen, plattdeutsche Abende oder die Arbeit als zweite Vorsitzende, bei allen Dingen ist sie mit viel Spaß und Herzblut dabei.

Christel Homann moderiert offenes Singen am Schloss Westerwinkel

Seit 18 Jahren moderiert Christel Homann ebenfalls das offene Singen des Heimatvereins im Schlosshof von Westerwinkel. So ganz nebenbei hat sie gemeinsam mit Anne Sobek noch das Büchlein „Bi us to Hues“ geschrieben; Gedichte und Geschichten aus dem Münsterland.

Einmal die Woche geht die Oma und Uroma von sechs Enkeln und einem Urenkelchen zum Sport und mit ihren Freundinnen schiebt sie einmal monatlich eine keinesfalls ruhige Kugel beim Kegeln. Als wäre das nicht schon genug, ist sie noch ehrenamtlich beim Krankenhausbesuchsdienst in Hiltrup tätig.

Christel Homanns Liebe gilt einer ganz besonderen Sprache

Auf diesem älteren Bild ist Christel Homann beim plattdeutschen Theater, damals noch im Saal vom inzwischen abgerissenen Haus Bathe, gemeinsam mit Josef Rubbert und Bernhard Nientiedt zu sehen. © Rerpo Claudia Hurek

Als jüngstes von vier Kindern kam Christel Homann kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zur Welt. Während der Vater im Krieg war, wurde ihr Bruder Paul der Versorger der Familie und passte auf alle auf. An die Kriegsjahre hat die gelernte Zahnarzthelferin nicht viele Erinnerungen. „Was ich allerdings noch genau weiß, dass mein Großvater lange in Herbern im alten Krankenhaus gelegen hat. Da war ich ungefähr 4 Jahre alt. Und ich kann mich noch vage erinnern, dass wir oftmals in den Erdbunker auf Nordhoffs Apfelwiese geflüchtet sind.“

Im Jahr 1961 haben sie und ihr vor 10 Jahren verstorbener Ehemann Hubert geheiratet. Die Kinder Susanne und Hubertus komplettierten das Familienglück. Für die Arbeit zog die kleine Familie nach Hamm, wo sie bis zur Rückkehr nach Herbern im Jahr 2001 gelebt hat.

„Es war eine tolle Zeit“, sagt die Herbernerin

„Mein verstorbener Ehemann war Ingenieur und ich habe mit ganz netten Kollegen mehr als 20 Jahre in der Filiale einer Kaffeerösterei gearbeitet, das war eine tolle Zeit. Ich erinnere besonders gerne an die vielen Ausflüge mit den Kolleginnen zurück; einmal sogar bis nach Griechenland.“

Bereits während ihrer Zeit in Hamm engagierte sich die Liebhaberin der plattdeutschen Sprache bei der kfd, der Kirchengemeinde und im dortigen Heimatverein. Besonders das Plattdeutsch liegt ihr am Herzen. Im Jahr 1960 spielte sie zum letzten Mal im plattdeutschen Theater in Herbern gemeinsam mit Josef Rubbert und Bernhard Nientiedt in dem Stück „Wu is datt mit Siska“.

Zurück in die alte Heimat nach Herbern

Noch vor den Eltern zog es die beiden Kinder wieder in die alte Heimat. „Mein Bruder und ich haben oftmals unsere Verwandten besucht und haben uns auch dort beide in Herberaner verliebt“, erzählt Tochter Susanne Struhkamp.

An ihrem heutigen Ehrentag freut sich Christel Homann in ihrer gemütlichen Wohnung „auf jeden, der kommen möchte“. Am Wochenende wird dann im Kreis der Familie der runde Geburtstag kräftig gefeiert.

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