Der Goldrausch in Alaska und Kanada hat Onkel Dagobert zum Milliardär gemacht. Auch Christopher Oelkrug aus Herbern will sein Glück versuchen. Seit zwei Jahren plant er seine Reise.

Herbern

, 26.02.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Touristen, die sich in den USA auf die Spuren der Goldgräber begeben, erhoffen sich nicht viel. Sie wollen einfach mal die Pfanne schwingen mit ihrem Hut auf dem Kopf und ein bisschen „wilder Westen“ spielen. Und wenn sie nichts finden, kaufen sie sich im nächsten Souvenirladen ein kleines Andenken.

Genau das hat Christopher Oelkrug (35) aus Herbern auch mal gemacht. Damals, in Utah. Mit der Goldwaschpfanne in der Hand und dem Hut auf dem Kopf. Dieses Mal soll’s etwas größer werden: ohne Pfanne, dafür mit einem sogenannten „Highbanker“.

Christopher Oelkrug (35) aus Herbern begibt sich in Kanada auf die Suche nach dem Gold

Christopher Oelkrug beim Goldwaschen in Utah. © Oelkrug

Mit drei Kollegen macht sich Oelkrug im Mai auf die Suche nach dem Gold. Nicht die USA sind das Ziel, sondern Kanada. Kamloops in der Provinz British Columbia, sechs Stunden Autofahrt von Vancouver entfernt. Zwei Jahre haben sie sich vorbereitet – für gerade einmal zwei Wochen Aufenthalt. Und warum macht man das?

Rundreise durch Namibia, Roadtrip durch die USA

„Die Idee ist einfach irgendwann gereift“, sagt Oelkrug in seinem Elternhaus in Herbern. „Die Natur ist schön, vielleicht ist es das Abenteuer.“ Oder es wird einfach nur total langweilig, meint seine Mutter Violet, die ihm gegenüber am Esstisch sitzt. Sie ist Kanadierin.

Oelkrug, der Halbkanadier mit zwei Pässen, arbeitet in Hildesheim bei einer Firma für Proteinanalytik. Er ist Business Developer, reist gerne, wenn er nicht gerade arbeitet. Rundreise durch Namibia, Roadtrip durch die USA, 200 Kilometer Nijmegen-Marsch in den Niederlanden. Und im Mai auf Goldsuche im Heimatland seiner Mutter.


Monatlich haben sich CO, IV, ST und MH – so stehen ihre Initialen auf einem Aufnäher, den sie extra für die Reise entworfen haben – in den vergangenen zwei Jahren getroffen. Sie kauften eine Goldwaschanlage im Internet, den sogenannten Highbanker. Eine Rinne mit einer Pumpe, die den erhofften Erfolg bringen soll.

Sie haben sich eingelesen in die geologischen Verhältnisse vor Ort. Mit Goldsand aus dem Internet haben sie Pumpe und Rinne getestet. Die Begegnung mit einem Bären haben sie nicht getestet.

„Einer muss immer die Bärenwache übernehmen“, sagt Oelkrug. Und wenn einer kommt? „Dann geht’s ins Auto.“ Mehr Angst habe er aber vor den Stinktieren, sagt der 35-Jährige. Sollte er auch haben, mahnt seine Mutter. „Der Geruch ist erbärmlich.“

Goldnuggets oder Diamanten

Mit dem Highbanker im Koffer geht es am 20. Mai ins Flugzeug; am liebsten mit ein bisschen Geld in den Taschen Anfang Juni wieder zurück nach Deutschland. „Na ja, wir sind schon realistisch. Wenn wir mit nichts rausgehen, dann ist das so. Aber wir können auch Glück haben.“

„Gold Expedition“: Den Aufnäher mit den Initialen der vier Teilnehmer haben sie extra für die Reise entworfen.
Christopher Oelkrug (35) aus Herbern begibt sich in Kanada auf die Suche nach dem Gold

Der Aufnäher mit den Initialen der Teilnehmer. © Oelkrug

Die Schaufeln kaufen sie vor Ort. „Wir werden da tagelang schüppen“, sagt Oelkrug und grinst.

Verrückt, meint seine Mutter.

„Vielleicht finden wir mehrere Goldnuggets oder Diamanten“, sagt Oelkrug und grinst noch immer.

Oder ihr werdet einfach nur von einem Bären gefressen...

Die gesetzlichen Regelungen:

  • Christopher Oelkrug hat als Halbkanadier eine Option auf mehrere Claims in Kanada – ein bestimmtes Gebiet, das nach dem Kauf ihm gehören würde. Vor Ort will er sich entscheiden, welchen Claim er übernimmt.
  • In Kamloops darf die Truppe um den Herberner auch den Highbanker einsetzen und nicht nur die Goldwaschpfannen, da es sich um den Claim eines kanadischen Vereins handelt, bei dem sie sich im Vorfeld angemeldet haben.
  • Den Highbanker dürfen sie nicht auf sogenanntem „Crown Land“ einsetzen – „Kronland“ sind in Kanada Landflächen, die sich nicht im Privatbesitz befinden, sondern dem Staat unterstellt sind. Touristen, die das machen, müssen mit einer Geldstrafe rechnen.
  • „Als Halb-Kanadier komme ich im Endeffekt leichter an das sogenannte Free Miner Certificate, welches ich für das Goldschürfen mit Highbanker und den Erwerb eines Claims benötige“, sagt Oelkrug.
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