Coronavirus: So geht es Mel‘s Café in Herbern mit der Schließung

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Restaurants, Cafés, Fitnessstudios - es sind nur einige der Unternehmen, die im Zuge der Coronakrise schließen mussten. Wir haben mit dem Team von Mel‘s Café über die Situation gesprochen.

Herbern

, 20.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Dienstag sind in Ascheberg und Herbern wie in anderen Städten zahlreiche Betriebe geschlossen. Restaurants mussten ihre Türen schließen, ebenso wie Fitnessstudios, Spiel- und Bolzplätze oder Sportanlagen.

„Mel’s Café“ in Herbern ist einer dieser Betriebe. Das Team hat sich am vergangenen Montag zusammengesetzt, um zu besprechen, was es angesichts der Coronakrise tun soll. „Das ist unser Ruhetag. Da haben wir entschlossen, zuzumachen“, sagt Markus Hegemann. Er ist einer der rund 10 Mitarbeiter, die das Café hat.

Zuvor war das Öffnen noch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu eingeschränkten Zeiten möglich gewesen. Das war für Betreiber Malcolm Penn jedoch nicht möglich gewesen. Denn das Café sei so klein, dass man dort keinen Sicherheitsabstand hätte einhalten können.

Das Team hat für die Schließung Verständnis

Sein Team habe dafür Verständnis gehabt, außerdem habe er seine Mitarbeiter keiner gesundheitlichen Gefahr aussetzen wollen, sagt der gebürtige Brite, der das Café vor zwei Jahren eröffnet hatte. Zuvor hatte er 18 Jahre lang eine Eisdiele in Herbern geleitet.

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Am Montag dann verkündete Betreiber Penn die Schließung auf seiner Facebook-Seite. Im Fenster des Cafés hängt ein Plakat, das auf den Entschluss hinweist. „Wir haben da einen guten Rückhalt“, sagt Hegemann. Insgesamt sei die Stimmung im Team trotz der aktuellen Situation gut.

„Es sind sehr wenige Leute in der Stadt, es ist sehr ruhig“, sagt Penn. Aber es habe auch ein bisschen gedauert, da die Leute dachten, dass das Virus nicht bis hierher komme. Jetzt grüße man sich auf die Distanz und spreche kurz miteinander, so Penn. „Die Verantwortung ist bei den Leuten angekommen“, sagt Hegemann.

Der Betrieb im Mel's Café ruht seit Montag. Wann Malcolm Penn seinen Laden wieder aufmachen kann, ist derzeit noch ungewiss.

Der Betrieb im Mel's Café ruht seit Montag. Wann Malcolm Penn seinen Laden wieder aufmachen kann, ist derzeit noch ungewiss. © Archivfoto Penn

Zeit, für Speisepläne und die eigene Wohnung

Nun nutzten die Mitarbeiter die Zeit, um die Getränke- und Speisekarten zu überarbeiten. Oder, um die eigene Wohnung auf Vordermann zu bringen, sagt Penn und lacht.

Wirtschaftlich gehe es dem Café gut, bis jetzt. „Wir sind optimistisch, dass wir das überleben und schaffen werden“, so Hegemann. Die finanzielle Belastung sei derzeit nicht so groß. Sorge bereiteten ihm andere Betriebe, die nun um ihre Existenz bangen und schließen müssen.

Wie lange Mel’s Café geschlossen bleiben wird, ist so wie bei vielen Betrieben in NRW aktuell unklar. „Wir haben so lange zu, wie es nötig ist“, so Penn.

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