Enno (7) und Elias (5) sind unterwegs auf der Altenhammstraße, um mit Hilfe des eigenen Abfallsammelfahrzeuges für eine saubere Umwelt zu sorgen. © Thomas Peek
Müllsammler in Herbern

„Den Müll sammeln wir jeden Tag“ – Zwei Kinder aus Herbern räumen auf

Elias Brinker (5) und Enno Hagenkamp (7) können es nicht mehr sehen: Überall liegt Abfall herum. Doch die beiden Freunde haben eine Idee, was sie dagegen machen können.

„Wir haben uns ein Buch über die Müllabfuhr angeschaut und dann kam die Idee“, erinnert sich der 5-jährige Elias zurück an den Beginn der Aktion. Gemeinsam mit seinem Freund und Nachbarn Enno (7) wollte er genau wie die Figuren im Buch helfen, die Umwelt vom Müll zu befreien.

Gesagt, getan. Seit Wochen sind die beiden nun schon täglich unterwegs, um „ihr“ Gebiet zwischen Siepenweg und Neuenhammstraße und darüber hinaus zu säubern und sauber zu halten. „Das Wetter ist uns egal, den Müll sammeln wir jeden Tag“, weiß Enno die Frage zu beantworten, ob denn aufgrund des stürmischen und ungemütlichen Wetters auch mal eine Route ausfallen muss. „Wir sind immer auf Achse und machen alles sauber. Auch gestern, als es stürmisch war“, wirft er hinterher.

Gokart und Trettraktor werden zu Sammelfahrzeugen

Als „Abfallsammelfahrzeug“ dient den jungen Umweltaktivisten entweder das Gokart oder der Trettraktor, jeweils mit angekoppeltem Anhänger. Wegeränder, Grünflächen, Sträucher und Spielplätze werden mit äußerster Sorgfalt auf herumliegenden Müll inspiziert und jedes kleine Stückchen wird mittels Arbeitshandschuhen und Greifzange auf den Anhänger verfrachtet.

Mit großer Begeisterung sind Enno Hagenkamp (7) und Elias Brinker (5) unterwegs um Herberns Umwelt vom Müll zu befreien.
Mit großer Begeisterung sind Enno Hagenkamp (7) und Elias Brinker (5) unterwegs um Herberns Umwelt vom Müll zu befreien. © Thomas Peek © Thomas Peek

Natürlich wird er dabei auch akribisch genau getrennt, in mehrere auf dem Hänger stehenden Eimern. Ob nun Verpackungsmüll, Papiermüll, Glasflaschen, Schutzmasken, die schier unendlich vielen Zigarettenkippen oder Beutel mit Hundekot. Auch ein 2-Cent-Stück liegt auf der Ladefläche des Anhängers. Die größten Schätze sind aber wohl die, welche ein Pfandlogo aufgedruckt bekommen haben. Schnell häufen sich schon mal einige Kilo Unrat an. „Die Entsorger sind uns schon etwas entgegengekommen“, freut sich Elias Großvater Josef Pohlplatz über Unterstützung bei der häuslichen Entsorgung der zusammengetragenen Müllberge.

Windeln und Flachmänner

„Gestern haben wir schon wieder benutzte Babywindeln auf dem Spielplatz gefunden“, zeigt er sich erbost über die Rücksichtslosigkeit gegenüber den anderen dort spielenden Kindern. „Und hinter einer Hecke haben wir letztens unzählige Flachmänner gefunden. Da hatte wohl jemand Durst gehabt und die Flaschen dann dorthin geworfen“, fügt er an.

Es dauert nicht lange bis der Anhänger beginnt sich zu füllen. Mit Hilfe der beiden Eimer kann schon sofort mit der Mülltrennung begonnen werden.
Es dauert nicht lange bis der Anhänger beginnt sich zu füllen. Mit Hilfe der beiden Eimer kann schon sofort mit der Mülltrennung begonnen werden. © Thomas Peek © Thomas Peek

Wer Elias und Enno mal bei einer ihrer Müllsammelaktionen gesehen und erlebt hat, weiß: Diese Jungs sind voll in ihrem Element. Da gibt es auch keinen Blick zurück zum Opa. Mit unaufhaltbarem Enthusiasmus knöpfen sie sich Busch für Busch, Hecke für Hecke, Weg für Weg und Grünfläche für Grünfläche vor. Den Müll fest im Visier, mit dem Gokart stets voran und immer der Nase nach.

Patenschaften für Grünflächen in Ascheberg

Die Gemeinde Ascheberg hat zum Thema „Pflege und Unterhaltung der öffentlichen Grünflächen“ auch ein ganz spezielles Angebot. So gibt es die Möglichkeit, Patenschaften für kleine öffentliche Grünanlagen wie Pflanzbeete, Baumstandorte oder Grünstreifen zu übernehmen. Wer die Pflege für eine zuvor festgelegte Grünanlage übernimmt, erhält auf Wunsch eine Urkunde und darf sich je nach Größe der Anlage jährlich über einen Anerkennungsbetrag zwischen 20 und 50 Euro freuen.

Nachbarschaften, die gemeinsam eine größere Grünanlage pflegen, erhalten sogar bis zu 100 Euro. Freuen würde sich Janine Reddemann vom Tiefbauamt in Ascheberg auch über eine Rückmeldung der Familien Brinker und Hagenkamp, vielleicht wäre ja solch eine Patenschaft möglich. „Für uns sind diese Patenschaften eine enorme Unterstützung. Es gibt bereits viele von ihnen und es wird sich vorbildlich darum gekümmert“, ist sie dankbar über die Unterstützung.

Für Rückfragen zum Thema Patenschaften steht Janine Reddemann unter der Telefonnummer 02593 509-6614 oder per E-Mail an reddemann@ascheberg.de zur Verfügung.

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