Deutlich weniger Linden müssen an der Sandstraße in Ascheberg gefällt werden

Baumbestand in Ascheberg

Um 13 Linden an der Sandstraße ist ein reger Streit in Ascheberg entfacht. Sie sollten allesamt gefällt werden. So lautete der Plan der Verwaltung. Doch nun werden deutlich weniger Bäume gefällt.

Herbern, Ascheberg

, 24.01.2020, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Deutlich weniger Linden müssen an der Sandstraße in Ascheberg gefällt werden

Kranke Bäume an der Sandstraße: Weil 13 Linden nicht mehr stand- und verkehrssicher sind, wollte die Gemeindeverwaltung die Bäume fällen lassen. Nach einem neuen Gutachten sollen maximal vier Bäume weichen. Für rege Diskussionen sorgte das Vorhaben dennoch. © Gemeinde Ascheberg

13 Linden sollen entlang des Friedhofs an Sandstraße verschwinden. Die Pflanzen, teilweise uralt, sollen gefällt werden, weil sie krank und nicht mehr stand- und damit verkehrssicher sind. So lautete der Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung Ascheberg, der Ende November dem Bau-, Planungs- und Umweltausschusses (BPUA) vorgestellt wurde.

Knapp zwei Monate später wurde das Vorgehen nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch im jüngsten Ausschuss am Donnerstag, 23. Januar, rege diskutiert. Kritikpunkt: Die Verwaltung hat die Öffentlichkeit und die Ausschussmitglieder nicht genügend informiert.

Fehler in der Kommunikation

Dazu stellte die CDU den Antrag, das Thema mit auf die Tagesordnung zur Diskussion zu nehmen. Fehler in der Kommunikation räumte Klaus van Roje, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, gleich eingangs ein. „Der Bericht in der letzten Ausschusssitzung war nicht ausreichend. Das weitere Vorgehen hätten wir vorlegen müssen.“

Dies holte er nun nach. Demnach beurteilten sowohl Mitarbeiter des Bauhofes als auch unabhängige Baumgutachter der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde den Zustand der Linden. Bei zwei Linden kamen beide Seiten zum selben Ergebnis: Sie müssen gefällt werden, weil sie nicht mehr stand- und verkehrssicher sind. Bei zwei weiteren Linden ist man noch uneins.

Nachbehandlung steht dem Fällen gegenüber

Während der Baumgutachter eine Nachbehandlung der Pflanzen vorsieht, plädiert die Verwaltung für das Fällen. „Es sind zwei Bäume, die beim besten Willen nicht zu sichern sind. Man müsste die Bäume so stark zurückschneiden, dass nur noch Besenstiele übrig bleiben würden“, erklärte van Roje.

Deutlich weniger Linden müssen an der Sandstraße in Ascheberg gefällt werden

Einige Linden an der Sandstraße zeigen Anfahrschäden. © Gemeinde Ascheberg

Nun liegt es bei der Unteren Naturschutzbehörde, über die Zukunft der beiden Bäume zu entscheiden. Darüber hinaus sollen an neun Linden Baumpflegearbeiten erfolgen, statt sie wie zunächst geplant auch zu fällen. All das beantragt die Verwaltung, weil sie ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen muss.

„Ich werde einen Teufel tun“

Demnach können die Ausschussmitglieder nicht über das Fällen der Bäume entscheiden. Es sei denn, sie sind gegen die Antragstellung der Verwaltung an die zuständige und verantwortliche Untere Naturschutzbehörde. Dann müssten die Ausschussmitglieder aber auch die Verantwortung in dieser Sache tragen.

„Ich werde Ihnen mit Sicherheit nicht in die Quere kommen und die Verkehrssicherungspflicht an die Verwaltung geben. Ich werde einen Teufel tun, für diese Dinge die Verantwortung zu übernehmen. Wenn etwas schief geht, weil die Bäume nicht mehr standsicher sind, dann stehen wir auch in der Verantwortung“, findet Elmar Hammwöhner (SPD) deutliche Worte. Das sahen dann auch die anderen Ausschussmitglieder so ein.

Rege Diskussionen

Den Antrag, dem bis auf eine Enthaltung dann zugestimmt wurde, wird die Gemeindeverwaltung nun an die Untere Naturschutzbehörde stellen. Dazu gehören auch Atemschutzmaßnahmen und Ersatzpflanzungen der gefällten Bäume im Verhältnis 1:1. Das heißt, für jeden gefällten Baum wird ein neuer an anderer Stelle gepflanzt.

Auch wenn die hiesigen Politiker hier die Entscheidungsbefugnis an Verwaltung und Naturschutzbehörde abgegeben haben, hielt es sie nicht davon ab, rege über das Thema zu diskutieren.

Einige Bäume an der Sandstraße bereits gefallen

Da ist etwa die Rede von „Alleen als Kulturgut“ (Barbara Kehrmann, UWG) oder einer „niedlichen und absurden Diskussion“ (Frank Holtrup, parteilos). „Wir sprechen hier über zehn Bäume. Wir haben an anderen Stellen 300 Jahre alte Bäume gefällt und locker mal eben 40 Bäume verloren“, sagt Holtrup.

Auch an der Sandstraße verschwanden in den vergangenen Jahren schon Bäume in der Allee. Drei Linden fielen der Notfällung zum Opfer, vier weitere wurden entfernt, wobei eine Linde durch den Sturm Kyrill 2007 umgestürzt ist. Die Allee sei als solche kaum noch zu erkennen, heißt es seitens der CDU.

„Ich wurde von Bürgern angesprochen, ob es normal sei, dass man vom Aldi bis zur Reithalle durchgucken kann. Da hat man mich gefragt, warum ich überhaupt im Rat sitze. Das hat mich schon sehr geärgert. Da muss man die Öffentlichkeit deutlich besser mitnehmen“, erklärte Ludger Wobbe (CDU).

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