Dienst an Weihnachten ist für „Melli“ keine Last, sondern große Freude

mlzMalteserstift St. Benedikt Herbern

Arbeiten an den Feiertagen? Wer es vermeiden kann, tut es. Nicht so Melanie Heimann (39). Die Pflegekraft freut sich auf Weihnachten mit „ihren“ Bewohnern im Malteserstift.

Herbern

, 24.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn sie mal einen Mann kennenlernt, darf sie aber nicht weggehen“, so Maria Eickholt (87) über ihre „Lieblingspflegefachkraft“. „Wenn doch, geh ich einfach mit.“ Für Melanie Heimann (39), auf die sich dieses Lob bezieht, ist ihr Job nach wie vor ihr absoluter Traumberuf; dies ist im Umgang mit den älteren Menschen sofort spürbar.

Ihre Ausbildung absolvierte sie von 2001 bis 2004 noch am ehemaligen Standort des Malteser-Heimes an der Altenhammstraße. „Ich bin aber froh über das neue Gebäude“, so die engagierte Altenpflegerin. „Das alte Gebäude war nur von außen schön anzusehen. Wenn ich dort in den Keller musste, war das teilweise schon gruselig.“

Genügend Pflegepersonal für die 60 Bewohner

Insgesamt gibt es deutschlandweit rund 14.500 Einrichtungen der stationären Pflege. Während viele dieser Einrichtungen über Fachkräftemangel klagen, verfügt das Malteserstift St. Benedikt im Bakenfelderweg über genügend Pflegepersonal, um jedem der Bewohner der insgesamt 60 vollstationären Plätze sowohl pflegerisch als auch menschlich gerecht zu werden.

Dienst an Weihnachten ist für „Melli“ keine Last, sondern große Freude

Zuerst hatte die 87-jährige Maria Eickholt Angst vor Peppi, inzwischen sind die beiden ein Herz und eine Seele. © Melanie Heimann

Während die Dienste an Weihnachten zu den oftmals unbeliebtesten gehören, ist für Melanie Heimann dieser Dienst einer der schönsten. „Meine Kollegen, die Familie haben, werden ja eher zu Hause gebraucht“, erzählt sie. Die Nachtschichten dauern in der Regel von 20.30 Uhr bis in die Früh um 6.15 Uhr. „Ich liebe den Dienst an den Feiertagen. Man hat viel Zeit, mit den Bewohnern zu reden und sich ihre Ängste und Nöte anzuhören.“

Für die Bewohnerinnen ist „Melli“ der Fels in der Brandung

Für die Bewohnerinnen Maria Eickholt und Antonia Daniel ist Melanie der Fels in der Brandung und jemand, auf den man sich zu jederzeit verlassen kann. „Ich freue mich immer, wenn Melli Dienst hat“, so Maria Eickholt. „Sie ist lieb, nett und man kann mit ihr auch mal richtig Quatsch machen.“

Der Ehemann von Frau Eickholt lebt noch in der eigenen Wohnung und kommt oft zu Besuch. „Der will einfach noch nicht hierherziehen. Da ich kaum noch laufen kann, war der Platz hier die einzige Möglichkeit für mich“, sagt sie ganz ohne Bedauern. „Nur nach Hause fahre ich nicht gerne. Da würde ich dann tatsächlich lieber dort bleiben bei all den Erinnerungen.“

Bewohnerin Maria ist ein paar Stunden bei ihrem Mann

Das kommende Weihnachtsfest verbringt sie aber zumindest für ein paar Stunden bei ihrem Mann, mit dem sie seit über 51 Jahren verheiratet ist, der Tochter und den drei Enkelkindern.

Einige der Bewohner haben keine Familie mehr, die sie über das Weihnachtsfest für ein paar Stunden nach Hause holen würden; andere wiederum haben noch Familie, die sich allerdings aus unerfindlichen Gründen nicht kümmert.

„Alt werden ist nicht immer einfach“, so Antonia Daniel, die sich am meisten darüber ärgert, nicht mehr gut laufen zu können. „Deswegen haben wir auch nie Zeit“, fügt Maria Eickholt schmunzelnd hinzu. „Wir sind ja nicht mehr die Schnellsten. Da ist der Tag ruckzuck rum und man hat gar nicht viel geschafft.“

Für Antonia Daniel (87) ist Melanie „die beste Pflegeschwester der Welt.“

Die drei haben tatsächlich oft viel zu lachen. Man mag gar nicht glauben, dass die beiden alten Damen schon weit über 80 Jahre alt sind. Vor allen Dingen, wenn Maria Eickholt mal wieder versucht, die ledige Melanie zu verkuppeln. „Ich habe schon mal versucht, Melli mit meinem Neffen im Sauerland zu verkuppeln“, sagt die alte Dame und muss herzhaft lachen. „Aber dann schade ich ja mir selbst, wenn sie dann weggeht.“

Wie sehr Melanie Heimann ihren Beruf und „ihre“ Bewohner liebt, kann man wohl daran festmachen, dass sie selbst, wenn sie freie Tage oder Urlaub hat, hin und wieder nach dem Rechten sieht. Mit ihren beiden Hunden Peppi und Maya besucht sie dann die Bewohner, die sich sehr über die Gesellschaft der beiden Vierbeiner freuen.

„Melli“ kümmert sich um 30 Bewohner der Demenzstation

Gemeinsam mit ihren Kollegen, mit denen sie teilweise bereits seit vielen Jahren auch eng befreundet ist, sorgt sie für das Wohlergehen der 30 Bewohner auf der Demenzstation im Erdgeschoß des Seniorenzentrums an Bakenfelderweg.

Neben ihren beiden Hunden bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys. „Ich verbringe meine Freizeit am liebsten mit meiner Familie“, sagt die 39-Jährige, zu der neben ihrer Mutter und deren Lebensgefährten noch ihre zwei Brüder mit ihren Familien gehören.

Im kommenden Jahr geht es für die „Altenpflegerin aus Leidenschaft“ zu ihrem 40. Geburtstag auf große Fahrt und da ist sie dann tatsächlich einmal für 14 Tage „Out of Order“. Gemeinsam mit guten Freunden geht es auf einem Kreuzfahrtschiff Richtung USA, Jamaika und zu den Bahamas.

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