Dokumentation über Marga Spiegel und ihre Retter

Filmisches Denkmal

Drei Monate vor ihrem 102. Geburtstag starb am 11. März 2014 Marga Spiegel. Die Namenspatronin der Sekundarschule in Werne überlebte den Holocaust, weil fünf Bauernfamilien im südlichen Münsterland sie auf ihren Höfen versteckten. Ein Dokumentarfilm des LWL gibt jetzt einen Rückblick auf ihr bewegtes Leben.

WERNE/HERBERN

19.12.2014, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Filmemacherin Petra Seeger setzt mit ihrer 45-minütigen Dokumentation nicht nur Marga Spiegel ein filmisches Denkmal, sondern auch jenen fünf münsterländischen Bauernfamilien, die die Spiegels mit großer Zivilcourage vor dem Holocaust bewahrten.

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Marga Spiegel: Stationen eines bewegten Lebens

Marga Spiegels bewegtes Leben rührte sehr viele Menschen. Ihre Familie wurde von den Nazis ermordet, sie selbst überlebte den Holocaust in einem Versteck bei münsterländischen Bauern. Am 11. März ist Marga Spiegel im Alter von 101 Jahren in Münster gestorben.
11.03.2014
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Marga Spiegel, geborene Rothschild, kam am 21. Juni 1912 im hessischen Dorf Oberaula zur Welt. Am 11. März 2014 starb die Überlebende des Holocaust im Alter von 101 Jahren.© Foto: Archiv
Weil sie Jüdin war, wurde Marga Spiegel von den Nationalsozialisten verfolgt. Durch die Unterstützung mutiger Helfer entging sie der drohenden Deportation.© Foto: Bernd Paulitschke
Bauern versteckten sie: Der Hof Aschoff in Herbern bei Werne in der Zeit, als Marga Spiegel mit ihrer Tochter dort lebte.© Repro: Matthias Münch
Ein alter Stall auf dem heutigen Hof Rotert (früher Aschoff), auf dem Marga Spiegel mit ihrer Tochter Karin in den Jahren 1944 und 1945 lebte.© Foto: Matthias Münch
Das Haus der Familie Sickmann in der Capeller Straße in Werne. Oben ist das Dachfenster einer Kammer zu sehen, in der Marga Spiegel von den Eheleuten Johanna und Bernhard Sickmann versteckt gehalten wurde.© Repro: Helga Felgenträger
"Retter in der Nacht" heißt das Buch, das Marga Spiegel über die Jahre im Versteck vor den Nazis veröffentlichte.© Foto: Matthias Münch
Marga Spiegel und Anni Richter (r.) bei der Buchvorstellung von "Retter in der Nacht" in Herbern.© Foto: Tina Nitsche
Anni Richter (l.), geborene Aschhoff, und Marga Spiegel bei der Verleihung der Ehrenmedaillie der Stadt Werne. Anni Richter war das älteste von acht Kindern der Eheleute Heinrich und Maria Aschoff. Sie bewahrten die jüdische Familie Spiegel während der Nazi-Zeit auf ihrem Hof in Herbern vor der Deportation.© Foto: Tina Nitsche
"Ich werde es nie verstehen, wie Millionen Menschen einfach weggesehen haben. Umso höher sind die Taten unserer Retter zu bewerten", erklärte Marga Spiegel in einer spontanen Rede bei der Ehrung der Familie Sickmann. Bernhard und Margreth Siekmann freuten sich 2010 über die Ehrenmedaille der Stadt Werne, die Bernhards Vater Bernhard und seiner Mutter Johanna posthum verliehen wurde.© Foto: Tina Nitsche
Zu Ehren von Marga Spiegel wurde die Sekundarschule in Werne nach ihr benannt: Am 4. Juli 2013 gab es eine feierliche Eröffnung. Die Holocaust-Überlebende bewegte Lehrer wie Schüler. Die Klasse 5e bastelte Marga Spiegel eine Collage.© Foto: Helga Felgenträger
Trotz ihres hohen Alters nahm Marga Spiegel im Sommer 2013 an der offiziellen Eröffnung der nach ihr benannten Sekundarschule in Werne teil. Bürgermeister Lothar Christ und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) begrüßten die 101-Jährige am Tag der Eröffnungsfeier.© Foto: Helga Felgenträger
Schüler der Sekundarschule empfingen Marga Spiegel am 4. Juli 2013 bei der offiziellen Eröffnung des neuen Schulzentrums in Werne.© Foto: Helga Felgenträger
Marga Spiegel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) im Gespräch bei der Eröffnung der Marga-Spiegel-Sekundarschule in Werne.© Foto: Helga Felgenträger
Marga Spiegel am 4. Juli 2013 bei der Eröffnung der nach ihr benannten Sekundarschule in Werne. Schülerin Leonie Sickmann (vorne) überreichte der 101-Jährigen einen Blumenstrauß.© Foto: Helga Felgenträger
Hannelore Kraft (l.) und Marga Spiegel trugen sich anlässlich der Eröffnung der Marga-Spiegel-Sekundarschule im Juli 2013 ins Goldene Buch der Stadt Werne ein.© Foto: Helga Felgenträger
Hannelore Kraft (r.) zeigte sich "tief beeindruckt von ihrer Lebensgeschichte" und freute sich über das Zusammentreffen mit Marga Spiegel.© Foto: Helga Felgenträger
Diese Lebensgeschichte wurde 2009 mit Veronika Ferres (l.) in der Hauptrolle als junge Marga Spiegel unter dem Titel "Unter Bauern" verfilmt. Die Porträtierte besuchte die Dreharbeiten.© Foto: Martin Menke / FilmForm Köln GmbH
Marga Spiegel bei den Dreharbeiten von "Unter Bauern". Veronika Ferres (r.) übernahm in der Buchverfilmung die Rolle der jungen Marga Spiegel. © Foto: Martin Menke / FilmForm Köln GmbH
Bewegender Moment: Veronica Ferres und Marga Spiegel bei der Vorstellung ihres Kinofilmes "Unter Bauern" im Cineplex in Münster.© Foto: MünsterView/Jean-Marie Tronquet
Die Schauspielerin Veronica Ferres (l.) und Marga Spiegel am 3. Oktober 2009 in der ZDF-Show "Wetten, dass...?" in der Rothaus-Arena in Freiburg.© Foto: Jörg Koch / ddp
Ihren 99. Geburtstag feierte Marga Spiegel (mit v.l.: Karin Reismann, Sharon Fehr, Enkelin Mayra Fateh, Sohn Daniel Spiegel) am 21. Juni 2011 in den A2-Aaseeterassen in Münster. © Foto: MünsterView/Heiner Witte
Am frühen Dienstagmorgen ist Marga Spiegel gestorben. Die jüdische Gemeinde in Münster hat in der Synagoge ein Kondolenzbuch ausgelegt. © Foto: Sharon Fehr
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Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen Marga Spiegel selbst, die Landwirtstochter Anni Aschoff, eine ihrer unmittelbaren Retterinnen, und viele Angehörige der übrigen beteiligten Bauernfamilien. Historiker Dr. Hans Gummersbach ordnet die Zeitzeugenberichte ein. In einem Begleitheft erläutert er die Rolle von Marga Spiegel als Zeitzeugin der Judenverfolgung.

Die DVD kostet 14,90 Euro. Zu kaufen gibt es sie im LWL-Medienzentrum, Fürstenbergstraße 14 in Münster, oder online unter 

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