Auch Einsatzkräfte des DRK aus Ascheberg und Herbern halfen am Wochenende in den Katastrophengebieten. © DRK Kreisverband Coesfeld
Hochwasser

DRK-Kräfte aus Ascheberg und Herbern im Katastrophengebiet – „Teilweise sehr dramatisch”

Im Süden von NRW ist die Lage nach den Unwettern weiter kritisch. Deshalb waren hier auch Einsatzkräfte des DRK aus Herbern und Ascheberg im Einsatz. Und sie erlebten teils dramatische Szenen.

Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Herbern und Ascheberg sind in den vergangenen Tagen in der vom Unwetter betroffenen Krisenregion in NRW im Einsatz gewesen. Wie DRK-Kreisvorstand Christoph Schlütermann erklärte, waren zeitweise über 100 Einsatzkräfte aus dem Kreis Coesfeld vor Ort im Einsatz, um den Menschen zu helfen.

Dabei ging es hauptsächlich um die Betreuung der geretteten Menschen. In Heimerzheim in der Gemeinde Swisttal betreute das DRK eine Notunterkunft, in der in der Spitze mehr als 1000 Menschen versorgt werden konnten. „Als wir dort waren, waren es mehr als 100. Das waren die, die mit den Hubschraubern von den Dächern gerettet wurden”, so Schlütermann.

DRK-Kräfte aus Ascheberg und Herbern leisteten Hilfe im Krisengebiet

Die Personen zu betreuen bedeute nicht nur sie unterzubringen und zu versorgen, sondern auch die psychosoziale Betreuung. So seien den Einsatzkräften dramatische Szenen geschildert worden. „Wenn sie sehen, dass die Nachbarsfamilie auf dem Dach ausharrt und dann in den Fluten verschwindet, muss man das erstmal verarbeiten. Und dann ist es wichtig, einen Ansprechpartner zu haben.“ Durch das Mitteilen könnten die Ereignisse besser verarbeitet werden. „Es gab viele dramatische Umstände. Solche Einsätze sind nicht einfach.“

Kurze Pause - viel Schlaf gab es am Wochenende für die Einsatzkräfte des DRK nicht.
Kurze Pause – viel Schlaf gab es am Wochenende für die Einsatzkräfte des DRK nicht. © DRK Kreisverband Coesfeld © DRK Kreisverband Coesfeld

Doch nicht nur zur Betreuung wurden die Einsatzkräfte aus dem Kreis Coesfeld gerufen. Bereits am Mittwoch (14. Juli 2021) sei ein Patiententransportzug des DRK nach Eschweiler gerufen worden. „Dort musste ein Krankenhaus evakuiert werden. Das war teilweise sehr dramatisch, weil man nicht sofort an die Patienten rankam und diese warten mussten. Die Menschen wurden dann auf die umliegenden Krankenhäuser verteilt.“

Eine andere Situation erlebte ein Rettungstransportwagen, der eigentlich für die rettungsdienstliche Absicherung der Feuerwehr bereitstehen sollte. „Dieser traf auf eine hochschwangere Frau, die in den Fluten nicht weiterkam. Der RTW war das nächste Rettungsmittel und alle anderen waren anderweitig gebunden. So haben wir die Frau dann in die Uniklinik nach Aachen bringen können.“

Einsatzkräfte mittlerweile wieder zurück

Andreas Groß, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Ascheberg-Davensberg, der ebenfalls vor Ort war, zu der Situation: „Man muss es gesehen haben, man kann nicht beschreiben was für Verwüstungen das dort sind.“ Die Ascheberger Einsatzkräfte seien in der Betreuung im Einsatz gewesen. Man habe eine große Schule als Notunterkunft nutzen können, Feldbetten aufgebaut, die Mensa habe als Küche gedient. „Wir waren von Freitag bis Sonntag im Einsatz.“

Mittlerweile seien alle Einsatzkräfte aus dem Kreis Coesfeld wieder zurück, so Kreisvorstand Schlütermann. „Es waren wirklich anstrengende Tage. Der Schlaf vor Ort ist nur sehr eingeschränkt.“

Deshalb müsse jetzt die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt werden, indem sich die Einsatzkräfte erholen und das Gerät durchgeschaut werde. „Dann melden wir der Bezirksregierung, dass wir wieder einsatzbereit sind. Es kann sein, dass wir nochmal gebraucht werden.“

Besser Geld- als Sachspenden

Außerdem berichtet der Kreisvorstand von einer überwältigenden Spendenbereitschaft. „Allerdings müssen wir hier ein bisschen bremsen. Es macht keinen Sinn, wenn jeder in das Krisengebiet fährt, um dort Kleiderspenden abzugeben“, so Schlütermann.

An Kleiderspenden mangelt es nicht. Kreisvorstand Christoph Schlütermann bittet darum, nicht einfach mit Sachspenden in die betroffenen Regionen zu fahren.
An Kleiderspenden mangelt es nicht. Kreisvorstand Christoph Schlütermann bittet darum, nicht einfach mit Sachspenden in die betroffenen Regionen zu fahren. © DRK Kreisverband Coesfeld © DRK Kreisverband Coesfeld

Dadurch würden Einsatzkräfte gebunden, die eigentlich noch mit Retten und der Betreuung zu tun haben. „Wenn konkreter Bedarf festgestellt wird, wird sich das DRK an die Öffentlichkeit wenden. Ansonsten ist es derzeit besser, wenn Geld gespendet wird.“ Hier sei man bei den bekannten Institutionen an der richtigen Adresse.

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