Giftige Raupe: Entwarnung gibt es noch nicht – aber vielleicht eine neue Bekämpfungsmethode

mlzEichenprozessionsspinner

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners hat der Schädlingsbekämpfungsfirma Angelkort aus Herbern zuletzt viele Aufträge beschert. Nun hat sich die Lage entspannt. Doch Entwarnung gibt es nicht.

Herbern

, 25.07.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine kleine Raupe sorgt für Unmut: Im Kampf gegen die giftigen Eichenprozessionsspinner waren die Mitarbeiter der Schädlingsbekämpfungsfirma Angelkort aus Herbern zuletzt jeden Tag im Einsatz. Seit Mai hat sich die Firma fast ausschließlich um die Beseitigung von Nestern gekümmert.

„Wir waren mit mehreren Teams täglich unterwegs und doppelt so stark wie im vergangenen Jahr“, erzählt Geschäftsführerin Monika Angelkort. Dabei seien die Teams nicht selten zehn bis zwölf Stunden in der Region im Einsatz gewesen. Besonders betroffen war dabei laut Angelkort etwa Sassenberg im Kreis Warendorf. Dort habe man keine Vorsorge getroffen und dementsprechend erstmals viele befallene Bäume behandelt.

Jetzt lesen

Ein Team weniger im Einsatz

In anderen Gemeinden, darunter auch Werne, hatte es zuvor präventive Maßnahmen gegeben. Mittlerweile habe sich die Lage aber beruhigt, erzählt Angelkort. „Wir können jetzt etwas durchatmen“, sagt sie. Nun seien drei Teams mit Hubsteigern, statt zuletzt vier, im Kampf gegen die Eichenprozessionsspinner unterwegs. In der Nachbarstadt Werne etwa gab es zuletzt keine neuen Meldungen mehr. Vereinzelt würden noch Privatpersonen die Schädlingsbekämpfer anfragen.

Dennoch könne man generell keine Entwarnung geben. Denn: Die Raupen befinden sich aktuell in dem Stadium, in dem sie sich verpuppen. Dabei bildet sich ein tönnchenförmiger, gelbbrauner Kokon.

Giftige Raupe: Entwarnung gibt es noch nicht – aber vielleicht eine neue Bekämpfungsmethode

Im Moment befinden sich die Raupen in einem Stadium, in dem sie sich langsam verpuppen. Wenn die Falter auf Schwärmflug gehen, können auch wieder die giftigen Brennhaare durch die Luft wirbeln. © picture alliance/dpa

Neue Bekämpfungsmethode wird getestet

Ab August ist laut Experten mit dem Schwärmflug zu rechnen. Und dann können auch Häutungsreste und damit wieder die giftigen Brennhaare durch die Luft wirbeln. Wer mit diesen in Kontakt kommt oder sie einatmet, kann allergisch reagieren, Hautausschläge bekommen oder unter Atembeschwerden leiden.

In diesem Stadium können die Schädlingsbekämpfer die Tiere nur noch mit einem speziellen Gerät absaugen. Um dem Problem im kommenden Jahr besser Herr werden zu können, werden laut Monika Angelkort bereits alternative Bekämpfungsmethoden getestet.

Mit Schaum gegen Raupe vorgehen

Dabei werde zum Beispiel weißer Schaum, der mit Stärke angereichert ist, an die Bäume gegeben. So werden die Raupen abgespült. Ob die Experten künftig auf diese Technik aus Emsdetten setzen, ist noch ungewiss.

Klar ist aber, dass es auch im kommenden Jahr wieder eine Plage mit Eichenprozessionsspinnern geben könnte, „wenn wir wieder so einen heißen Sommer und milden Winter haben“, so Angelkort.

Weil man schon in diesem Jahr nur mit zusätzlichen Hilfskräften und Saisonarbeitern den vielen Aufträgen nachkommen konnte, muss die Herberner Firma bereits über neues Personal nachdenken.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Polizeieinsatz an Flüchtlingsheim

Jäger am Flüchtlingsheim kann Aufregung nicht verstehen: „Er hat sogar noch nett gegrüßt“