Ein Denkmal für mutige Menschen aus Herbern und Umgebung

"Unter Bauern"

HERBERN Mutige Landwirte riskierten ihr eigenes Leben, um die jüdische Familie Spiegel vor der Ermordung in der Gaskammer zu retten. Sie lebten auf Höfen zwischen Werne, Nordkirchen, Südkirchen und Herbern. Diese Bauern ehrt Marga Spiegel mit ihrem Buch „Retter in der Nacht“. Und nun setzt ihnen ein Film mit dem Titel „Unter Bauen“ ein Denkmal.

von Von Matthias Münch

, 08.10.2009, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marga Spiegel mit ihrer Filmfamilie: Armin Rohde als Menne, Veronica Ferres als Marga und Louisa Mix als Karin Spiegel.

Marga Spiegel mit ihrer Filmfamilie: Armin Rohde als Menne, Veronica Ferres als Marga und Louisa Mix als Karin Spiegel.

Auf dem roten Teppich und in den Kinosälen wurden Regisseur Ludi Boeken und seine Schauspieler gefeiert. Geduldig gaben Veronica Ferres, Armin Rohde, Margarita Broich und die anderen aus dem Filmteam Autogramme und Interviews. Aber Star des Abends war der älteste Gast. Länger als alle anderen sprach die 97-jährige Marga Spiegel in die Mikrofone und zum Publikum.   Sie erklärte, dass die Bauern aus dem südlichen Münsterland durch ihr mutiges Handeln in dunkelster Zeit symbolisch die ganze Menschheit gerettet haben. Und sie forderte ihre Zuhörer auf, wachsam zu sein vor Hass und Gewalt: „Was Menschen anderen Menschen antun, das ist das Schlimmste, was es auf Erden gibt.“ Die Zuschauer des Films erleben die „Retter in der Nacht“ als Menschen mitten „unter uns“, nicht als ferne Helden aus dem Geschichtsbuch.

Dieses Wissen macht den besonderen Reiz des Films für Zuschauer aus dem Münsterland aus. Da passt Menne Spiegel am Gasthof Zur Heide den Bauern Aschoff ab und bittet ihn seine Frau und Tochter unter falschem Namen aufzunehmen. Da sitzt Marga Spiegel mit ihrer Tochter Karin am Bahnhof Capelle, wo Anni Aschoff sie abholt. Und immer ist die alles beherrschende Angst vor der Entdeckung zu spüren. Die Angst der Verfolgten vor der Deportation nach Osten. Die Angst der Helfer vor Bestrafung. Beiden drohte der Tod. Nichts ist übertrieben, nichts dramatisiert, wie Marga Spiegel am Ende feststellt: „Der Film ist mein Leben.“

 

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