Zahl der Einbrüche in Ascheberg und Herbern gesunken – dank eines einfachen Erfolgsmodells

Kriminalitätsstatistik 2018

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Jahr 2018 in der Gemeinde Ascheberg, inklusive Herbern, gesunken. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Trickbetrügereien.

Ascheberg, Herbern

, 13.02.2019, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zahl der Einbrüche in Ascheberg und Herbern gesunken – dank eines einfachen Erfolgsmodells

In Ascheberg, und damit auch im Ortsteil Herbern, ist 2018 die Zahl der Wohnungseinbrüche gesunken. © dpa

Die Zahlen, die Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und der Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminaloberrat Christoph Strickmann, am Mittwoch (13. Februar) im Coesfelder Kreishaus während einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2018 präsentierten, sehen für die Gemeinde Ascheberg so aus: Gab es 2017 noch 58 Wohnungseinbrüche, waren es 2018 nur noch 16.

Wie diese Entwicklung zustande gekommen ist, da hat Christoph Strickmann eine klare Meinung: „Der Erfolgsfaktor sind die Bürger.“ Ihr Verhalten habe maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen.

Einbruchsversuche bei 40 Prozent

Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass der Anteil der Versuche kreisweit bei 40 Prozent liege. Die Täter seien ohne Erfolg und Beute von dannen gezogen. „Das ist in hohem Maße der Prävention zuzuschreiben. Die Anstrengungen der Polizei haben Früchte getragen.

Wohnungs- und Hauseigentümer haben durch die Beratungen der Polizei ihre Wohnungen und Häuser besser gesichert. Alles, was den Täter abschreckt, sind technische Hemmnisse, der Hund und Licht im Haus.“

Einen weiteren Aspekt in der Verhinderung von Einbrüchen nannte Landrat Schulze Pellengahr: „Die Sensibilität in der Nachbarschaft ist da.“ Vermehrt rufen Nachbarn die Polizei, wenn es in der Siedlung irgendjemanden gebe, der sich verdächtig mache. Das habe zu einer ganzen Reihe von Fällen geführt, wo Täter ihr Vorhaben abgebrochen haben.

Gestiegen sind in Ascheberg die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Von 6 im Jahr 2017 auf 11 im Jahr 2018. Detaillierte Begründungen für die Entwicklung in Ascheberg gab die Polizei nicht ab. Gleichwohl skizzierte Direktionsleiter Strickmann den Trend: „Die Zahl dieser Delikte wird weiter ansteigen.“

Verschärfung der Gesetze

Das liege an einer Verschärfung der Gesetze. Galt das sogenannte Grapschen einst als Beleidigung, zählt es mittlerweile zu den Sexualstraftaten. Insofern prognostiziert Strickmann einen weiteren Anstieg in Zukunft.

Zumal es neue Phänomene gebe, so Strickmann: In WhatsApp-Gruppen verbreiten sich auch unter Kindern vermehrt pornografische oder sogar kinderpornografische Fotos. „Liest das in einer Klasse ein zwölfjähriges Mädchen, dann ist das ein sexueller Missbrauch allein durch das Verschicken der Bilder.“

In der Gemeinde Ascheberg sind alle Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgeklärt worden. Vergewaltigungen hat es in Ascheberg 2018 eine (2017: 2) gegeben.

Mehr Trickbetrügereien

Im Kreis Coesfeld – um die Entwicklung in Ascheberg einzuordnen – ist die Kriminalitätsgesamtfallzahl seit 2017 um fast 1000 auf 10.908 gesunken. Gleichzeitig sei die Aufklärungsquote auf 54,77 Prozent gestiegen. Ein prozentualer Anstieg von 3,86 Prozent. Fast 50 Prozent der Fälle zählen zu den Eigentumsdelikten.

2018 hat sich im gesamten Kreis Coesfeld im Vergleich zum vorvergangenen Jahr die Zahl der Wohnungseinbrüche auf insgesamt 202 (2017: 403) fast halbiert.

Die Zahl der Trickbetrügereien hat sich dagegen seit 2017 mehr als verdoppelt. 2017 waren es 271, 2018 bereits 579. Dabei gibt es einen neuen Favoriten, was die Masche der Täter betrifft.

Das ist der Anruf, bei dem sich jemand meist bei älteren Menschen als Polizist ausgibt, der beispielsweise Schmuck und Bargeld der Angerufenen aufbewahren will, ehe es zu einem Einbruch mit großem Schaden komme. Am Ende sind Schmuck und Geld weg, der Täter ist natürlich kein echter Polizist.

„Täter sitzt irgendwo im Ausland“

„Vermutlich sitzt der Täter in einem Internetcafé irgendwo im Ausland“, so Strickmann. Die Täter gehen örtliche Telefonbücher in Deutschland durch und rufen nacheinander – etwa in einer Siedlung – die Bewohner an.

Das gehe so weit, dass sie mehrere Stunden und immer wieder anrufen, in der Hoffnung, dass die Bürger weich werden.

Der Polizeitipp: Auflegen, wenn einem etwas komisch vorkommt, und die Polizei informieren.

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