Maximilian Sandhowe (CDU) hat sich am Wahlabend trotz Direktmandat für Marc Henrichmann nicht mit den Ergebnissen für seine Partei zufrieden geben können. © Spiller
Bundestagswahl in Ascheberg

„Es ist schlecht“: Sandhowe (CDU) enttäuscht über herbe Wählerverluste

Maximilian Sandhowe (CDU) ärgert der Absturz der Wahlergebnisse seiner Partei, die SPD freut sich derweil über Zugewinne, auch wenn Direktkandidat Johannes Waldmann nicht in den Bundestag einzieht.

Die Wahl in Ascheberg ist vorbei. Und am Montagmorgen (27. September) nach dem Wahlsonntag steht fest: Für Johannes Waldmann (SPD) haben die Stimmengewinne der SPD nicht ausgereicht, damit er in den Deutschen Bundestag einzieht. „Leider hat es für mich nicht gereicht“, teilt uns Waldmann per Mail mit. Die Landesliste der NRW SPD zieht bis einschließlich Platz 32. Waldmann hat die Listenplatznummer 39. „Ich gratuliere Herrn Henrichmann zur Wahl im Wahlkreis Coesfeld-Steinfurt II.“ Gleichzeitig bedanke er sich bei allen Wählerinnen und Wählern und seinen Unterstützerinnen und Unterstützern.

Marc Henrichmann (CDU) hat sein Direktmandat verteidigt und allein in Ascheberg 41,5 Prozent der Stimmen für sich gewinnen können, Johannes Waldmann (SPD) kommt auf 27,2 Prozent. Grund für uneingeschränkten Jubel bei der CDU gibt es aber nicht: Sie hat in Ascheberg 37,4 Prozent (Zweitstimmen) geholt, 13,4 Prozentpunkte der Erststimmen verloren und bei den Zweitstimmen 8,9 Prozentpunkte weniger. Maximilian Sandhowe (CDU) redet das Ergebnis seiner Partei auf Bundesebene nicht schön: „Es ist schlecht.“ Das mache er aber nicht an der Arbeit der CDU in der Gemeinde fest, vielmehr sei das der Bundestrend.

Sandhowe (CDU) ärgert sich über „passiven Wahlkampf“

Wo lagen die Fehler? „Das war ein sehr passiver Wahlkampf“, sagt Sandhowe. „Wir haben erst zum Ende hin richtig Fahrt aufgenommen.“ Der Vorteil von Scholz sei gewesen, dass er nicht viel in der Öffentlichkeit war und so nicht anecken konnte. Sandhowe ärgert es, dass die CDU sich bei zu vielen Themen nicht geäußert habe. Künftig sei ein klares Profil zu vielen Themen wichtig. Auch die Unstimmigkeiten beim Kanzlerkandidaten Anfang des Jahres sei der CDU „in die Speichen gefahren“. „Ich hätte mir einen deutlich bissigeren Wahlkampf gewünscht, auch das Team der CDU kam zu spät.“

Christian Ley (SPD) freute sich am Sonntagabend (26. September) über die Zugewinne seiner Partei in der Gemeinde und auf Bundesebene.
Christian Ley (SPD) freute sich am Sonntagabend (26. September) über die Zugewinne seiner Partei in der Gemeinde und auf Bundesebene. © Spiller © Spiller

Auch wenn Waldmann nicht in den Bundestag einzieht, die SPD hat im Vergleich zur CDU zugelegt: bei den Erststimmen um 5,3 Prozentpunkte und bei den Zweitstimmen um 5,5. Christian Ley freut sich über das gute Wahlergebnis seiner Partei auf Bundesebene. „Es ist hervorragend. Viele Wählerinnen und Wähler haben gemerkt, wer die Zukunftstreiber in der Regierung waren, welche Ministerien einen guten Job gemacht haben.“ Das seien die sozialdemokratischen Minister gewesen.

Der Union würde es gut tun, sich in der Opposition zu erneuern, so Ley. Wer aber letztendlich ins Kanzleramt einziehen werde, diese Entscheidung könne noch dauern. Auch Sandhowe glaubt nicht, dass noch in diesem Jahr feststeht, welche Parteien die neue Regierung bilden. Bei der Koalitionsbildung hofft Ley auf „keine verhärteten Fronten“ und dass Christian Lindner (FDP) nicht blockiert. Die Koalition mit der AfD haben alle Parteien ausgeschlossen.

Über 45 Prozent der Wählerinnen und Wähler in der Gemeinde Ascheberg hatten vorab per Briefwahl gewählt. Bürgermeister Thomas Stohldreier hat das im Gespräch mit uns als Rekord bezeichnet. Bei vorangegangenen Wahlen waren es rund 3500 Briefwähler, dieses Mal fast 5500. Die Wahlbeteiligung lag bei 83,2 Prozent. 2017 hatte sie bei 81,94 Prozent gelegen.

Die weiteren Ergebnisse in Ascheberg

Die FDP vereint 7,6 Prozent auf sich und hat damit 3,7 Prozentpunkte verloren. Die Grünen haben 6,4 Prozentpunkte gewonnen und kommt auf 12,9 Prozent. Die AfD kommt auf 4,0 Prozent. Bei den Zweitstimmen sieht es wie folgt aus: CDU 37,4 Prozent, SPD 25,7 Prozent, FDP 11,6 Prozent, Grüne 14,3 Prozent und AfD 4,2 Prozent. Hier hat die CDU 8,9 Prozentpunkte verloren, die SPD 5,5 gewonnen, die FDP 3,9 verloren, die Grünen mit 8,9 Prozentpunkten zugelegt. Die AfD hat 1,5 Prozent verloren. Ebenso wie die Linke mit -3,6 Prozent bei den Erststimmen und -2,6 Prozent bei den Zweitstimmen.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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