Förderschule für Südkreis geplant: Ascheberger befürworten Pläne der Jugendhilfe Werne

Pläne für Förderschule

Die Jugendhilfe Werne plant eine neue Förderschule an den Standorten Werne und im Südkreis Coesfeld. Die Pläne kamen bei den Aschebergern gut an. Manche reden gar von einem echten „Glücksfall“.

Ascheberg, Werne, Selm

, 11.03.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Jugendhilfe Werne plant eine neue Förderschule an zwei Standorten: in Werne und im Südkreis Coesfeld. Die Pläne befürworten die Ascheberger Politiker.

Die Jugendhilfe Werne plant eine neue Förderschule an zwei Standorten: in Werne und im Südkreis Coesfeld. Die Pläne befürworten die Ascheberger Politiker. © picture alliance / dpa

Einige Kinder und Jugendliche haben nicht die Chance, einen Abschluss auf einer Regelschule zu machen. Sie können nicht beschult werden, weil sie einen besonderen Förderbedarf haben. Allerdings gibt es seit der Einführung der Inklusion immer weniger Schulen für diese Schüler. Deshalb möchte die Jugendhilfe Werne eine Förderschule mit Standorten in Werne und im Südkreis Coesfeld ab dem Schuljahr 2021/22 einrichten.

Nun stellten die Verantwortlichen aus der Jugendhilfe, Thomas Kißmann, Bereichsleiter Wohnformen, und Monika Frantzmann, Bereichsleiterin Offene Arbeit und Angebote in Schulen, die Pläne im jüngsten Schul- und Kulturausschuss in Ascheberg vor.

Keine Perspektive auf einen Abschluss an Regelschule

Der Bedarf an Förderschulen sei da. Dabei verweist Monika Frantzmann auf eine aktuelle Studie der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Laut der Umfrage in ihren 140 Einrichtungen in NRW werden 12 Prozent der Heimkinder nicht beschult.

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Auch in den stationären Einrichtungen der Werner Jugendhilfe würden 61 von insgesamt 250 Jugendlichen von einer Förderschule profitieren (Stand Oktober 2019). Es seien Schüler, die teilweise wochenlang nicht zur Schule gehen konnten und keine Perspektive auf einen Abschluss in einer Regelschule haben, so Frantzmann.

Konzept erntet Lob

Dabei betonten die beiden Mitarbeiter der Jugendhilfe nochmals, dass die neue Förderschule, die auf privater Basis eröffnet werden soll, nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung in der Schullandschaft angesehen werden soll.

In der Förderschule sollen Kinder und Jugendliche mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ in der Primar- und Sekundarstufe unterrichtet werden. Und das in kleinen Klassen. Maximal 40 bis 50 Schüler pro Standort sind vorgesehen, so Frantzmann.

Gespräche zum Standort laufen

Nicht nur der Unterricht in kleinen Klassen stieß auf Zustimmung bei den Ausschussmitgliedern. Sie befürworten die Installation einer Förderschule auf privater Basis im Südkreis Coesfeld. „Wir hören unisono von den Schulleitern, dass man eine Förderschule im Südkreis braucht. Sie sind für uns also ein echter Glücksfall. Wir hoffen, dass das gelingt“, erklärte Maria Schulte-Loh, selbst Realschullehrerin.

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Auch die anderen Ausschussmitglieder pflichteten dem bei und zeigten ihr Interesse an den Plänen. Die Frage nach einem potenziellen Standort im Südkreis konnte allerdings noch nicht beantwortet werden. Derzeit laufen dazu Gespräche mit der Kreisverwaltung.

Klar ist aber, dass Ascheberg selbst keine eigenen Räume zur Verfügung stellen kann, so Helmut Sunderhaus von der Gemeindeverwaltung. Die Situation im Öffentlichen Nahverkehr würde aber für einen Standort in Lüdinghausen sprechen.

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