Zum Schutz vor der Geflügelpest wurden Sperr- und Beobachtungsgebiete eingerichtet. In einem davon liegt der Hof von "Eier-Hugo". © Hugo Billermann (Archiv)
Landwirt in Herbern

Folgen von Rinkeroder Geflügelpest-Ausbruch auch in Herbern spürbar

Viele Schilder in Ascheberg weisen auf die zum Schutz vor der Geflügelpest eingerichteten Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete hin. Hinter einem dieser Schilder liegt der Geflügelhof von „Eier-Hugo“.

Seitdem am 16. April 2021 der Ausbruch der Geflügelpest (auch bekannt als Vogelgrippe) auf einem Hof in Rinkerode amtlich festgestellt wurde, gelten neben den Bereichen im Kreis Warendorf auch Teile der Gemeinde Senden sowie auch der überwiegende Teil der Gemeinde Ascheberg als Anschluss-Beobachtungsgebiet. Tierhalter in diesem Bereich mussten dem Veterinäramt unverzüglich die Anzahl der bei ihnen gehaltenen Vögel melden und zahlreiche Vorgaben erfüllen.

Ein Bereich westlich der Kreuzung B 58 / B54 (Im Hagen, Holthoff) wurde sogar zum Anschluss-Sperrbezirk ernannt, da sich dieser in einem Radius von drei Kilometern rund um den betroffenen Geflügelbetrieb im Kreis Warendorf befindet. Die tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest wurde noch am Tag der Feststellung im Amtsblatt des Kreises Coesfeld veröffentlicht. Dieses ist auf der Internetseite des Kreises zu finden, ebenso eine genaue Karte der Restriktionsgebiete. Hinweisschilder an den Straßenrändern geben ebenfalls Auskunft über den Grenzverlauf der Gebiete.

Geflügelhof von Billermann liegt im Beobachtungsgebiet

Der Geflügelhof von Landwirt Hugo Billermann (37), welcher in Herbern und Umgebung besser bekannt ist als „Eier-Hugo“, befindet sich im Beobachtungsgebiet und unterliegt daher strengen Auflagen. Doch läge der Hof nur 1.500 Meter Luftlinie weiter nördlich, so würde er sich im Sperrgebiet befinden. Die zu befolgenden Anordnungen wären noch strenger, die Folgen noch gravierender.

Gehaltene Vögel, Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte dürften weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden. Zwar gilt diese Anordnung auch innerhalb von Beobachtungsgebieten, doch können hier Ausnahmen der Schutzmaßregeln beantragt werden.

Hugo Billermann war geschockt als er montags die Verfügung erhielt, welche seinen Betrieb nahezu zum Erliegen bringen sollte. Bereits im März vergangenen Jahres hatte er eines seiner beiden Standbeine aufgrund von Corona vorerst verloren: Die Vermietung von Toilettenwagen für Familienfeiern, Vereinsfeste oder Firmenevents steht seither still. Nun schien auch der Verkauf seiner Geflügel-Hofprodukte zum Stillstand zu kommen. Er legte jedoch Widerspruch ein und erhielt eine Ausnahmegenehmigung.

„Da war die Erleichterung natürlich groß“, sagt der zweifache Familienvater. Der Verkauf von Eiern und sonstigen Geflügel-Produkten gehe nun weiter. „Die Stallpflicht behält jedoch ihre Gültigkeit und die hygienischen Anforderungen liegen weiterhin besonders hoch“, so Billermann. So muss sichergestellt werden, dass betriebsfremde Personen die Ställe oder sonstige Standorte des Geflügels nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegschutzkleidung betreten. Diese muss dann unverzüglich gereinigt und desinfiziert beziehungsweise unschädlich beseitigt werden.

Diese Schilder weisen auf das Beobachtungsgebiet hin.
Diese Schilder weisen auf das Beobachtungsgebiet hin. © Picasa © Picasa

Erste Fälle der Geflügelpest in Deutschland sind im Jahr 2006 aufgetreten. Singvögel und Tauben sind weit weniger empfänglich als Hühner, Enten, Greifvögel oder Schwäne. Bei sehr engem Kontakt kann diese Tierseuche in äußerst seltenen Fällen auch auf Menschen übertragen werden.

Der Ausbruch in Rinkerode ist der dritte nachgewiesene Vogelgrippe-Fall im Kreis Warendorf innerhalb kürzester Zeit. Bereits im März wurde sie bei einem Legehennenbetrieb in Beelen sowie bei vier Wildvögeln in Sendenhorst nachgewiesen.

Kein Freilauf-Verbot für Hunde und Katzen in Ascheberg

Ein Freilaufverbot von Hunden und Katzen ist in der Gemeinde Ascheberg laut Kreisveterinäramt Coesfeld nicht angeordnet. Dies sei weder erforderlich noch angemessen, da es im Kreis selbst bis jetzt keinen Ausbruch gegeben hat, so Pressesprecher Hartmut Levermann.

Für Rückfragen zur Geflügelpest hat das Kreisveterinäramt Coesfeld eine Hotline eingerichtet. Sie ist montags bis freitags von 8 Uhr bis 16 Uhr unter 02541 18 3912 oder 3916 zu erreichen.

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