„Nach uns die Sintflut, das kennt ihr nicht“: Kameraden danken Sendermann und Kaiser

Freiwillige Feuerwehr Herbern

Der Löschzug Herbern hat am Freitag seinen Zugführer Lothar Sendermann und dessen Stellvertreter Hans-Jürgen Kaiser verabschiedet. Dafür startete die Generalversammlung sogar früher als sonst.

Herbern

, 17.02.2019, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Nach uns die Sintflut, das kennt ihr nicht“: Kameraden danken Sendermann und Kaiser

Lothar Sendermann (l.) und Hans-Jürgen Kaiser trafen mit großem Geleit am Feuerwehrgerätehaus ein. © Claudia Hurek

Große Ereignisse warfen ihre Schatten bereits rund eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Start der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Herbern voraus.

Zahlreiche Mitglieder der Löschzüge Herbern, Ascheberg und Davensberg sowie der Jugendfeuerwehr, die mit Fackeln die dunklen Straßen erhellten, machten sich auf, um Zugführer Lothar Sendermann (55) sowie seinen Stellvertreter Hans-Jürgen Kaiser (53) von zu Hause abzuholen.

Zwei Jahre für die Vorbereitung

Seit gut zwei Jahren wussten die Kameraden, dass sowohl der Löschzugführer als auch sein Stellvertreter Abschied nehmen und die verantwortungsvollen Posten an der Spitze des Löschzuges in jüngere Hände legen würden.

Diese zwei Jahre nutzten die Nachfolger, Brandinspektor Carsten Gausepohl und Brandoberinspektor Hendrik Thygs, für die gewissenhafte Einarbeitung in die neuen Aufgaben.

Weiterhin im aktiven Dienst

„Selbstverständlich haben wir das mit unseren Familien besprochen“, so Gausepohl. „Ohne den Rückhalt und mit Zustimmung unserer Ehefrauen, wäre das gar nicht möglich. Wir haben gefragt und beide haben gesagt: ‚Ja macht mal‘. Das tun wir dann jetzt.“

Wehrführer Rainer Koch zieht den Hut vor der Entscheidung der beiden ausscheidenden Feuerwehrmänner: „Nach uns die Sintflut, das kennt ihr nicht. Ihr habt den Neuen zwei Jahre Zeit gegeben, sich einzuarbeiten.“

Verbunden mit einem riesigen Dankeschön überreichte er den scheidenden Zugführern die Entlassungsurkunden; beide bleiben dem Löschzug Herbern weiterhin im aktiven Dienst erhalten.

Neues Gerätehaus: „Werden hier kein Luftschloss bauen“

Insgesamt 15 Tagesordnungspunkte wurden während der gut besuchten Versammlung der Reihe nach „abgearbeitet“; nur unterbrochen durch eine Pause, in der sich die Kameraden und Gäste am Büfett stärken konnten.

Zu Beginn des Abends richteten Bürgermeister Dr. Risthaus sowie Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales, Thomas Stohldreier ihre Worte an die Mitglieder der Feuerwehr.

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Jahreshauptversammlung des Löschzugs Herbern

17.02.2019
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Der Spielmannszug der Kolpingsfamilie Herbern verlegte seinen Übungsabend einfach in die Feuerwache und sorgte so für ordentlich Stimmung bei den Kameraden und den Gästen.© Claudia Hurek
Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Herbern.© Claudia Hurek
Der Spielmannszug der Kolpingsfamilie Herbern verlegte seinen Übungsabend einfach in die Feuerwache und sorgte so für ordentlich Stimmung bei den Kameraden und den Gästen.© Claudia Hurek
Lothar Sendermann und Hans-Jürgen Kaiser trafen mit großem Geleit am Feuerwehrgerätehaus ein.© Claudia Hurek
Die Farben Blau und Rot ließen das Feuerwehrgerätehaus an der Bernhardstraße in einem ganz anderen Licht erstrahlen.© Claudia Hurek
Brandinspektor Carsten Gausepohl wird zum Zugführer, Brandoberinspektor Hendrik Thygs zu seinem Stellvertreter ernannt. Wehrführer Rainer Koch sowie Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, Fachbereichsleiter Thomas Stohldreier und der stellvertretende Wehrführer Daniel Heitbaum gratulierten zur neuen verantwortungsvollen Aufgabe.© Claudia Hurek
Brandinspektor Carsten Gausepohl wird zum Zugführer, Brandoberinspektor Hendrik Thygs zu seinem Stellvertreter ernannt. Wehrführer Rainer Koch sowie Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, Fachbereichsleiter Thomas Stohldreier und der stellvertretende Wehrführer Daniel Heitbaum gratulierten zur neuen verantwortungsvollen Aufgabe.© Claudia Hurek
Unter dem tosenden Applaus der Gäste nehmen Lothar Sendermann (r.) und Hans-Jürgen Kaiser (M.) die Entlassungsurkunden von Wehrführer Rainer Koch entgegen.© Claudia Hurek
Der stellvertretende Wehrführer Daniel Heitbaum (v.l.), Wehrführer Rainer Koch, Franz Schlüchter, Mitglied der Ehrenabteilung, Hans-Jürgen Kaiser, Lambert Feldhaus (Ehrenabteilung), Zugführer Carsten Gausepohl, Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales Thomas Stohldreier, Lothar Sendermann und der stellvertretende Zugführer Hendrik Thygs.© Claudia Hurek
Der Spielmannszug der Kolpingsfamilie Herbern verlegte seinen Übungsabend einfach in die Feuerwache und sorgte so für ordentlich Stimmung bei den Kameraden und den Gästen.© Claudia Hurek
Als kleines Dankeschön erhielten die Scheidenden Hans-Jürgen Kaiser und Lothar Sendermann ein Fotobuch mit vielen Erinnerungen an zahlreiche Erlebnisse der vergangenen Jahre.© Claudia Hurek
Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigten stolz ihren ersten von vielen weiteren Ausbildungsnachweisen, die sogenannte Jugendflamme 1.© Claudia Hurek

Risthaus gab zudem einen Ausblick auf die kommenden Jahre und die damit verbundenen Veränderungen beziehungsweise Neuerungen für den Herberner Löschzug, zu denen unter anderem der Neubau des Gerätehauses an der Lindenstraße gehört.

Dessen Baubeginn wird für 2021 in Aussicht gestellt. „Wir werden hier bestimmt kein Luftschloss bauen, und alles in Abstimmung mit der Mannschaft planen“, so Carsten Gausepohl.

Erstes Mädchen in den Reihen der Jugendfeuerwehr

Trotz vieler emotionaler Momente an diesem Abend, durften auch nüchterne Zahlen nicht fehlen, die Lothar Sendermann in seinem Jahresbericht 2018 vortrug.

  • Der Löschzug Herbern besteht aus 34 aktiven Mitgliedern (+2 aus einem anderen Löschzug).
  • Das durchschnittliche Alter beträgt 38,6 Jahre; die Ehrenabteilung hat zehn Mitglieder, die Jugendfeuerwehr sieben. Hier konnte der scheidende Löschzugführer mit Lea Goßheger das erste Mädchen in Herbern begrüßen.
  • 52 fördernde Mitglieder unterstützen die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr.
  • Im vergangenen Jahr rückte der Löschzug Herbern 51-mal aus (20 Brandeinsätze, 31 technische Hilfeleistungen): 34 Einsätze in Herbern, 7 in Ascheberg, 3 in Davensberg sowie 7 auf der Bundesautobahn.

In seiner Antrittsrede wies Carsten Gausepohl auf die Wichtigkeit der Kameradschaft hin. „Die zwischenmenschliche Basis ist enorm wichtig. Im Notfall müssen wir uns blind aufeinander verlassen können.“ Als Dankeschön überreichten die „Neuen“ den „Alten“ jeweils ein Fotobuch mit kleinen Andenken.

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