Am Schloss Westerwinkel in Herbern wurden in der vergangenen Woche Gänse gejagt. Ein Besucherin spricht von einem „Gänsemassaker“. © picture alliance/dpa
Überpopulation regeln

Gänse-Jagd am Schloss Westerwinkel in Herbern erschüttert Besucher

Am Schloss Westerwinkel bei Herbern wurden am vor einigen Tagen Gänse gejagt. Von einem „Gänsemassaker" schreibt eine Leserin. Der Rentmeister erläutert die Gründe für die Jagd.

Am Montag (19. Juli) wurden am Schloss Westerwinkel in Herbern Gänse gejagt. Dort seien alle Gänse, die dort seit Monaten ihre Brut aufgezogen hätten, vom Verwalter abgeschossen worden, berichtet eine Leserin, die anonym bleiben möchte. „Viele Besucher der Schlossanlagen waren sehr schockiert und traurig, da die Beobachtung der Aufzucht der jungen Gänse vielen sehr viel Freude bereitet hat.” Doch nun hätte man alles „abgeballert” ungeachtet des Alters der Gänsejungen, so die Leserin weiter. Sie spricht sogar von einem „Gänsemassaker”.

Die Gänse-Zahl am Schloss Westerwinkel nahm so überhand, dass zahlreiche Tiere geschossen wurden.
Die Gänse-Zahl am Schloss Westerwinkel nahm so überhand, dass zahlreiche Tiere geschossen wurden. © Wienke (A) © Wienke (A)

Stefan Grünert, Rentmeister am Schloss Westerwinkel und Hegeringleiter, bestätigt die Jagd auf die Gänse. „Am 16. Juli hat die ganz normale Jagdzeit auf die Gänse begonnen”, so Grünert. Diese berücksichtige, dass keine zur Aufzucht notwendigen Tiere geschossen werden. „Ich lege viel Wert darauf, dass wir die Jagdzeiten einhalten, der Muttertierschutz ist das wichtigste Gut.” Doch nun bedürften die Jungtiere nicht mehr des Mutterschutzes.

„Massive Überpopulation von Gänsen”

Warum nun gleich so viele Gänse getötet wurden, erklärt der Rentmeister ebenfalls: „Es gibt eine massive Überpopulation von Gänsen. Es handelt sich hierbei um eine invasive Art. Besonders in NRW haben sie sich massiv ausgebreitet.” Am Schloss Westerwinkel hätten die Gänse auch bereits Schäden angerichtet. „Am Schloss sind die Wege verkotet. Besonders extrem ist das auch auf dem Golfplatz.”

Bei der Jagd handele es sich außerdem um eine Nutzung der Natur, die man sich nicht nehmen lasse. „Wir haben uns absolut in der Norm und im Rahmen der Gesetze verhalten.” Die Gänse müssten eben stramm bejagt werden, weil sie sonst überhand nehmen würden. Grünert ärgert sich darüber, dass sich die Leute nicht direkt an ihn wenden. „Wer ein Problem hat, der kann direkt zu mir kommen und ich kann ihm dann das Ganze erklären.”

Heimische Entenarten kehren zurück

Zudem handele es sich beim Schloss Westerwinkel um einen Schlosspark, der mit privaten Mitteln erhalten werde. „Die Besucher dürfen hier spazieren gehen und beschweren sich dann, dass wir hier unser ureigenes Jagdrecht im Rahmen der Gesetze ausüben.”

Man wolle die Gänse ja nicht ausrotten, müsse sie aber zurückdrängen und dezimieren. „Wenn die Gänse verschwunden sind, tauchen auch die heimischen Entenarten wieder auf”, so der Rentmeister. Früher habe es die Gänse in diesen Massen gar nicht gegeben. Die ordentliche Nutzung der Natur und damit die ordentliche Ausübung der Jagd auf die Gänse gehören für ihn nun dazu.

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